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Südschnellweg-Ausbau: Polizei bereitet sich auf Räumung vor

Nächste Runde im Kampf um «Tümpeltown» und gegen den Ausbau des Südschnellwegs in Hannover: Aktivisten halten die Baumhäuser weiter besetzt, die Polizei bereitet sich auf die Räumung vor. Und die Rodungen gehen weiter.
Proteste gegen Ausbau des Südschnellwegs in Hannover
Das Protestcamp „Tümpeltown“ am Südschnellweg wird am Morgen von Scheinwerfern der Polizei ausgeleuchtet. © Julian Stratenschulte/dpa

Die Polizei bringt sich in Stellung: Die Räumung des Protestcamps gegen den umstrittenen Ausbau des Südschnellwegs in Hannover dürfte bevorstehen.

Das Camp mit dem Namen «Tümpeltown» ist laut einem dpa-Reporter vor Ort mit zahlreichen Scheinwerfern von Polizei und Technischem Hilfswerk hell erleuchtet. Mit dabei sind technische Einheiten der Polizei, die Hubsteiger mit Raupenantrieb einsetzen, um die Baumhäuser erreichen zu können.

Die Räumung könnte allerdings kompliziert werden, weil sich einige Aktivisten mit Seilkonstruktionen in den Bäumen befestigt haben. Diese warnen auf Schildern davor, die Seile zu durchtrennen - sonst bestehe Lebensgefahr. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht.

Am Montagmorgen haben die Rodungen für den umstrittenen Ausbau begonnen. Nach Angaben der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr handelt es sich mit einem Volumen von rund 580 Millionen Euro, angelegt auf zehn Jahre, um eines der größten Verkehrsprojekte in Niedersachsen - finanziert vom Bund.

Seit Monaten protestieren Umweltschützer und Klimaaktivisten gegen das aus ihrer Sicht überdimensionierte Projekt. Sie kritisieren vor allem die geplante Verbreiterung der Schnellstraße von 14,50 auf 25,60 Meter.

Der Ausbau der wichtigen Schnellstraße im Süden Hannovers soll helfen, den oftmals stark stockenden Verkehr zu entzerren. Wegen einer maroden Brücke ist die Straße derzeit auf einem längeren Abschnitt nur einspurig befahrbar. Geplant ist ein neuer Tunnel, der in den kommenden Jahren diese Brücke ersetzen soll. Anfang Dezember 2022 begannen die Bauarbeiten unter anderem mit Baumrodungen im Überschwemmungsgebiet der Leine.

Am Dienstagmorgen waren bereits die schweren Rodungsmaschinen wieder zu hören, wie eine Sprecherin der Initiative «Leinemasch bleibt» sagte. Die Dauermahnwache gegen den Ausbau bleibe aber weiter präsent. Am Vortag seien insgesamt mehrere Hundert Menschen dort gewesen. Baumhäuser in der Nähe der Mahnwache waren geräumt worden.

In «Tümpeltown» hatten sechs Menschen am Montag das Camp freiwillig verlassen, viele aber blieben. Über dem namensgebenden Tümpel oder kleinen Teich hatte sich ein Aktivist in einer in den Bäumen befestigten Seilkonstruktion verankert, eine weitere Aktivistin saß auf einer Plattform in dem See.

Nach Angaben des niedersächsischen Verkehrsministeriums umfassen die Bauarbeiten einen etwa 3,8 Kilometer langen Streckenabschnitt des Südschnellwegs zwischen dem Landwehrkreisel und den Bahnbrücken vor dem Seelhorster Kreuz. Insgesamt gehe es um sechs Brückenbauwerke, die mittlerweile rund 70 Jahre alt seien und wegen Materialermüdung und Überlastung ersetzt werden müssten. Der Südschnellweg und seine Brücken seien «mittlerweile sinnbildlich für die in den vergangenen Jahrzehnten versäumten Investitionen in unsere Infrastruktur».

© dpa
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