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Niedersachsen droht Etappenziel bei Öko-Landbau zu verpassen

Mit einer Bio-Strategie will die Bundesregierung den Öko-Anteil an der Landwirtschaft auf 30 Prozent steigern. Niedersachsens Ziele liegen tiefer - und könnten trotzdem verfehlt werden.
Kuh auf der Weide
Eine Kuh steht auf einer Weide mit viel Löwenzahn. © Sebastian Gollnow/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa/Archivbild

Der von Niedersachsens Politik und Landwirtschaft angepeilte Ausbau des Öko-Landbaus stockt. Bis 2025 sollen zehn Prozent der Agrarbetriebe nach Öko-Standards arbeiten. So wurde es in einem Schulterschluss von Politik, Branche und Naturschützern im sogenannten «Niedersächsischen Weg» vereinbart und auch im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen festgehalten. Ob die Vorgabe erreicht wird, ist allerdings fraglich, wie die Landesregierung einräumte.

«Die Öko-Branche hat nach dem gesteigerten Absatz in der Corona-Zeit aufgrund des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Preissteigerungen ein konjunkturelles Tal durchschritten», sagte Agrarministerin Miriam Staudte (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen sei die Stimmung wieder leicht positiv. «Dennoch erscheint es schwer, das für 2025 gesteckte Ziel zu erreichen.» Die Landesregierung wolle ihre Maßnahmen daher ausbauen und auch den Öko-Absatz durch mehr öffentliche Nachfrage ankurbeln.

Nach den jüngsten Zahlen arbeiteten Ende 2022 erst sieben Prozent der rund 2600 landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen ökologisch. Der Öko-Anteil an den Agrarflächen lag bei sechs Prozent. Neue Werte werden Mitte dieses Jahres veröffentlicht.

Die für Niedersachsen anvisierten zehn Prozent bis 2025 sind ein Zwischenschritt. Bis 2030 soll der Öko-Landbau insgesamt, bezogen auf die Flächen, 15 Prozent ausmachen. Damit liegt das Land deutlich unter dem bundesweiten Ziel: In einer «Bio-Strategie 2030» peilt das Bundeslandwirtschaftsministerium einen Öko-Anteil von 30 Prozent bis 2030 an.

Allerdings seien die Ausgangssituationen in den Ländern auch sehr unterschiedlich, betont das Ministerium in Hannover: «Es wäre unrealistisch, die gleichen Ziele in allen Bundesländern zu erwarten.» Im Bundesdurchschnitt solle die Öko-Fläche bis 2030 ungefähr verdreifacht werden, und eine Verdreifachung sei auch in etwa Niedersachsens Ziel.

Das Landvolk sieht die Branche für die in Niedersachsen angepeilten 15 Prozent bis 2030 auf dem richtigen Weg. «Die im Aktionsplan Öko-Landbau geforderten zehn Prozent bis 2025 wirken jedoch nach aktuellem Stand eher unrealistisch», hieß es.

Ein Hindernis sei vor allem die wirtschaftliche Lage der Verbraucher. «Die Inflation der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass viele Menschen mehr auf die Preise achten als zuvor, tendenziell eher zu günstigeren Lebensmitteln greifen und Bio-Ware der Discounter dem Bio-Fachhandel vorziehen», erklärte der Bauernverband. Für das Landvolk habe sich der Stellenwert des Öko-Landbaus aber nicht geändert. Wichtig sei es, die Direktvermarktung und den Bio-Fachhandel wieder stärker in den Fokus der Verbraucher zu rücken, weil diese für die Öko-Betriebe besonders wichtig seien.

Mit Blick auf die Nachfrage der Verbraucher könnte auch ein finanzieller Anreiz helfen: Ein Bürgerrat hatte dem Bundestag im Januar empfohlen, zur Verbesserung der gesunden Ernährung keine Mehrwertsteuer mehr auf Obst und Gemüse aus der EU in Bio-Qualität zu erheben. Agrarministerin Staudte hatte danach erklärt, sie halte ein neues Besteuerungssystem bei Lebensmitteln, insbesondere eine höhere Zuckersteuer, sowie Anreize für biologisch erzeugte Lebensmittel und pflanzliche Produkte für richtig.

Die Landesregierung will den weiteren Ausbau zudem unter anderem mit Flächenprämien erreichen. Diese erhalten Betriebe, die auf ökologischen Landbau umstellen wollen oder die bereits ökologisch wirtschaften. In Niedersachsen seien diese Prämien 2023 bereits erhöht worden, so das Agrarministerium. Zudem fördere das Land etwa die Wissensvermittlung und Beratung landwirtschaftlicher Betriebe und die Forschung im ökologischen Landbau.

© dpa
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