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Wirtschaft der Hauptstadtregion fordert Fachkräfte-Strategie

In der Berlin und Brandenburg sucht die Wirtschaft händeringend nach Fachkräften und setzt dabei vor allem auf Zuwanderung. In Brandenburg fehlen vor allem Pflegekräfte, auch diese sollen im Ausland angeworben werden.
IHK-Wirtschaftskonferenz Berlin-Brandenburg
Sebastian Stietzel (l-r), IHK-Vorsitzender Berlin, Franziska Giffey (SPD), Wirtschaftssenatorin in Berlin, Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin, und Ina Hänsel, Präsidentin IHK Potsdam, kommen zur IHK-Wirtschaftskonferenz für die Hauptstadtregion. © Monika Skolimowska/dpa

Die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg will eine gemeinsame Strategie beider Bundesländer zur Gewinnung von Fachkräften. «Der Fachkräftemangel wird mittlerweile in allen Unternehmen als Problem Nummer eins benannt», sagte Ina Hänsel, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft brandenburgischer Industrie- und Handelskammern (IHK), am Freitag auf einer gemeinsamen Wirtschaftskonferenz mit der Berliner IHK. Die Folge seien Schließungen von Gaststätten, Handwerker und andere Unternehmen müssten Aufträge teils ablehnen.

«Wir brauchen geregelte Zuwanderung von Auszubildenden und Fachkräften aus dem Ausland», betonte Hänsel. Es sei den Unternehmen nicht zuzumuten, die aufwendigen Formalitäten für die Beschäftigung von ausländischen Fachkräften auch noch zu erledigen. «Dafür brauchen sie Unterstützung», sagte Hänsel.

Dem stimmte auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zu. «Wir haben es lange Menschen zu leicht gemacht, illegal in unser Land zu kommen, und wir haben es Menschen zu schwer gemacht, die wir als Fachkräfte brauchen», sagte er. Es gebe aber nicht nur einen Fachkräfte-, sondern auch einen Arbeitskräftemangel. «Uns fehlen auch Menschen, die einfache Arbeiten erledigen», klagte Wegner.

Fachkräfte aus dem Ausland anwerben

Die Politik müsse es vor allem kleineren Firmen erleichtern, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, sagte auch Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD). Er sprach indirekt auch das Treffen von AfD-Funktionären mit rechten Aktivisten im November in Potsdam an, über das zuerst das Medienhaus Correctiv berichtet hatte. «Wir brauchen Weltoffenheit, Toleranz, Freiheit und Demokratie», betonte Woidke. «Wenn ausländische Fachkräfte hören, dass hier in Deutschland Ausländer deportiert werden sollen - dann müssen wir deutliche Zeichen dagegensetzen!»

Ein großes Potenzial liege auch darin, Langzeitarbeitslose in Arbeit zu bringen, ergänzte Woidke. Er verwies auf Erfolge des US-Elektroautobauers Tesla in dem Werk in Grünheide. «Dort arbeiten rund tausend ehemalige Langzeitarbeitslose, vor allem aus Berlin», sagte Woidke. «Dafür müssen wir die Menschen motivieren.»

Der Berliner IHK-Präsident Sebastian Stietzel sagte, die Hauptstadtregion habe das Potenzial, ein führender Standort für Hochtechnologie und erneuerbare Energien zu werden. «Dafür müssen wir nicht nur die Verbindung von Wissenschaft intensivieren und Ideen rasch in die Praxis umsetzen, sondern vor allem herausragende Talente anziehen.»

Brandenburg will mehr Pflegekräfte aus dem Ausland

In Brandenburg fehlen vor allem Kräfte in der Pflege: Bis zum Jahr 2030 seien allein in der Altenpflege etwa 32 000 neue Beschäftigte erforderlich, sagte Woidke am Freitag nach einem Fachgespräch mit Kliniken und Verbänden in der Staatskanzlei. «Durch eigenen Nachwuchs können wir das nicht stemmen», sagte Woidke. «Deshalb brauchen wir geordneten und gezielten Zuzug und Zuwanderung, um vor allem auch in der Pflege und in unseren medizinischen Einrichtungen genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden.»

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Anteil ausländischer Pflegekräfte in Brandenburg mit 4,3 Prozent in der Altenpflege und 3,8 Prozent in der Gesundheits- und Krankenpflege bislang gering. Der Bundesdurchschnitt in der Altenpflege liege bei 14,8 Prozent und im Gesundheitswesen bei 9,3 Prozent.

© dpa
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