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Neue Gleise für S6 mit Anlaufschwierigkeiten freigegeben

In jahrelangen Bauarbeiten sind in einem Großprojekt bei Frankfurt 13 Kilometer neue Gleise für den S-Bahn-Verkehr entstanden. Der Start verlief am Montag nicht störungsfrei.
S-Bahn
Eine S-Bahn der Linie S6 fährt aus dem Bahnhof von Bad Vilbel Richtung Frankfurt. © Arne Dedert/dpa

Die Deutsche Bahn hat bei Frankfurt neue Gleise für die Linie 6 der S-Bahn Rhein-Main in Betrieb genommen. Der Start verlief am Montag nach mehr als sechs Jahren Bauzeit nicht störungsfrei. Eine Bahn-Sprecherin sprach von «kleinen Anlaufschwierigkeiten». Die S6 sei auf den neuen Gleisen zunächst nur im Halbstundentakt unterwegs. Parallel sind weiter Busse als Ersatzverkehr im Einsatz. Auch nicht alle Haltestellen sind rechtzeitig fertig geworden.

Die neuen Gleise entstanden auf 13 Kilometern Länge zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel. Die Bahn will mit dem Großprojekt den S-Bahn-Verkehr pünktlicher machen, der sich bisher mit dem übrigen Regional- sowie dem Fern- und Güterverkehr den Platz teilen musste.

Mit der Freigabe endete auch eine siebenwöchige Vollsperrung der vielbefahrenen Main-Weser-Bahn wegen Bauarbeiten. Diese hatte seit Jahresanfang für Pendler und Reisende Ersatzverkehr und Umleitungen bedeutet.

Die Regionalbahnen fuhren am Montag laut Bahn im Regelfahrplan. Die S-Bahnen waren dagegen auf den neuen Gleisen langsamer unterwegs. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) erklärte in seiner App, es komme zu Verspätungen, und Fahrtausfälle seien möglich. In die S-Bahn konnte man zunächst auch noch nicht überall einsteigen: «Der Halt in Bad Vilbel Süd kann aufgrund von letzten Arbeiten der Beleuchtung voraussichtlich Anfang kommender Woche angeboten werden», erklärte die Sprecherin. Die neue Station in Frankfurt-Ginnheim soll zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember in Betrieb genommen werden.

Die Gesamtkosten gab die Bahn zuletzt mit rund 880 Millionen Euro an - deutlich mehr als ursprünglich veranschlagt. Baubeginn war im Dezember 2017. Die Fertigstellung erfolgt mehr als ein Jahr später als geplant. Der Ausbau soll in einer zweiten Stufe bis Friedberg weitergeführt werden. Die Bahn rechnet hierfür mit einem Baubeginn Ende 2026. Rund sechs Jahre soll die Maßnahme dauern, währenddessen es weitere Totalsperrungen geben wird. Noch besteht kein Baurecht. Erste vorbereitende Arbeiten sind nach Bahnangaben ab Ende 2025 geplant.

Bei der offiziellen Inbetriebnahme der Gleise am Montag sagte der RMV-Geschäftsführer Knut Ringat, er hoffe sehr, dass sich die Kürzungsdiskussionen im Bund nicht auf die ausstehenden Bauvorhaben rund um den Frankfurter Knoten auswirkten, über den 60 Prozent des bundesweiten Fernverkehrs liefen. Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Michael Theurer, versicherte, die Ampel-Regierung sehe einen Schwerpunkt im Bereich Schiene. Von Sparmaßnahmen gebe es «keine Spur».

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßte die Eröffnung der Gleise, kritisierte aber erneut das Bahn-Management. Insgesamt hätten Planungen und Bau rund 40 Jahre gedauert. Umleitungsfahrpläne und Ersatzverkehr hätten in Zeiten von baubedingten Vollsperrungen teilweise nicht funktioniert: «Von akzeptablen Gegebenheiten kann aus Fahrgastsicht keine Rede sein», kritisierte der hessische Landesverband.

Beim nächsten Abschnitt bis Friedberg gebe es erneut Verzögerungen: Ursprünglich sei geplant gewesen, direkt weiterzubauen. «Die Folge ist, dass die Fahrgäste, insbesondere die Pendlerinnen und Pendler aus der eine Million Menschen umfassenden Region Mittelhessen mindestens bis weit in die 30er Jahre hinein mit massiven baustellenbedingten Einschränkungen werden leben müssen», hieß es in einer Mitteilung.

© dpa
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