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Aurubis-Schichtmeister: Silberherstellung streng überwacht

Wie können Diebe rund 5000 Kilo Rohsilber vom Werksgelände der Hamburger Aurubis AG schaffen? Zwei Schichtmeister schildern als Zeugen im Prozess gegen sechs Männer die hohen Sicherheitsstandards. Dabei kommt auch ein früherer Fall zur Sprache.
Prozess um Rohsilber-Diebstahl bei Aurubis
Die Angeklagten und ihre Anwälte stehen im Gerichtssaal. © Christian Charisius/dpa

Die umfangreichen Rohsilber-Diebstähle beim Hamburger Kupferhersteller Aurubis waren wohl nur mit Insider-Wissen von den Produktionsabläufen und Sicherheitskontrollen möglich. Der Transport der Behälter und Mulden mit den sogenannten Rohsilberfegseln und anderen Metallen sei immer wieder kontrolliert und protokolliert worden, sagte ein Schichtmeister von Aurubis am Dienstag als Zeuge im Prozess vor dem Landgericht. Die Behälter hätten in einer kameraüberwachten Halle gestanden. Bevor ein Container das Werksgelände verließ, sei er von der Werksfeuerwehr, die auch für die Sicherheit zuständig war, überprüft worden, erklärte der 59-Jährige.

Die sechs Angeklagten sollen zwischen Februar 2020 und Januar 2021 Zwischen- und Nebenprodukte vom Aurubis-Firmengelände im Stadtteil Veddel abtransportiert haben. Das gestohlene Material soll laut Anklage rund 5000 Kilo Silber und Gold im Wert von insgesamt elf Millionen Euro enthalten haben. Die Beute sollen sie an bislang unbekannte Abnehmer verkauft haben. Ein Großteil des Diebesgutes sei zur Analyse und weiteren Verwendung an metallverarbeitende Betriebe in der türkischen Metropole Istanbul versandt worden, hieß es.

Die Anklage wirft vier Männern im Alter von 34 bis 49 Jahren schweren Bandendiebstahl oder gewerbsmäßige Hehlerei vor, zwei weiteren Beschuldigten im Alter von 33 und 50 Jahren Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl. Es geht um zwölf Straftaten. Die Angeklagten sollen zum Teil bei Aurubis oder Fremdfirmen, die auf dem Werksgelände tätig waren, gearbeitet haben.

Ein anderer Schichtmeister erklärte am Dienstag als Zeuge das Entstehen der Rohsilberfegsel. Beim Gießen des Materials in Formen spritze meist etwas daneben. Die erkalteten Spritzer müssten vom zuständigen Mitarbeiter mit Schaufel und Schubkarre eingesammelt werden. Außerdem breche beim Stürzen der erkalteten Silberbarren an den Kanten ein Grat ab, der ebenfalls wiederverwendet werde. Dass diese Reste tatsächlich immer erfasst und gewogen würden, konnte der 63-Jährige, der sich nach eigenen Angaben bereits in Altersteilzeit befindet, nicht sicher sagen.

Der Zeuge erinnerte sich an eine frühere Diebstahlserie im Jahr 2011 oder 2012. Es sei Material in einem Anprallschutz an einer Betonsäule entdeckt worden. Das geheime Depot sei unbemerkt geleert und wieder gefüllt worden. Der Werkschutz habe nach Wochen einen Mitarbeiter erwischt, der das Rohsilber in kleinen Mengen aus dem Betrieb schaffte. Nach dem Fall seien die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden.

Auf Bitten des Vorsitzenden Richters sah sich der Schichtmeister im Gerichtssaal um und erkannte einen der Angeklagten als ehemaligen Mitarbeiter seiner Schicht. Der Zeuge machte keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen den Mann. «Ich hatte die Nase voll von einem Kollegen, der so oft fehlte», sagte der ehemalige Vorgesetzte. Aurubis habe versucht, diesen Mitarbeiter mit einer Abfindung loszuwerden, womit der aber nicht einverstanden gewesen sei.

© dpa
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