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Demo gegen Rechtsextremismus erreicht neue Größenordnung

Nach einer Demo gegen Rechtsextremismus vorige Woche in Rostock kamen diese Woche noch einmal deutlich mehr Menschen. Damit erreichen die jüngsten Proteste in MV eine neue Größenordnung. Es ging bisweilen emotional zu.
Demonstration gegen Rechtsextremismus
Demonstration gegen Rechtsextremismus. © Jens Büttner/dpa

Mit einer Demonstration in Rostock haben die jüngsten Proteste in Mecklenburg-Vorpommern gegen Rechtsextremismus eine neue Größenordnung erreicht. 6500 Menschen versammelten sich am Donnerstagabend nach vorläufigen Polizeischätzungen in der Innenstadt der größten Stadt des Landes. Die Organisatoren sprachen von 9500 Teilnehmenden. Angemeldet waren 3000.

Zur Auftaktkundgebung der Demo mit dem Motto «Nie wieder ist jetzt - alle zusammen gegen den Faschismus» war der Neue Markt voll. Die Rektorin der Universität Rostock, Elizabeth Prommer, sagte: «Rassismus und Intoleranz gegenüber der Vielfalt an Menschen ist gefährlich für die Wissenschaft und Forschung».

Der Bischof im Nordkirchen-Sprengel Mecklenburg und Pommern, Tilman Jeremias, sprach von einem starken Zeichen für die Demokratie. Er forderte die Menschen dazu auf, das Gespräch mit Bekannten zu suchen, die bei den anstehenden Europa- und Kommunalwahlen in MV rechts wählen wollten, um sie zu überzeugen, dies nicht zu tun. «Das ist kein einfaches Gespräch.» Es brauche aber mehr solcher Gespräche mit frustrierten Menschen.

Zuvor nahmen laut Jeremias etwa 400 Menschen in der benachbarten Marienkirche an einem interreligiösen Friedensgebet teil. «Wir haben uns daran erinnert, dass es 1989 genauso gewesen ist, dass die Friedensgebete in der Marienkirche stattgefunden haben und Menschen mit weichen Knien anschließend auf die Straße gegangen sind», sagte er mit Blick auf die Protestbewegung vor der Wende.

Das Publikum war sehr gemischt, von jung bis alt, Antifa bis bürgerlich, mit Fahrrad oder Kinderwagen war alles dabei.

Ein älteres Ehepaar sagte, es sei für sie die erste Demo seit langer Zeit. Sie begründeten die Teilnahme mit der Ablehnung der AfD. Sie seien über 70 Jahre und hätten schon an den Demos vor der Wende teilgenommen. Die Erinnerungen kämen ihm nun hoch, sagte der Mann sichtlich gerührt. Die Situation sei eine andere, weil die Forderungen heute diffuser seien und einem die Stasi nicht im Nacken sitze. «Aber trotzdem ist es erfreulich, wie viel Massen unterwegs sind», sagte er, während er mit den Tränen kämpfte.

Ein 20 Jahre alte Teilnehmerin sagte, sie sei schon vorige Woche in Rostock dabei gewesen, als an einer ähnlichen Demo etwa 2500 Menschen teilnahmen. Sie werde gegebenenfalls kommende Woche wiederkommen. Auch sie sprach sich gegen die AfD aus.

Zuvor hatte es auch in anderen Städten im Nordosten große Demos gegeben, etwa in Schwerin, Greifswald, Stralsund und Neubrandenburg. Auch bundesweit gab es jüngst viele solcher Demos, teilweise mit Zehntausenden Teilnehmern.

Auslöser für die Proteste waren Enthüllungen des Recherchezentrums Correctiv über ein Treffen von Rechtsextremisten am 25. November, an dem einige AfD-Politiker sowie einzelne Mitglieder der CDU und der sehr konservativen Werteunion in Potsdam teilgenommen hatten. Der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, hatte bei dem Treffen nach eigenen Angaben über «Remigration» gesprochen. Wenn Rechtsextremisten den Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll - auch unter Zwang.

© dpa
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