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KaDeWe-Gruppe mit Alsterhaus meldet Insolvenz an

Seit mehr als 100 Jahren flanieren Hamburgerinnen und Hamburger am Jungfernstieg am Alsterhaus vorbei. Die Gewerkschaft Verdi kann sich die Hansestadt nicht ohne das Kaufhaus vorstellen.
KaDeWe-Gruppe meldet Insolvenz an
Aussenansicht des Kaufhaus Alsterhaus der KaDeWe Group GmbH. © Christian Charisius/dpa

Die KaDeWe-Gruppe mit dem Hamburger Luxuskaufhaus Alsterhaus hat Insolvenz angemeldet. Der Betrieb der Häuser gehe aber weiter, teilte das Unternehmen am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit. Beantragt wurde demnach ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das Handelsunternehmen betonte, dass vor allem die Mieten an den drei Standorten das Geschäft belasten. Sie machten «ein nachhaltiges, ertragreiches Wirtschaften nahezu unmöglich», hieß es.

Neben dem Alsterhaus mit seinen 24 000 Quadratmetern Verkaufsfläche gehören zu der Gruppe die Kaufhäuser KaDeWe in Berlin und Oberpollinger in München.

Die Insolvenz des Handelsunternehmens The KaDeWe Group GmbH folgt wenige Wochen, nachdem das Signa-Firmengeflecht des österreichischen Investors René Benko in Schieflage geriet. Signa ist an der KaDeWe-Gruppe beteiligt. Die KaDeWe-Gruppe ist die Betreiberin der Häuser in Berlin, Hamburg und München. René Benko ist über Signa ihr Vermieter.

Nach der Insolvenz verlangt die Gewerkschaft Verdi Jobsicherheit und planbare Perspektiven für die rund 200 Beschäftigten des Hamburger Traditionshauses. «Da ist jetzt das Management gefragt», sagte die zuständige Fachbereichsleiterin im Verdi-Bezirk Hamburg, Heike Lattekamp, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Insolvenz in Eigenverwaltung anstatt mit Hilfe eines Insolvenzverwalters beantragen in der Regel Unternehmen, die gute Aussichten haben, den Geschäftsbetrieb fortzuführen.

Die Chancen für einen Erhalt des 1912 eröffneten Hauses am Jungfernstieg stehen aus Verdis Sicht gut. «Aus unserer Sicht hat Alsterhaus auf jeden Fall eine Zukunft in dieser Stadt - und gehört zu dieser Stadt», sagte Lattekamp. «Alsterhaus ist ein Stück Hamburg.»

Eröffnet wurde das seit Gründung extravagante Haus als Warenhaus Hermann Tietz. Seinen heutigen Namen Alsterhaus erhielt es während der Nazi-Diktatur 1936. Die jüdische Gründerfamilie Tietz musste «wie viele andere vor den Nazis ins Ausland fliehen», heißt es in einer Kurzchronik des Hauses. «Systematisch war ihr Warenhaus von der Wirtschaftspolitik des NS-Regimes in den Ruin getrieben worden.»

50,1 Prozent der KaDeWe Group gehören der Central Group der thailändischen Familie Chirathivat, 49,9 Prozent der Signa Retail, zu der auch Galeria Karstadt Kaufhof gehört. Die Signa Retail hatte Ende November angekündigt, ihr Geschäft geordnet abzuwickeln. Galeria Karstadt Kaufhof beantragte vor drei Wochen ein Insolvenzverfahren.

KaDeWe-Geschäftsführer Michael Peterseim hatte sich noch Ende November zuversichtlich gezeigt, dass die Gruppe nicht in den Sog der Signa-Krise geraten würde. «Operativ machen wir einen herausragenden Job. Alle Häuser verzeichnen auch in volkswirtschaftlich schwierigen Zeiten steigende Umsätze», sagte Peterseim nun laut Mitteilung.

Der Mitteilung von Montag zufolge hat die KaDeWe-Gruppe im Geschäftsjahr 2022/2023 einen Umsatz von knapp 728 Millionen Euro erwirtschaftet - ein Plus von fast 24 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Geschäftsjahr 2018/2019. Die Gruppe beschäftigt eigenen Angaben zufolge etwa 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im KaDeWe in Berlin. Hinzu kommen etwa 200 Beschäftigte im Alsterhaus, etwa 300 Beschäftigte im Oberpollinger und weitere rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Berliner Unternehmenszentrale.

© dpa
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