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Mafia-Ermittlungen: Polizei durchsucht Wohnungen in Köln

Polizisten gehen in Köln und auf Sizilien gegen die organisierte Kriminalität vor. Unter anderem finden sie eine Schusswaffe. Hintergrund sollen Ermittlungen gegen die Cosa Nostra sein.
Polizist in NRW
Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel. © Oliver Berg/dpa

Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die berüchtigte Mafia-Organisation Cosa Nostra hat die Polizei in Köln mehrere Wohnungen und eine Gaststätte durchsucht. Der «Schlag gegen die italienische organisierte Kriminalität», wie es die Ermittler nannten, sei in der Nacht auf Mittwoch in den Stadtteilen Bilderstöckchen, Niehl, Weidenpesch und Ehrenfeld erfolgt, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwochmorgen mit. Unter anderem seien Unterlage und eine Schusswaffe samt Munition sichergestellt worden.

Das zugrunde liegende Ermittlungsverfahren unter Kölner Federführung richte sich gegen mehrere italienische Staatsangehörige im Alter von 53, 55, 62 und 67 Jahren. Alle haben ihren Wohnsitz in Köln, erläuterte ein Sprecher.

Die beiden 53- und 55-jährigen Hauptbeschuldigten sollen der Mafia-Organisation Cosa Nostra angehören. Konkret werfen ihnen die Ermittler vor, Mitglieder einer kriminellen Vereinigung zu sein, die zwischen Deutschland und Sizilien mit Drogen handele. Insbesondere gehe es dabei um Kokain, Haschisch und Marihuana. Grundlage der Durchsuchungen seien jahrelange Ermittlungen italienischer Strafverfolgungsbehörden gegen die Cosa Nostra, hieß es weiter.

Nach Angaben der Kölner Ermittler wurden zeitgleich zum Einsatz in Deutschland auf Sizilien 15 Haftbefehle und 16 weitere Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Es habe dabei eine enge Abstimmung mit der EU-Justizbehörde Eurojust, der EU-Polizeibehörde Europol, dem Bundeskriminalamt (BKA) sowie der deutschen und italienischen Justiz gegeben. Bei den Durchsuchungen in Köln waren demnach auch italienische Ermittler aus Sizilien beteiligt.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) bezeichnete den Einsatz als Ermittlungserfolg der Kölner Polizei. «Das A und O beim Kampf gegen diese kriminellen Machenschaften ist das Zusammenspiel aller nationalen wie internationalen Strafverfolgungsbehörden», erklärte er. Die Durchsuchungen in Köln und die Vollstreckung von Haftbefehlen in Italien seien der Beweis, dass das funktioniere. «Das brauchte eine ganz detaillierte Planung, enge Abstimmung und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit», erläuterte Reul. Klar sei: Die «langen Arme des Rechtsstaates» reichten auch über Grenzen.

© dpa
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