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Abrissarbeiten bei der Sternbrücke beginnen am Montag

Mit dem Planfeststellungsbeschluss zum umstrittenen Neubau der Hamburger Sternbrücke in der Tasche will die Bahn am Montag mit Abrissarbeiten beginnen. Genau das wollten Initiativen verhindern.
Pressekonferenz der Initiative Sternbrücke
Die Sternbrücke an der Max-Brauer-Allee. © Rabea Gruber/dpa

Die Deutsche Bahn beginnt trotz eindringlicher Bitten von Bürgerinitiativen Anfang kommender Woche mit Abrissarbeiten an der Sternbrücke in Hamburg-Altona. Ein Bahnsprecher sagte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur, es handele sich um Abrissarbeiten, die sowieso gemacht werden müssten, zunächst seien nur direkt angrenzende Gebäude betroffen, die der Bahn gehörten. «Damit fangen wir am Montag an.» Konkret gehe es um Liegenschaften, in denen früher der Club Waagenbau und eine Autowerkstatt untergebracht waren.

«Im Laufe der nächsten Woche bis zum Ende der Fällperiode beginnt auch die Fällung erster Bäume entlang der Bahntrasse sowie weiterer Bäume auf der Brammer-Fläche.» Die Rede war von 40 von insgesamt 86 Bäumen. Sie würden durch Nachpflanzungen an anderer Stelle ersetzt.

Zuvor hatten Initiativen die Bahn gewarnt, vor Ablauf der Klagefrist Fakten zu schaffen. Gleichzeitig appellierten sie am Freitag an die Politik, einen Baustopp zu unterstützen, bis rechtlich abschließend geklärt sei, ob der seit Dienstag vorliegende Planfeststellungsbeschluss ordentlich sei, sagte der Sprecher der Initiative Sternbrücke, Axel Bühler. «Das gebietet aus unserer Sicht die politische Hygiene, der faire Umgang mit dem Verfahren.» Bis zum Planfeststellungsbeschluss habe es vier Jahre gedauert. Nun müsse wenigstens vier Wochen bis zum Ablauf der Klagefrist mit dem Fällen von Bäumen oder dem Abriss von Häusern gewartet werden.

Das Eisenbahnbundesamt hatte den fast 400-seitigen Feststellungsbeschluss zur Sternbrücke am Dienstag veröffentlicht. Demnach kann die Bahn die fast 100 Jahre alte und von täglich mehr als 900 S-Bahnen, Regional- und Fernzügen passierte Brücke durch eine 108 Meter lange und 21 Meter hohe, stützenfreie Stabbogenkonstruktion ersetzen.

Um das tun zu können, müssen nach Angaben der Bahn unter anderem bis Ende Mai fünf Gebäude sowie zwei Anbauten abgerissen werden. Zwei weitere Gebäude sollen später abgerissen werden. Mehrere Musikclubs und Gewerbebetriebe sind bereits ausgezogen. Die Kosten für die neue Brücke werden bislang auf rund 125 Millionen Euro taxiert.

«Natürlich gehen wir vor Gericht», betonte der Sprecher der Initiative Sternbrücke, Bühler. Der Sprecher des klagenden Umweltverbands Prellbock Altona, Michael Jung, sagte, es werde damit gerechnet, dass Bahn und Stadt mit ihrer «Monsterbrücke» vor Gericht scheiterten.

Bühler wies auch darauf hin, dass mehr als 600 Menschen bereits mehr als 40.000 Euro für Gerichtskosten gespendet und fast 20.000 Menschen eine Petition unterzeichnet hätten. Hinzu kämen rund 60 Organisationen, Vereine und Unternehmen aus der ganzen Stadt sowie mehr als 200 Einzelpersonen, die ihre Unterstützung zugesichert hätten.

Sie alle wollten keinen «Flugzeugträger im Wohngebiet», sagte Bühler. Aus ihrer Sicht sollte es eine Ausschreibung geben, in der in einem Wettbewerb zum einen eine Sanierung der bestehenden Brücke sowie ein Neubau untersucht werden.

Unterstützung erhalten die Initiativen von den Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft. Deren verkehrspolitische Sprecherin Heike Sudmann sprach von einem schäbigen Umgang mit Betroffenen. Es sei nicht einmal klar, ob es überhaupt ausreichend Bundesmittel für den Brückenbau gebe. «Bis heute liegt keine aktuelle Straßenverkehrsplanung vor und somit auch kein Nachweis, dass dieses komplett überdimensionierte Bauwerk überhaupt erforderlich ist.»

Im Planfeststellungsbeschluss heißt es, dass die Entscheidung sofort vollziehbar sei. «Für Klagen Dritter gegen die planrechtliche Zulassungsentscheidung gibt es somit keine aufschiebende Wirkung.» Der Bahnsprecher sagte, mit dem Rückbau der Brücke selbst werde voraussichtlich im Sommer 2026 begonnen, wenn der neue Überbau fertiggestellt sei und eingebaut werden könne. Ziel sei es, die Baumaßnahme in den Sommerferien zu bündeln, um die Einschränkungen für den Verkehr so gering wie möglich zu halten. Der Bahn-Sprecher sicherte zu, dass der Verkehr im Bezirk trotz der baustellenbedingten Einschränkungen weiterlaufen könne. «Vollsperrungen reduzieren wir auf ein Minimum.»

© dpa
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