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Hilfe für Feldhamster: Erhaltungszucht soll Bestand stützen

Früher gab es auf manchen Feldern bis zu 1000 Feldhamster - jetzt drohen die hübschen Nager auszusterben. Eine erweiterte Zuchtstation in Mittelhessen soll helfen, ihr Überleben zu sichern.
Erweiterung für Feldhamster-Zuchtstation eröffnet
Ein Feldhamster sitzt in einer erweiterten Feldhamster-Zuchtstation einer Box. © Andreas Arnold/dpa

Weltweit und auch in Hessen ist der Feldhamster vom Aussterben bedroht - deshalb soll eine erweiterte Zuchtstation im mittelhessischen Langgöns dazu beitragen, die Bestände der Nager zu stabilisieren. Das Land Hessen stelle dafür in den kommenden sechs Jahren rund 720.000 Euro zur Verfügung, sagte Hessens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU) am Donnerstag zur Eröffnung der Erweiterung.

Dabei kam es auch zu einem ersten «Date» von Feldhamster-Männchen «Ingmar» und Feldhamster-Dame «Jette»: Unter Aufsicht von Veterinärin Julia Heinze, die die Erweiterungszucht leitet, durften sich die beiden Tiere schon einmal vorsichtig beschnuppern, bevor sie in den kommenden Tagen möglicherweise Nachkommen zeugen werden.

In der sogenannten Erhaltungszucht werden Tiere unterschiedlicher Vorkommen verpaart. Bisher geschah dies bereits mit Feldhamstern aus Wildvorkommen rund um Langgöns und dem nahe gelegenen Pohlheim. Dank der auf mehr als 200 Tiere erweiterten Haltungskapazitäten in der Station, die in ehemaligen Schweineställen eines landwirtschaftlichen Betriebs untergebracht ist, sollen nun Tiere aus weiteren Wildvorkommen hinzukommen und auch Nachkommen für weitere Schutzprojekte entstehen, beispielsweise in der Wetterau und in Südhessen. Sie werden später in der jeweiligen Feldflur ausgewildert.

Dabei setze man auf abgeteilte Flächen, auf denen das Getreide stehen gelassen wird, wie Tobias Erik Reiners sagte, Vorsitzender der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz. So können sich hübschen Nager mit dem braun-rötlichen, schwarzen und cremefarbenen Fell Vorräte für den Winter anlegen. Rund drei Kilo Futter benötigen sie dafür - eine Menge, die in heutigen Zeiten nicht mehr ins Gewicht fällt, früher aber einer der Gründe war, warum der Feldhamster lange Zeit auch bekämpft wurde - noch in den 1960er- und 1970er-Jahren galt er laut Umweltverband BUND als Plage.

Die Zahl der hessischen Feldhamster-Vorkommen sei innerhalb weniger Jahre auf aktuell nur noch 10 Gebiete geschrumpft, sagte Jung. Vor allem die intensive Landwirtschaft gilt als Problem für die Tiere, weil sie dadurch nicht mehr genügend Nahrung vorfinden, hinzu kommen die Zersiedlung und der Straßenbau, der ihre Lebensräume durchschneidet. Weil es nur noch vereinzelt Bestände gibt, droht Inzucht, der mit der Erhaltungszucht und der Verpaarung von Tieren aus unterschiedlichen Beständen entgegengewirkt werden soll. «Assistierte Migration» nennt man das.

«Es ist uns wirklich ganz wichtig, dass wir es schaffen, Landwirtschaft und Naturschutz auch gemeinsam denken zu können», sagte der Minister. Nach der Auswilderung gelte es, mit Landwirtinnen und Landwirten weiterhin zusammenzuarbeiten, damit die Tiere in den offenen Ackerlandschaften überleben können. In zwei Teil-Populationen sei bereits eine Stabilisierung der Bestände erreicht worden.

© dpa
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