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Haus & Grund: Innenstädte brauchen kommunale Investitionen

In vielen Innenstädten in Schleswig-Holstein gibt es Leerstände. Der Verbandsvorsitzende von Haus & Grund, Alexander Blažek, sieht die Städte in der Pflicht. Ohne Investitionen keine Verbesserung.
Zukunft der Innenstädte in Schleswig-Holstein
Wasser fließt durch den «Kleinen-Kiel-Kanal» in der Innenstadt. © Frank Molter/dpa

Viele Innenstädte in Schleswig-Holstein haben schon bessere Zeiten gesehen. Über Leerstände, schwindendes Sicherheitsgefühl und nachlassende Aufenthaltsqualität wird nicht nur aus der Landeshauptstadt Kiel berichtet. Aus Sicht des Verbandsvorsitzenden von Haus & Grund, Alexander Blažek, sind die Städte in der Pflicht, den ersten Schritt zur Besserung zu unternehmen. «Die Städte haben den öffentlichen Raum über Jahrzehnte sträflich vernachlässigt.» In der Kieler Fußgängerzone Holstenstraße zum Beispiel sei jahrzehntelang nichts passiert. Eine positive Ausnahme in Schleswig-Holstein sei die Flensburger Fußgängerzone, die sehr sorgfältig hergerichtet wurde, die eine hohe Aufenthaltsqualität und viel Außengastronomie biete, sagte Blažek.

In Kiel habe sich mit dem Bau des Holstenfleets zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel inzwischen etwas verbessert. Dort hätten die Eigentümer der Immobilien in der Folge auch investiert. Doch schon wenige Meter weiter in der oberen Fußgängerzone sei die Situation mit vielen Leerständen weiterhin schlecht.

Aus Blažeks Sicht fehlt Kiel eine langfristige städtebauliche Idee und vor allem die Öffnung der Innenstadt zum Wasser. «Wir haben zwar die Nähe zum Wasser, aber wir kommen nicht hin». Wenn der Industriehafen verlegt würde, wie unter anderem in Aarhus und Kopenhagen, könnte Kiel eine ganz andere Qualität erreichen. «Das ist der Gamechanger, um die Innenstadt zu vitalisieren. Die Skandinavier haben es vorgemacht.» Eine der besten Lagen in Kiel werde derzeit für einen Parkplatz am Ostseekai verschwendet.

In den Innenstädten fehle es außerdem an Wohnbevölkerung. Bei der Umwandlung von Büros, die heute weniger gebraucht werden, zu Wohnungen, seien aber nicht nur die Eigentümer gefragt. Auch die Politik müsse aktiv werden, besonders bei den rechtlichen Rahmenbedingungen, beispielsweise zum Lärmschutz in Bezug auf Gastronomie.

Beim Verkehr plädiert Blažek für Lösungen, die den Verzicht auf das Auto in den Innenstädten ermöglichen. Dazu gehören aus seiner Sicht Parkmöglichkeiten am Rande der Stadt und ein guter öffentlicher Nahverkehr. Auch hier helfe der Blick nach Dänemark, sagte Blažek. «Die haben es hinbekommen.» Man müsse den Autofahrern ein Angebot machen. «In Kiel und anderen Städten vermisse ich ein attraktives Park-And-Ride-Angebot.»

Die Probleme der Landeshauptstadt finden sich nach Blažeks Angaben in vielen anderen Städten des Landes wieder. «Das lässt sich eins zu eins übertragen, denn auch in den Kreisstädten ist der öffentliche Raum nicht sonderlich attraktiv.» In Heide zum Beispiel werde der große Marktplatz als Parkplatz benutzt. Der Raum werde verschenkt, der Platz habe überhaupt keine Aufenthaltsqualität.

© dpa
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