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NRW will mehr Tempo und Kosten-Obergrenze im Hochschulbau

Das schöne deutsche Wort «Hochschulstandortentwicklungsplanung» lässt schon ein langwieriges, bürokratisches Verfahren erahnen. NRW steuert jetzt um: Neue Gebäude sollen schneller gebaut werden.
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Das Foto zeigt Gebäude der Universität Duisburg-Essen. © Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Der Hochschulbau in Nordrhein-Westfalen soll schneller, kostengünstiger und passgenauer werden. Ein deutlich entrümpeltes Planungs- und Genehmigungsverfahren soll zunächst an drei Hochschulen erprobt werden: an den Universitäten Duisburg-Essen und Paderborn sowie der Fachhochschule Bielefeld. Der Startschuss für das Modellprojekt soll am Dienstag im Düsseldorfer Wissenschaftsministerium fallen.

Ziel ist es, etwa 30 Prozent der bisherigen Planungs- und Genehmigungszeiten einzusparen. Bislang liegen nach Angaben des Ministeriums zwischen der Planung und der Umsetzung eines Projekts zehn bis 15 Jahre - davon macht die reine Bauzeit nur zwei bis vier Jahre aus.

Während die bisherigen «Hochschulstandortentwicklungsplanungen» oft eher vage Perspektiven über einen langen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren skizzieren, umfassende Mehrfachprüfungen nach sich ziehen und bei kleinen Änderungen schon nicht mehr finanzierungssicher sind, sollen nun «Masterpläne» mit kurzfristigeren, dafür aber konkreteren Bauvorhaben erprobt werden. Dazu sollen Verträge zwischen dem Wissenschaftsministerium und der jeweiligen Hochschule abgeschlossen. Innerhalb ihres Budgets haben die Hochschulen dann freie Hand bei der Realisierung.

NRW will Budgets deckeln

Der Vorteil aus Regierungssicht: Schnellere Umsetzungen schützen vor Baukosten-Explosionen und garantieren mehr Modernität und Passgenauigkeit, weil sich Forschungsschwerpunkte über lange Zeiträume schließlich ändern. Der Clou: In die Verträge soll eine verbindliche Kosten-Obergrenze eingebaut werden, jenseits derer das Land - anders als bisher - nicht mehr ausfinanzieren wird. Die Budget-Verantwortung liegt dann bei der Hochschule. In diesem Jahr stehen nach Angaben des Wissenschaftsministeriums 3,6 Milliarden Euro an Landesmitteln für Hochschulbau und -sanierung in NRW zur Verfügung.

Der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb soll künftig direkt in die Planungen einbezogen werden, um unnötige Korrekturschleifen infolge unrealistischer oder praxisuntauglicher Wünsche von vornherein auszuschließen. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb ist Eigentümer der meisten Hochschulflächen und hat nach eigenen Angaben fünf Millionen Quadratmeter Hochschulvermögen im Bestand. Laut NRW-Finanzministerium sind die Hälfte aller Immobilien des Landes Hochschul-Immobilien.

Der Sanierungsstau an den NRW-Hochschulen wird auf mehr als zehn Milliarden Euro geschätzt. Besonders hohen Handlungsbedarf gibt es bei Gebäuden aus den 70er Jahren sowie noch weit älteren, an denen in den vergangenen Jahrzehnten wenig bis nichts modernisiert wurde. Teurer und komplexer werden Sanierungen, wenn solche Gebäude dann auch noch unter Denkmalschutz stehen. Das gilt etwa für die Ruhruniversität Bochum.

Von den Hochschulliegenschaften des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebs stehen rund 186 Gebäude unter Denkmalschutz - das entspricht nach Angaben des Wissenschaftsministeriums etwa elf Prozent der Mietfläche. NRW hat insgesamt 77 Universitäten und Hochschulen - darunter öffentlich-rechtliche, private, kirchliche, Kunst-, Musik- und Verwaltungshochschulen. Die Gesamtzahl der Studierenden lag im Wintersemester 2022/23 bei rund 742.000.

© dpa
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