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LKA-Chef fordert mehr präparierte Geldautomaten

Sprengstoffanschläge auf Geldautomaten beschäftigen die Polizei in Rheinland-Pfalz intensiv. Damit es gar nicht erst zu diesen kommt, sind auch die Banken gefragt. Und es geht um die Vorlieben der Verbraucher.
LKA-Chef fordert mehr präparierte Geldautomaten
Völlig zerstört ist ein frei stehender Geldautomat der Volksbank Mainz. © Arne Dedert/dpa

Trotz eines leichten Rückgangs bei den Geldautomatensprengungen rechnet der Chef des Landeskriminalamts (LKA), Mario Germano, auch in diesem Jahr erneut mit zahlreichen dieser Straftaten in Rheinland-Pfalz. Die Intensivierung der Kriminalitätsbekämpfung habe die Dynamik zwar eingebremst, sagte Innenminister Michael Ebling (SPD). Die Fallzahlen seien aber noch immer zu hoch. «Das Phänomen kann nicht allein durch polizeiliche Maßnahmen gelöst werden», betonte Germano im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

In Frankreich hätten mit Färbesystemen präparierte Bankautomaten zu einem deutlichen Rückgang der Sprengungen geführt. «Da müssen wir in Deutschland auch hinkommen.» Wenn es deutlich schwerer werde, an brauchbare Beute zu gelangen, versuchten es die Täter auch seltener. Das eingefärbte Geld sei für sie fast wertlos. Eine Alternative seien Klebesysteme, diese seien aber wegen möglicher Gesundheitsgefahren umstritten.

Trotz der hohen Kosten sei es auch für die Banken zielführend, ihre Automaten mit Färbesystemen ausrüsten, unterstrich Germano. Das LKA unterstütze die Banken mit einer Bewertung der Gefährdung einzelner Automaten. «Die Umsetzung muss aber durch die Banken erfolgen.»

Aufgrund der Rückmeldungen der Bank- und Kreditinstitute sowie der regionalen Polizeipräsidien vor Ort hätten bereits die Standort- und Sicherungsdaten von fast 2300 Geldausgabeautomaten erhoben werde können, heißt es im Innenministerium. Das LKA habe den Banken bei allen bis Mitte Juni gemeldeten Automaten bereits eine Risikoeinschätzung zurückgemeldet. Dieser Prozess werde weiter gehen, betonte Ebling. Allein der Sparkassenverband als größter Anbieter von Geldautomaten im Land investiere mehrere Millionen Euro für die Sicherung der Geräte.

Die Deutschen liebten Bargeld, sagte Germano. Die Automaten seien für viele Menschen ein Zeichen für die hohe Wohnqualität eines Viertels, selbst wenn es dort eigentlich gar keine Geschäfte mehr gebe, in denen das Geld auch ausgegeben werden könne.

Die Täter seien häufig junge Männer aus den Niederlanden und die angrenzenden Bundesländer besonders betroffen. Die Täter rasten dann häufig mit fast 300 Kilometern pro Stunde in hoch motorisierten Kraftfahrzeugen vom Tatort davon. Die Polizei breche bisweilen auch Verfolgungsjagden aus Sicherheitsgründen ab, um Unfälle und Explosionen zu vermeiden. Denn die Fahrzeuge seien «häufig voll mit Sprengstoff und Benzinkanistern, um Tankstopps zu vermeiden», sagte Germano.

Weil die Täter inzwischen fast ausschließlich Festsprengstoffe verwendeten, seien sie eine große Gefahr für Unbeteiligte und Einsatzkräfte, heißt es auch im Innenministerium. «Das hat die Sprengung in der Nacht zum Silvestertag in Bundenthal noch einmal bewiesen. Dieses Gebäude war zum Glück ein unbewohntes. Es hat sich aber ein Brand entwickelt, der das Gebäude komplett zerstört hat», sagte Ebling.

50 gesprengte Automaten wurden 2023 gezählt, sechs weniger als im Jahr zuvor. Etwa 60 Prozent der Sprengungen seien erfolgreich. Der angerichtete Sachschaden sei auf einen Höchststand von rund 8,8 Millionen Euro gestiegen (2022: 8,4 Millionen). Die Täter verwendeten immer häufiger Festsprengstoff und davon auch größere Mengen.

© dpa
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