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Hamburg will mit Aktionsplan Integrationsmetropole werden

Jeder achte Mensch in Hamburg lebt mit einer Behinderung. Seit 2012 gibt es in der Hansestadt einen Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention - jetzt in dritter Fortschreibung.
Melanie Schlotzhauer
Melanie Schlotzhauer, Sozialsenatorin von Hamburg. © Joerg Carstensen/dpa

Mit 66 konkreten Maßnahmen zur besseren Teilhabe behinderter Menschen will Hamburg dem Ziel «Inklusionsmetropole» näherkommen. Das sieht ein neuer Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor, den Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer am Dienstag im Rathaus vorgestellt hat.

«Tatsächlich lebt in dieser Stadt jeder Achte mit einer Behinderung», sagte die SPD-Politikerin. Teilhabe sei aber nicht nur ein Thema für die mehr als 240.000 Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige, sondern für die gesamte Stadtgesellschaft, «denn der überwiegende Teil der Behinderungen wird im Laufe des Lebens erworben». Nur etwa 3,3 Prozent der Behinderungen seien angeboren.

Eine konkrete Maßnahme in der mittlerweile dritten Fortschreibung des Landesaktionsplanes ist die Stärkung des Kompetenzzentrums für ein barrierefreies Hamburg. Es soll regelhaft und frühzeitig in die Planungsprozesse der Behörden eingebunden werden und sie bei Fragen in den Bereichen Verkehr, Hochbau, Stadtentwicklung oder Kommunikation beraten. So könnten die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen von Anfang an mitgeplant werden, sagte die Senatorin.

Zudem bekennt sich Hamburg zu dem Ziel, mehr barrierefreie Gebäude und Wohnungen zu schaffen und bei der Mobilitätswende die Rechte behinderter Menschen stärker zu berücksichtigen. Die Jugendberufsagentur soll dem Aktionsplan zufolge inklusiver ausgerichtet werden, um auch den Bedürfnissen junger Menschen mit Behinderungen besser gerecht zu werden. Außerdem soll der barrierefreie Zugang zur medizinischen Versorgung - etwa durch die behindertengerechte Ausrüstung von Arztpraxen - verbessert werden.

Die Erarbeitung des neuen Aktionsplans erfolgte in einem mehrstufigen Beteiligungsverfahren mit Experteninterviews, Arbeitsgruppen und Online-Umfragen. Insgesamt kamen den Angaben zufolge über 1800 Vorschläge zusammen, aus denen dann die 66 konkreten Maßnahmen nach festen Zielvorgaben entwickelt wurden.

Auf dem Weg zur Inklusionsmetropole habe Hamburg seit der Verabschiedung des ersten Landesaktionsplans 2012 etwa ein Drittel der Strecke zurückgelegt, sagte Kerrin Stumpf vom Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen, die an der Erarbeitung des Plans beteiligt war. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sei ein langer Weg. «Es ist wirklich unglaublich, welche Geduldsprobe den Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen zugemutet wird.» Dennoch habe Hamburg in Sachen Inklusion einen guten Ruf. «Hier ist immer viel gemacht worden», sagte Stumpf. «Da ist aber auch noch viel Musik drin - und deshalb bleiben wir dran.»

© dpa
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