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Gewerbeimmobilien-Krise: Große Investoren meiden Frankfurt

Die Immobilienkrise hat längst Büros und Einzelhandelsimmobilien erfasst, denn viele Menschen arbeiten von zu Hause und Verbraucher sparen beim Konsum. Große Investoren sind im Käuferstreik.
Bürogebäude
Büros in einem Gebäude sind hell erleuchtet. © Andreas Arnold/dpa/Symbolbild

Die Krise bei Gewerbeimmobilien hinterlässt in Frankfurt weiter tiefe Spuren. Große Investoren kauften im ersten Quartal kaum noch Objekte wie Büros und Einzelhandelsimmobilien, wie der Immobilienspezialist Jones Lang LaSalle (JLL) am Dienstag mitteilte. Demnach gab es von Januar bis März nur acht Transaktionen, so wenige in einem ersten Quartal wie seit 14 Jahren nicht mehr.

«Internationale Investoren haben in den ersten drei Monaten keine Ankäufe in der Bankenmetropole vollzogen», berichtete JLL. Üblicherweise kaufen Anleger etwa aus Asien und den USA gerne in Frankfurt, ihr Anteil liege sonst bei etwa einem Drittel des Volumens. Viele Investoren lauerten auf eine Zinssenkung der Notenbanken, erklärte JLL. Im zweiten Halbjahr werde der Markt wohl wieder anziehen.

Der Investmentumsatz lag JLL zufolge im ersten Quartal bei rund 120 Millionen Euro, rund 65 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (340 Mio Euro). Schon im vergangenen Jahr hatte es einen Einbruch auf rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz gegeben, nach gut 5,2 Milliarden 2022.

Die Krise an den Immobilienmärkten im Zuge gestiegener Zinsen trifft Gewerbeobjekte noch stärker als Wohnungen. So stehen wegen des Homeoffice-Trends viele Büros leer und strengere Energievorgaben belasten ältere Gebäude. Die Investments in Büros in Frankfurt schrumpften 2023 um fast 90 Prozent auf 347 Millionen Euro, noch stärker als im Bundesschnitt (-76 Prozent). Einzelhandelsimmobilien wiederum leiden unter dem Onlinehandel und Konsumzurückhaltung in der Inflation. Die Gewerbeimmobilien-Krise belastet inzwischen Banken, die mehr Geld für Kreditausfälle zurücklegen müssen.

Die Nachfrage nach Büros zur Miete konzentriert sich laut JLL zunehmend auf das Premiumsegment - sowohl bei Gebäudequalität als auch der Lage. Das beste Produkt in den jeweiligen Teilmärkten werde enorm nachgefragt», sagte Suat Kurt, Niederlassungsleiter JLL Frankfurt. «Das heißt im Umkehrschluss: Auch das nachhaltigste und modernste Bürogebäude wird an einem Standort mit schwacher Infrastruktur und schlechter ÖPNV-Anbindung große Probleme bei der Vermietung haben.» Ebenso gerieten Eigentümer älterer Büroimmobilien zusehends unter Druck. Gebäude, die älter seien als 20 Jahre, ließen sich so gut wie gar nicht mehr vermieten, «egal in welcher Lage sie sich befinden», sagte Kurt.

© dpa
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