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Erzbistum Hamburg baut Sophien-Campus: Grundstein ist gelegt

2018 sorgte die angekündigte Schließung mehrerer katholischer Schulen in Hamburg für Aufregung. Nun hat das Erzbistum den Grundstein für einen Schulneubau in Barmbek gelegt.
Grundsteinlegung
Die Baustelle des zukünftigen «Sophien-Campus» des Erzbistums Hamburg. © Marcus Brandt/dpa

Nach der schmerzhaften Schließung mehrerer katholischer Schulen hat das Erzbistum Hamburg am Donnerstag einen freudigen Tag gefeiert: Im Stadtteil Barmbek ist der Grundstein für den 25 Millionen Euro teuren Sophien-Campus gelegt worden. Das Gebäude der dreizügigen katholischen Vor- und Grundschule für 360 Kinder am Mesterkamp-Quartier mit integrierter Kita, Mensa, Aula, Differenzierungsräumen, Raum der Stille, grünem Klassenzimmer sowie Sporthalle solle dem Anspruch moderner Pädagogik und Didaktik gerecht werden, wie das Erzbistum Hamburg mitteilte. Der 1958/59 errichtete Altbau war im Juni 2023 abgerissen worden. Die Kinder der Sophienschule wurden vorübergehend in einem anderen Gebäude untergebracht.

«Heute legen wir den Grundstein für ein schönes neues Haus», sangen Jungen und Mädchen der Sophienschule an dem Ort, der einmal ihre neue Schule werden soll. Zusammen mit Generalvikar Pater Sascha-Philipp Geißler, Schulleiterin Beatrice Lipschütz und Schul-Abteilungsleiter Christopher Haep setzten sie bei strahlendem Sonnenschein eine mit aktueller Tageszeitung, Schulchronik, Münzen und Bildern befüllte Kupferkapsel in das Mauerwerk im Untergeschoss ein.

An einer bereits errichteten Wand zeigten große Bilder, wie der Sophien-Campus einmal aussehen soll. «Wir legen heute nicht nur den ersten Grundstein fürs Lesen, Schreiben und Rechnen, wir legen zugleich auch einen Grundstein für christliche Werte, für Verantwortung und Nächstenliebe, für Respekt und Toleranz», sagte Lipschütz. «Die Kinder werden hier - von der Krippe bis zur vierten Klasse - prägende Jahre erleben.»

Die Summe der geplanten Gesamtinvestitionen des Erzbistums Hamburg für die Schulentwicklung liegt den Angaben zufolge bei mehr als 150 Millionen Euro. Davon seien etwa 135 Millionen Euro für die katholischen Schulen in Hamburg vorgesehen. «Wir gehen derzeit davon aus, bis Ende 2028 einen Großteil der Entwicklungsmaßnahmen umgesetzt zu haben», sagte Haep.

Gerade vor dem Hintergrund der schwierigen Entscheidungen aus dem Jahre 2018, einzelne Schulstandorte in der Hansestadt aufzugeben, sei diese zugesagte Schulentwicklung des Erzbistums von großer Bedeutung, hieß es. Das katholische Schulsystem in der Hansestadt werde nun zukunftsfähig aufgestellt.

2018 hatte der Entschluss des Erzbistums für Schlagzeilen gesorgt, wegen finanzieller Schwierigkeiten sechs Schulen im Stadtgebiet zu schließen. Die Domschule St. Marien, die Katholische Schule St. Marien Eulenstraße, die Katholische Schule Altona, die Katholische Schule Neugraben und die Franz-von-Assisi-Schule sind bereits zu. Das Niels-Stensen-Gymnasium wird es ab Sommer 2025 nicht mehr geben. In das Gebäude zieht die Katholische Schule Harburg, die als Vor- und Grundschule erhalten bleibt. Der Stadtteilschulzweig dieser Schule wird im kommenden Jahr beendet. Ab dem Schuljahr 2025/26 wird es dann nur noch 15 katholische Schulen in Hamburg geben.

Die damals getroffene Entscheidung beruhte laut Erzbistum auf einer detaillierten Analyse der notwendigen baulichen Investitionsbedarfe, der Entwicklungsfähigkeit der Schulstandorte sowie der wirtschaftlichen und systemischen Tragfähigkeit.

Auch die Zukunft der Sophienschule war vor einigen Jahren ungewiss. Doch das Erzbistum Hamburg erhielt eine Millionenspende für den Schulstandort, man entschied sich für einen Neubau. Diese Grundsteinlegung sei daher auch ein wichtiges Signal, dass das Erzbistum Hamburg zu diesem Schulsystem stehe, sagte der Generalvikar. Anfang Mai sollen auch Pläne für Neu- und Erweiterungsbauten auf dem Gelände der Katholischen Bonifatiusschule Wilhelmsburg vorgestellt werden.

«Die wirtschaftliche Konsolidierung und die Investitionen des Erzbistums gehen Hand in Hand», erklärte Schul-Abteilungsleiter Haep. «Wir arbeiten mit Augenmaß und über einen langfristigen Zeitraum an dem Ziel einer ausgeglichenen Bilanz bei gleichzeitiger Investition in die Zukunft.» Klar sei aber auch: «Das kann auch zukünftig nur mit mäzenatischer Unterstützung gelingen.»

Insgesamt werden im kommenden Schuljahr voraussichtlich rund 6200 Schülerinnen und Schüler eine katholische Schule in der Hansestadt besuchen. Das Erzbistum ist der größte Privatschulträger der Stadt. Mit durchschnittlich 57 Prozent stellen die katholischen Schülerinnen und Schüler die mit Abstand größte konfessionelle Gruppe dar. 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen sind evangelisch, 23 Prozent gehören einer anderen oder keiner Konfession an. Das Schulgeld ist sozial gestaffelt.

© dpa
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