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«ChatGPT für Ingenieure» Ki in den Mittelpunkt

Künstliche Intelligenz ist seit dem Siegeszug des Chatbots ChatGPT in aller Munde. Die Hannover Messe will im April nun zeigen, wie dies auch der Industrie helfen kann, wettbewerbsfähig zu bleiben.
Hannover Messe
Eine Fahne zur Hannover Messe weht im Licht der Sonne auf dem Messegelände. © Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild

Künstliche Intelligenz, Wasserstoff und klimaschonende Produktion sind die großen Themen auf der diesjährigen Hannover Messe. «Wir wollen zeigen, wie die Industrie auch in Zukunft wettbewerbsfähig funktionieren kann», sagte Messechef Jochen Köckler am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms. Und Künstliche Intelligenz (KI) wird dabei seiner Meinung nach eine entscheidende Rolle spielen. «KI ist der Schlüssel zur wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Industrie.» Entsprechend großen Raum werde das Thema als neuer Schwerpunkt auf der weltgrößten Industrieschau einnehmen.

Zu der Messe werden vom 22. bis 26. April erneut 4000 Aussteller erwartet, ebenso viele wie bei der Ausgabe im vergangenen Jahr. Angemeldet haben sich auch zahlreiche Technologie-Firmen wie Microsoft, Google, Amazon Web Services, Dell, SAP, Siemens und Bosch. Hinzu kommen etliche Mittelständler und mehr als 300 Start-ups. Zur Eröffnung werden Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Ministerpräsident des diesjährigen Partnerlandes Norwegen, Jonas Gahr Støre, erwartet.

«Die Hannover Messe ist nach wie vor die Mutter aller Messen, die die Agenda setzt für die Industrie der Zukunft», sagte Köckler der dpa. «Und sie ist wichtiger denn je.» In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie jetzt suchten die Unternehmen nach Orientierung. Das wolle die Messe bieten. «Unsere Aussteller werden zeigen, dass eine wettbewerbsfähige Industrieproduktion in Europa möglich ist.»

«ChatGPT für Ingenieure» von Siemens und Microsoft

So zeigen Siemens und Microsoft ihren im Oktober vorgestellten «Siemens Industrial Copilot», einen KI-Assistenten, mit dem sich Industrieroboter per Sprache steuern lassen. «ChatGPT für Ingenieure», wie Köckler in Anspielung an den erfolgreichen Chatbot sagte. Zu sehen seien auch Maschinen, die Fehler automatisch erkennen, und Systeme, die selbstständig den besten Termin für die eigene Wartung festlegen. Und anders als noch vor wenigen Jahren geglaubt, seien solche Lösungen inzwischen einsatzfähig. «Die Geschwindigkeit, mit der KI-Lösungen ihren Weg in die Industrie finden, ist atemberaubend», sagte Köckler. «Das Tempo ist enorm, die Auswirkungen werden gewaltig sein.» Das biete der Industrie auch die Chance, trotz Arbeitskräftemangels weiterzuwachsen.

Mehr als 500 Aussteller gehören allein zum zweiten Messeschwerpunkt Wasserstoff. «Damit ist die Hannover Messe bei dem Thema auch weltweit führend», sagte Köckler. Auch das diesjährige Partnerland Norwegen habe man bewusst mit Blick auf diesen Themenschwerpunkt gewählt. Denn das nordische Land sei dank reichlich vorhandener Wasserkraft in der Lage, große Mengen an grünem Wasserstoff zu liefern, den etwa die deutsche Stahlindustrie benötigt. «Von daher ist das ein sehr passendes Partnerland.»

Corona-Rückgang noch nicht wieder aufgeholt

Mit den nun angepeilten 4000 Ausstellern werde die Hannover Messe auch in diesem Jahr noch deutlich hinter dem Niveau der Zeit vor der Coronapandemie zurückbleiben. 2019 waren 6500 Aussteller gekommen. Angesichts der derzeit schwierigen Rahmenbedingungen sei man aber sehr zufrieden, das Niveau von 2023 halten zu können, sagte Köckler. Wegen der aktuellen Krise, hoher Energiepreise und abflauender Konjunktur achteten die Unternehmen auch bei Messeauftritten auf Kostendisziplin und Effizienz. «In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird der Messestand im Zweifel auch eher etwas kleiner», räumte Köckler ein.

Zur erwarteten Besucherzahl machte der Messechef auf Nachfrage noch keine Angaben. 2023 waren 130 000 gekommen, 2019 sogar 215 000. 2020 war die Messe wegen der Pandemie erstmals seit der Gründung 1947 ausgefallen, 2021 fand sie nur digital statt.

© dpa ⁄ Frank Johannsen, dpa
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