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KI: Chance und Herausforderung für den Tourismus

Katzen in berühmten Kunstwerken und die Stimme des Bundeskanzlers - beim Nordseetourismustag hat die Branche viele Einblicke in den Einsatz von Künstlicher Intelligenz erhalten. Warnungen gab es auch.
Nordseeküste
Touristinnen und Tourstien sitzen bei sonnigem Wetter in Strandkörben am Strand der Insel Wangerooge. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Tourismusbranche an der Nordsee beschäftigt sich zunehmend mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI). «Da stecken Riesen-Chancen drin», sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Tourismus-Agentur Nordsee, Wittmunds Landrat Holger Heymann (SPD) am Donnerstag beim Nordseetourismustag in Bremerhaven vor rund 200 Vertreterinnen und Vertretern aus der Tourismusbranche.

Der KI-Experte Jens Polomski zeigte in seinem Vortrag zahlreiche Möglichkeiten, wie KI-Tools bei der Erstellung etwa von Tourismuskonzepten, Bildern und Videos hilfreich sein könnten. «Der Übergang von Text zu Bild und von Bild zu Text wird immer einfacher und fließender», erklärte er. Auch mit Stimmen könne viel experimentiert werden, sagte er und präsentierte die vermeintliche Stimme des Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD). «Die Technologie entwickelt sich hier rasant weiter.» Die Bedeutung solcher Möglichkeiten wachse. «Wir werden immer mehr KI nutzen, ob bewusst oder unbewusst.»

Der Tech-Journalist und Podcast-Produzent Thomas Riedel warb in seinem Vortrag darum, den KI-Hype kritisch zu hinterfragen. «KI ist schon seit Jahrzehnten im praktischen Einsatz», sagte er mit Verweis zum Beispiel auf Satelliten-Navigation. Es sei wichtig, neue Werkzeuge kritisch zu beleuchten, denn es gehe auch um Geld und die Macht großer Unternehmen.

Franziska Albers vom Unternehmen Teejit verwies darauf, dass die Gesellschaft beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz eine große Verantwortung habe. Es gebe das Risiko, dass sich Macht weiter konzentriere und die Schere zwischen Arm und Reich größer werde. Daher seien Transparenz und Regularien wichtig.

Gleichzeitig zeigte Albers große Chancen. So könnten dank KI Informationen schnell in andere Sprachen übersetzt werden, auch Gebärdensprache sei live möglich. Im Umgang mit internationalen Gästen hat die Tourismusbranche demnach viele neue Möglichkeiten. Grundsätzlich kann KI helfen, Menschen zu verbinden und persönlicher anzusprechen. Bei Extremwetterereignissen könnten Menschen mittels Künstlicher Intelligenz früh und umfassend informiert und Besucherströme gelenkt werden. Während ihres Vortrags präsentierte Albers mehrfach einen Avatar - eine mittels KI erstellte virtuelle Frau -, der für das Unternehmen Veranstaltungen moderiert.

«Es ist kein entweder oder, sondern ein sowohl als auch», sagte Albers mit Blick auf die Chancen und Risiken der neuen technischen Möglichkeiten. «Künstliche Intelligenz ist ein Instrument, es ist ein Tool. Wir sind in der Verantwortung, es richtig zu nutzen.»

Isabella Graf von der Marketingorganisation WienTourismus in Österreich berichtete davon, wie Künstliche Intelligenz bei der Werbung für Kunst in Wien eingesetzt wurde. Dabei produzierte die Tourismusorganisation der Stadt Wien KI-generierte Bilder im Stil der österreichischen Maler Gustav Klimt und Egon Schiele - mit Katzen in den Bildern. Die Bilder wurden in den USA gezeigt und sorgten demnach für viel Aufsehen - sie waren verbunden mit der Aufforderung, nach Wien zu kommen, um die Originale zu sehen. «Sei verspielt wie eine Katze. Klau wie ein Künstler. Bleib am Ball», gab Graf den Gästen des Nordseetourismustages als Tipps im Umgang mit Künstlicher Intelligenz mit.

Die Veranstaltung unter dem Titel «Unsere neue Kollegin KI - Künstliche Intelligenz als Fluch und Segen für den Tourismus» wurde von der Tourismus-Agentur Nordsee GmbH (Tano) organisiert. Die Tano wurde Anfang 2022 von sieben Landkreisen und zwei kreisfreien Städten gegründet. Sie vertritt touristisch geprägte Städte und Küstenorte an der niedersächsischen Nordsee, die sieben Ostfriesischen Inseln und die Seestadt Bremerhaven.

© dpa
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