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Studie: Vertuschung von sexuellem Missbrauch

Sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche - auch in Bremen gab es Missbrauch und Vertuschung. Das zeigt eine Analyse um den Fall eines früheren, prominenten Dompredigers.
Bremer Dom
Die Sonne scheint am blauen Himmel hinter den Türmen des St.-Petri-Dom am Bremer Marktplatz. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Sexuelle Übergriffe eines früheren Bremer Dompredigers sind von der Evangelischen Kirche viele Jahre lang nicht aufgearbeitet worden. Das hat eine sogenannte Tiefenanalyse im Rahmen der großen, jüngst vorgestellten Studie zu sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland ergeben, wie das Institut für Praxisforschung und Projektberatung München am Freitag mitteilte. Die Studie wurde im Auftrag der Kirche erstellt.

In der neuen Untersuchung hat das Institut den Umgang der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) mit dem Geistlichen Günter Abramzik untersucht. Dieser war in den Jahren 1958 bis 1992 Domprediger in Bremen. Der Mann galt als prominente Persönlichkeit mit Einfluss auf Kultur und Gesellschaft, er starb im Jahr 1992. Nach der neuen Analyse soll Abramzik sexuelle Übergriffe gegen mindestens 17 Jungen begangen haben. Die Opfer waren demnach überwiegend Schüler und Konfirmanden zwischen 14 und 18 Jahren. «Ein Großteil der Taten wurde in den 1970-er Jahren verübt», so das Institut.

«Entgegen der bisherigen Darstellung der Bremischen Evangelischen Kirche wurde der Fall Abramzik zu keiner Zeit aufgearbeitet - weder in der BEK noch in der St. Petri Domgemeinde, in der Abramzik tätig war», schrieb das Institut. Die Kirche habe es über Jahre versäumt, die Öffentlichkeit über die Vorwürfe gegen den prominenten Domprediger zu informieren. Dem Institut zufolge hatte ein Betroffener die Bremische Evangelische Kirche im Jahr 2010 über die sexualisierte Gewalt informiert, danach habe die Kirche zunächst keine Versuche unternommen, weitere Betroffene zu finden. Dies geschah erst, als Medien über den Fall berichteten.

Nach der neuen Studie handelten die Verantwortlichen strategisch. «Es wurde verschleppt und verzögert, sodass sich die Bedingungen für eine tatsächliche Aufarbeitung zunehmend verschlechterten.»

Die Bremische Evangelische Kirche dankte dem Institut für die Analyse. «Wir haben trotz unseres obersten Ziels, immer an der Seite der Betroffenen zu stehen, in der Vergangenheit Fehler gemacht und bedauern dies zutiefst», sagte Pastor Bernd Kuschnerus, Schriftführer des Kirchenausschusses der Bremischen Evangelischen Kirche, in einer Stellungnahme zu der Analyse. «Die nun vorliegenden Ergebnisse ermöglichen es uns, unsere Prozesse zu verändern und anzupassen und weitere Maßnahmen für die Aufarbeitung in die Wege zu leiten, sodass unser gemeinsamer Wille zur umfassenden Unterstützung der Betroffenen und zur transparenten Aufklärung zum Tragen kommt.»

Kuschnerus zufolge haben die Bremische Evangelische Kirche und die St. Petri Domgemeinde sich gemeinsam um die tiefgehende wissenschaftliche Analyse des Falles Abramzik beworben und die Erstellung aktiv unterstützt.

© dpa
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