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DDR-Wandgemälde in Neues Rathaus zurückgekehrt - restauriert

Mit geometrischen Formen und in bunten Farben: Plauen hat ein DDR-Wandgemälde restauriert, das als Paradebeispiel der Ostmoderne gilt. Es allerdings war bereits vor dem Mauerfall «versteckt» worden.
DDR-Wandgemälde in Plauen restauriert
Das neue Rathaus der Stadt. In dem Gebäude ist künftig ein Wandbild aus den 1970er Jahren zu sehen, das als klassisches Beispiel der Ostmoderne gilt. © Katrin Mädler/dpa-Zentralbild/dpa

Im Neuen Rathaus in Plauen im Vogtland ist ein großes Wandbild aus DDR-Zeiten erstmals seit Jahrzehnten wieder zu sehen - frisch restauriert. Das 250 Quadratmeter große abstrakte Werk von Karl-Heinz Adler (1927-2018) und Friedrich Kracht (1925-2007) sei mehrere Jahrzehnte hinter Betonplatten des Neuen Rathauses verborgen gewesen, sagte Oberbürgermeister Steffen Zenner (CDU) am Mittwoch. «Nun ist es für alle öffentlich zugänglich und hebt unser Foyer auf eine ganz neue Stufe.» Die Restaurierungskosten von 165 000 Euro übernahm die Wüstenrot-Stiftung in Ludwigsburg.

Das Wandbild entstand zwischen 1975 und 1976. Adler und Kracht gelten als bedeutende Vertreter der baubezogenen Kunst der DDR, wie der Sächsische Landeskonservator Alf Furkert sagte. Werke von ihnen befinden sich in der ehemaligen Stasi-Zentrale in Leipzig ebenso wie im Zwickauer Gewandhaus. Obwohl der sozialistische Realismus damals sehr verbreitet war, wurden auch abstrakte Arbeiten von Adler und Kracht «geduldet», so Furkert. Lange sei der Zustand des Plauener Wandbildes ungewiss gewesen und ein Erhalt nicht sicher. «Es waren glückliche Umstände, dass das Wandbild nicht vernichtet wurde, sondern unter der Verkleidung so gut erhalten blieb.» Mit der Restaurierung sei ein «bedeutendes Zeugnis baugebundener Kunst der DDR zurückgewonnen», ergänzt der Landeskonservator.

Karl-Heinz Adler, 1927 im vogtländischen Adorf geboren, gewann in den 1970er Jahren zusammen mit Friedrich Kracht einen Wettbewerb um die Wandgestaltung im Plauener Neuen Rathaus. Umgangssprachlich von den Bürgern damals oft als «Geisterbahn» verspottet, stieß das Werk bereits kurz nach Fertigstellung auch auf Kritik. Es war nur elf Jahre sichtbar. 1987 wurde es mit Sandsteinplatten verkleidet und geriet in Vergessenheit.

Die abstrakte, riesige Wandgestaltung könnte ein neuer «Selfie-Hotspot» werden, sagte Wüstenrot-Stiftungs-Geschäftsführer Philip Kurz. «Ich könnte mir vorstellen, dass sich viele vor den Wänden fotografieren möchten und die Bilder in die sozialen Medien stellen. Denn das Werk wird viele in seinen Bann ziehen.» Viele Bauten in Ostdeutschland seien in den vergangenen Jahrzehnten verloren gegangen. «Und ihre Kunstwerke gleich mit. Wir sind froh, dass wir dieses bedeutende kulturelle Erbe erhalten konnten», ergänzt Kurz.

© dpa
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