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Madsen beweist bei Frederiksen Sprachtalent

Eine Wasserstoffleitung, der Grenzverkehr und der Ostseeschutz. Die Landesregierung spricht mit Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Ministern. Aber ohne Regierungschef Daniel Günther.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Madsen in Kopenhagen
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister. © André Klohn/dpa

In der Aufregung springt Claus Ruhe Madsen zwischen drei Sprachen hin und her. Erst Dänisch, dann Englisch, aber auch Deutsch. Der deutsch-dänische Wirtschaftsminister vertritt am Mittwoch kurzfristig den erkrankten Ministerpräsidenten Daniel Günther (beide CDU) bei einem Treffen mit Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen. Weil Günther während des Dänemark-Besuchs der Landesregierung mit Magen-Darm-Infekt im Hotel bleiben muss, sprang Madsen gemeinsam mit Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) und Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) in die Bresche.

Da er etwas aufgeregt gewesen sei, habe er neben ein paar deutschen Worten zwischendurch Dänisch mit Frederiksen gesprochen, sagte Madsen. «Um es verständlicher zu machen.» Der Regierungschefin habe das gefallen. «Darüber hat sie sich auch ein wenig amüsiert.» Das Protokoll hatte sich eigentlich auf Englisch verständigt. «Vermutlich hat jeder hier ein Drittel verstanden und ich alles.»

Am Dienstag waren Günther und Teile seines Kabinetts in die dänische Hauptstadt gereist. Mit dem großen Dänemark-Freund und -Versteher Günther hätte die Delegation einen maximalen Vorteil gehabt, sagte Madsen. «Wir haben trotzdem einen ganz guten Job gemacht.»

Bei dem knapp halbstündigen Treffen im Staatsministerium ging es um die Zusammenarbeit. «Wir konnten die für uns wichtigen Themen aus schleswig-holsteinischer Sicht einmal anbringen», sagt Madsen. Die Landesregierung habe sich bei der dänischen Regierung bedankt für ihre Geduld mit Deutschland beim Bau des Ostseetunnels. Schleswig-Holstein sehe darin die große Chance, Hamburg und Kopenhagen näher zusammen zu bringen - und Schleswig Holstein liege dann mittendrin. Er habe Frederiksen eine Gegeneinladung nach Schleswig-Holstein ausgesprochen. Sie habe zwar nicht spontan zugesagt, aber: «In der Tat hat sie dazu genickt.»

Goldschmidt sprach von einem offenherzigen, sportlichen Gespräch. «Wir haben eine sehr gut informierte Ministerpräsidentin erlebt.» Er habe deutlich gemacht, dass die gemeinsame Wasserstoffleitung Hyperlink ein zentrales Anliegen der Regierung sei und für eine Finanzierungszusage Dänemarks geworben. «Die Ministerpräsidentin hat das verstanden und genickt.» Zudem sei es um einen besseren Ostseeschutz gegangen. «Ich habe mich sehr gefreut, dass Frau Frederiksen ganz klar gemacht hat, dass es eine gemeinsame Verantwortung ist, einen besseren Ostseeschutz zu machen.»

Thema war bei dem Treffen auch der grenzübergreifende Katastrophenschutz. «Aber gerade die Sturmflut Ende Oktober hat gezeigt, dass wir noch durchaus besser werden können», sagte Sütterlin-Waack. Es sei zudem um den Abbau von Hindernissen im grenzüberschreitenden Verkehr gegangen. Dazu sei eine Arbeitsgruppe geplant. Außerdem trafen die Minister am Mittwoch auch Justizminister Peter Hummelgaard und Wirtschaftsministerin Stephanie Lage.

Fokus Energiewende

Schleswig-Holstein setzt bei der Energiewende wie Dänemark auf grünen Wasserstoff und auf eine bessere Vernetzung. «Wir dürfen keine Bremsklötze gegenseitig sein, sondern wir müssen es ermöglichen, dass sich Energie in Europa bewegt», sagte Madsen nach einem Treffen mit Unternehmen aus der Energiebranche. Das kleine Dänemark produziere enorm viel grüne Energie, die das Land exportieren wolle. «Das ist ein Thema, das wir auch in Schleswig-Holstein haben.» Es müssten gemeinsame Strategien für Speicherung und Umwandlung von grünem Strom entwickelt werden. Sein großer Wunsch sei, dass künftig gar kein Gefühl einer Grenze im Energiebereich vorhanden sei.

Die dänische Wirtschaft erwarte festgelegte Preise für den Energieexport nach Deutschland, sagte Madsen. Letztendlich müssten sich die Regierungen in Berlin und Kopenhagen über den Ausbau der Leitungen und anderer Infrastruktur verständigen. «Dänemark ist ein kleiner Abnehmer-, aber ein sehr großer Produktionsmarkt.» Schleswig-Holstein habe eine ähnliche Situation.

Lernen kann Deutschland nach Ansicht von Madsen von Dänemark bei den Energiepreisen. Im Nachbarland erführen die Bürger per Nachricht oder über eine App, wann Strom gerade günstig oder kostenlos sei oder sogar Geld gutgeschrieben werde. «Das heißt, alle Dänen schmeißen die Waschmaschine an.»

Der Präsident der Deutsch-Dänischen Handelskammer, Jens-Henrik Stilhoff Nicolaisen, betonte, beide Regionen eine mehr als sie unterscheide. «Schleswig-Holstein und Dänemark haben mehr gemeinsam als Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.»

Zum Abschluss des Dänemark-Besuchs steht am Donnerstag ein Treffen mit Transportminister Thomas Danielsen und ein Besuch des Bundes der Nordschleswiger an. Ob mit oder ohne Günther, das war am Mittwoch noch unklar.

© dpa ⁄ André Klohn, dpa
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