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Art Düsseldorf präsentiert sich bunt und optimistisch

Ein rot angemalter Zaun oder ein Nagelbild von Günther Uecker: Die Kunstmesse Art Düsseldorf bietet in diesem Jahr ein breites Spektrum. Die Preise reichen von 500 Euro bis in den Millionenbereich.
Kunstmesse Art Düsseldorf
Messebesucher der Art Düsseldorf gehen bei der Presse-Vorbesichtigung an dem Bild „Hold me under water“ (l) von Ines Zenha vorbei. © Oliver Berg/dpa

Großformatige bunte Leinwände, Sinnestäuschungen und raumgreifende Skulpturen - die Kunstmesse Art Düsseldorf präsentiert sich in gesellschaftlich angespannten Zeiten optimistisch. Zur sechsten Auflage der inzwischen neben der Art Cologne etablierten Kunstmesse im Rheinland stellen von Freitag bis Sonntag im Areal Böhler 105 Galerien aus dem In- und Ausland aus. Die Zahl der Aussteller ist damit um zehn gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Erneut sind das Rheinland und Berlin mit insgesamt mehr als 50 Galerien besonders stark vertreten. 34 Galerien sind zum ersten Mal in Düsseldorf dabei. Internationale Galerien kommen etwa aus EU-Ländern, aber auch aus der Türkei, den USA und Indien. 

Für den Pariser Galeristen Hugues Albes-Nicoux etwa ist die Art Düsseldorf eine Premiere. Auf dem Boden der Industriehalle hat er rostrote Eisenwürfel -und bögen ausgebreitet, zwischen die Glas geschichtet ist. Ab 21.000 Euro aufwärts kosten die Objekte. Für ihn sei die Art Düsseldorf die perfekte Startrampe auf dem deutschen Markt, sagt er.

Preise bis in den Millionenbereich 

Von 500 Euro bis in den Millionenbereich reichen die Preise auf der Messe. Viele Aussteller setzen dieses Jahr auf großformatige, abstrakte Gemälde. Aber auch originelle Objekte sind Blickfänger. Ein rot gestrichener Metallzaun, der an einer Wand hängt, ist für 20.000 Euro zu kaufen, menschlich erscheinende Kleiderobjekte auf dem Boden für 9000 Euro. Ein Nagelbild von Günter Uecker kostet dagegen zwei Millionen Euro, ein kleinformatige Bild von Gerhard Richter 850.000 Euro. 

Die Art Düsseldorf wolle auch junge Kunstsammler mit kleinerem Budget ansprechen, sagt Messechef Walter Gehlen. Er empfiehlt Neueinsteigern in der Kunst, einfach auf die Galerien zuzugehen und zu fragen. «Es geht hier nicht nur um große millionenschwere Arbeiten, sondern es fängt bei 500 bis 1000 Euro an.»

Eine besondere Sektion ist für jüngere Galerien konzipiert, die seit weniger als zehn Jahren aktiv sind und für die auch die Standgebühren niedriger ausfallen. Denn erstmals erhalten die Galerien dieses Jahr nach Angaben von Messechef Walter Gehlen keine staatliche Förderung für ihre Stände mehr wie noch zu Corona-Zeiten. Der Andrang zur Art Düsseldorf ist trotzdem hoch: Auf jeden Platz bewerben sich nach Angaben Gehlens drei bis vier Galerien. 

Gedämpfte Stimmung auf dem Kunstmarkt

Vor dem Hintergrund des Ukraine- und des Gaza-Kriegs, der unsicheren politischen Weltlage, aber auch der gesellschaftlichen Stimmung in Deutschland und der Abkühlung der Konjunktur sind die Kunstsammler allerdings vorsichtig geworden. «Kaufentscheidungen dauern etwas länger», heißt es bei der Düsseldorfer Galerie Ludorff, die auf bekannte, hochpreisige Künstler wie Uecker oder Richter setzt. Auch bei Van Horn heißt es: «Der Markt ist ruhiger geworden. Die Entscheidungen fallen langsamer. Aber das Interesse ist auf jeden Fall da.»

Vergangenes Jahr hatte die Art Düsseldorf nach Angaben der Veranstalter rund 20 000 Besucher angelockt. Die Erwartungen der Galeristen an den Markt seien dieses Jahr leicht gedämpft, sagt Messechef Gehlen. Er setze aber vor allem auch auf Sammler aus Übersee, die auf dem Weg nach Venedig zur Eröffnung der Biennale in Düsseldorf einen Zwischenstopp einlegen. Daher sei er zuversichtlich, dass die Messe die Erwartungen übertreffen könne. Auch die große japanische Community in Düsseldorf wird dieses Jahr auf der Messe angesprochen - mit der Präsentation der farbenfrohen privaten Sammlung «Anonymous Art Project» aus Tokio.

Was ist Kunst?

Über Kunst kann man bekanntlich streiten. So könnten Betrachter sich denkt angesichts einer mit braunem Klebeband grob beklebten Leinwand bei der Leipziger Galerie ASPN fragen: Kann das weg? Es lohnt der zweite Blick: Denn der Künstler Jochen Mühlenbrink hat in Wirklichkeit akribisch mit brauner Ölfarbe das Klebeband täuschend echt aufgemalt. Kosten: 9300 Euro.

© dpa ⁄ Dorothea Hülsmeier, dpa
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