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Polizei nutzt VR-Brille zur Aufklärung über Badegefahren

Immer wieder kommt es zu tragischen und teilweise tödlich verlaufenden Unfällen beim Baden im fließenden Gewässer. Die Polizei in NRW setzt zur Prävention nun auf eine besondere Technik.
Wasserschutzpolizei NRW mit Präventionskonzept
Ein Schild mit dem Aufschrift «Polizei» ist an einem Boot der Wasserschutzpolizei angebracht, auf dem ein Pressetermin zum Präventionskonzept «Sensibilisierung über Gefahren beim Baden in Fließgewässern» vorgestellt wird. © David Young/dpa

Mit Hilfe einer VR-Brille will die Polizei in NRW auf die Gefahren beim Baden in Flüssen und Seen aufmerksam machen. Im Beisein von Innenminister Herbert Reul (CDU) präsentierte die Wasserschutzpolizei NRW am Dienstag ein Präventionskonzept, das die Darstellung in virtueller Realität nutzt, um über die Risiken im Wasser aufzuklären und tödliche Badeunfälle zu vermeiden.

In einem knapp zwei Minuten langen Film zum Thema «Ertrinken ist lautlos» werden über die VR-Brille Szenen einer Freizeitsituation am Rhein gezeigt: Eine Personengruppe trifft sich zum Grillen am Ufer in Düsseldorf und geht dann zum Ballspielen knietief ins Wasser. Doch dann fliegt der Ball weiter aufs offene Wasser. «Wir zeigen keine Szenen des Ertrinkens, aber wir wollen die Gefahren im Wasser verdeutlichen und diese mithilfe der VR-Brille erlebbar machen», sagte eine Polizeisprecherin.

Durch das Schauen der Szenen mit der VR-Brille fühle sich der Nutzer so, als wäre er am Ufer oder im Wasser. «Man kann oben, unten, rechts und links gucken und erlebt es als Person selbst», erklärte die Sprecherin. Durch die Technik wolle die Polizei vor allem die junge Generation als Zielgruppe ansprechen. Künftig sollen die VR-Brille und der Film daher an Schulen zum Einsatz kommen. Auch auf anderen Veranstaltungen sollen Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene sensibilisiert werden.

Nach Angaben der DLRG ertranken 2023 mindestens 378 Menschen in Deutschland, in NRW waren es 47, darunter 24 Menschen in Flüssen. «Es ist wichtig, die tückischen Gefahren zu kennen und in Gewässern achtsam zu sein. Gerade im Rhein empfehlen wir, nicht baden zu gehen, weil die unsichtbare Gefahr unter der Wasseroberfläche sehr groß ist», erklärte die Sprecherin. Mit VR-Brillen arbeite die Polizei etwa auch im Bereich der Verkehrsprävention.

«Jeder Badetote ist einer zu viel», sagte Innenminister Reul. Bei der Verkehrsunfallprävention habe man gute Erfahrungen mit VR-Brillen gemacht. «Ich hoffe, dass wir damit viele Schwimmer erreichen und so Badeunfälle verhindern können. Vorsicht und Umsicht sind auch beim Baden geboten.»

© dpa
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