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Vorsicht bei Wohnungssuche: Betrüger setzen auf KI

Eine preiswerte und schöne Wohnung zu finden - ein Traum. Und manchmal bleibt es ein Traum, wenn Betrüger hinter den Anzeigen stecken. Was muss man bei der Wohnungssuche beachten?
Betrug bei der Wohnungssuche
Ein Schild mit der Aufschrift «Landeskriminalamt Niedersachsen» ist im Eingangsbereich der Behörde zu sehen. © Moritz Frankenberg/dpa

Eine neue Wohnung, gut geschnitten, gute Lage, guter Preis - kaum zu finden. Der knappe Wohnraum vor allem in Städten dürfte viele Menschen verzweifeln lassen. Das öffnet Tür und Tor für Betrüger: Die Täter suchten immer neue Möglichkeiten, angebliche Wohnungen an den Mann oder die Frau zu bringen, warnte das Landeskriminalamt Niedersachsen in Hannover. Künstliche Intelligenz (KI) könne eingesetzt werden, um scheinbar attraktive Wohnungen anzubieten - indem Bilder erzeugt würden, die im Netz bisher nicht auftauchten. Nur existierten diese Wohnungen nicht. Auch könnten ganze Websites entstehen, um eine Immobilienfirma vorzutäuschen. 

Regelmäßig würden Anfragen zu möglicherweise gefälschten Wohnungsanzeigen registriert, sagte eine LKA-Sprecherin. Belastbare Zahlen gebe es allerdings in der polizeilichen Kriminalstatistik nicht, entsprechende Fälle würden unter «sonstige weitere Betrugsarten» erfasst. Angaben zur Fallzahl seien daher nicht möglich - auch nicht zur Dunkelziffer. 

Laut LKA werden für Betrügereien überwiegend seriöse Immobilienportale im Internet missbraucht - Betrüger stellen demnach Immobilien mit eigenen Annoncen ein oder reagieren auf Gesuche. Aber auch in sozialen Netzwerke warteten Täter auf ihre Opfer - so gebe es etwa Facebook-Gruppen, in denen Wohnungen gesucht oder angeboten würden. 

Eine beliebte Masche: Ein angeblicher Vermieter behauptet, im Ausland zu leben und eine Wohnung in Deutschland - oft möbliert - vermieten zu wollen. Bilder der Wohnung werden geschickt, dabei senden die Täter gern Ausweisfotos mit. Um vergebliche Reisekosten nach Deutschland zu vermeiden, wird um eine Sicherheitsleistung per Vorkasse gebeten. Wer aber bezahlt, bekommt weder Schlüssel noch Wohnung. 

Auch versenden Täter immer wieder angebliche Wohnungsschlüssel per Nachnahme mit der Post. Der Empfänger muss einen vorab vereinbarten Preis für den Schlüssel bezahlen. Nur: Ist tatsächlich ein Schlüssel im Brief, passt dieser «sehr wahrscheinlich nicht zur Wohnung». Oder, noch schlimmer, die Täter mieten etwa über Airbnb eine Wohnung, für die der echte Vermieter einen Schlüssel in einem Schlüsseltresor deponiert hat. Die Opfer könnten in aller Ruhe die Wohnung besichtigen - und seien umso eher bereit, Geld vorab zu überweisen. Eine Rückbuchung allerdings sei schwierig bis unmöglich, warnte das LKA.

Für eine echte Wohnungsbesichtigung mieten Täter nach LKA-Erkenntnissen teils kurzfristig eine Wohnung oder ein Haus. Bei der Besichtigung werde Druck aufgebaut - es gebe andere Interessenten. Im vertraulichen Gespräch wird aber ein Vorkaufsrecht oder Sonderstatus angeboten, wenn der Interessent eine höhere Summe vorab überweist. Bis der Betrug auffalle, hätten in der Regel mehrere Interessenten überwiesen, warnte das LKA. 

Das Landeskriminalamt empfahl, auf keinen Fall vorab Geld zu schicken, auch keine sensiblen Daten wie Ausweiskopien oder Fotos von Kreditkarten - und sich von zugeschickten Ausweis- und Privatfotos der angeblichen Vermieter nicht blenden zu lassen. Die seien in der Regel gestohlen. Bei Online-Anzeigen helfe die Bilderrückwärtssuche, um die echten Wohnungen zu finden, zu denen die Bilder gehörten. Kartendienste und Satellitenbilder helfen, die Wohnlage zu prüfen. Auch bei Ferienwohnungen sei mit gefälschten Wohnungsanzeigen zu rechnen. Außerdem rieten die Experten, bei den Bildern auf Unstimmigkeiten zu achten - etwa auf in Deutschland unübliche Steckdosen, die zeigten, dass die echte Wohnung im Ausland sei. 

Und: Interessenten sollten laut LKA Screenshots der Wohnungsanzeigen machen, auf denen Accountinhaber und Anzeigen-ID erkennbar seien. Missbrauch solle dem Immobilienportal, Überweisungen oder Abbuchungen sollten der Bank gemeldet werden, um einen Transfer im besten Fall noch zu stoppen. Der letzte Schritt ist die Anzeige bei der Polizei. 

© dpa
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