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Tesla zu Personalabbau: Keine 3000 Stellen betroffen

Der angekündigte Personalabbau bei Tesla trifft auch das einzige europäische Werk bei Berlin. Die Unsicherheit in der Belegschaft dürfte groß sein. Aus dem Landtag werden Forderungen nach rascher Klarheit laut.
Tesla-Fabrik in Grünheide
Die Morgensonne scheint auf den Eingang zum Tesla-Werk. © Sebastian Gollnow/dpa

Nach der Ankündigung eines weltweiten Stellenabbaus beim US-Autobauer Tesla ist das Ausmaß der Einschnitte für das einzige europäische Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin noch offen. Eine Unternehmenssprecherin teilte am Dienstag aber mit, die in Medienberichten genannte Zahl von 3000 betroffenen Stelle «entbehrt dabei jeder Grundlage». Die Landesregierung in Brandenburg sieht Tesla mit rund 12.500 Beschäftigen als Zugpferd für sein Wirtschaftswachstum. Landespolitiker forderten den E-Auto-Hersteller am Dienstag auch auf, rasch für Klarheit darüber zu sorgen, wie viele Jobs voraussichtlich gestrichen werden sollen.

Tesla-Chef Elon Musk will angesichts der Flaute am Markt für Elektroautos und schwacher Verkäufe weltweit mehr als jede zehnte Stelle im Unternehmen streichen, wie er in einer internen E-Mail mitgeteilt hatte. «Wir sind davon überzeugt, dass nur eine effiziente und schlanke Organisation für zukünftige Herausforderungen gut aufgestellt ist. Unsere Erfahrung zeigt, dass dieses Vorgehen maßgeblich zu unserem Erfolg beiträgt», teilte eine Sprecherin von Tesla in Grünheide dazu auf Anfrage noch mit. Zum angekündigten Stellenabbau hieß es: «Diese Maßnahme prüfen wir und werden sie für die Gigafactory Berlin-Brandenburg vor dem Hintergrund aller arbeitsrechtlichen und mitbestimmungspflichtigen Erfordernisse unter Einbeziehung des Betriebsrates verfolgen.»

Zahlen zu geplanten Stellenstreichungen in Grünheide nannte Tesla nicht. Aus dem Landtag wurden Forderungen laut, Tesla solle nun rasch für Klarheit sorgen und darüber informieren, wie viele Arbeitsplätze gestrichen würden und wie es mit der geplanten Entwicklung des Werks weitergehe. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hatte am Montag mitgeteilt, er stehe im Kontakt mit dem Unternehmen. «Der Einbruch beim Absatz von Elektroautos in Deutschland und Europa dürfte auch an einem Marktführer wie Tesla nicht spurlos vorübergehen», meinte er.

Tesla bekommt unter anderem den harten Preiskampf im größten Automarkt China zu spüren und hat im ersten Quartal weltweit mit fast 387.000 Autos überraschend weniger Fahrzeuge ausgeliefert als ein Jahr zuvor. Schon davor hatten sich nach den jahrelang starken Zuwächsen bereits Zweifel am Wachstumstempo im Elektroautomarkt gemehrt.

Erst im März hatte ein Anschlag auf die Stromversorgung das Autowerk in Grünheide hart getroffen. Fast eine Woche lang lag die Produktion auf Eis. Tesla-Chef Musk hatte dann bei einem Besuch im März deutlich gemacht, dass er an Ausbauvorhaben für sein Werk festhält. Seit längerem lösen Pläne von Tesla für eine Erweiterung der Fabrik jedoch auch in der Bevölkerung Streit aus. Umweltgruppen protestieren gegen den E-Autobauer: Einige Aktivisten halten seit Ende Februar ein Waldstück in der Nähe der Fabrik in Grünheide besetzt und campieren in Baumhäusern.

Die oppositionelle Linke im brandenburgischen Landtag, die der Landesregierung seit langem eine zu große Nähe zu Tesla vorwirft, schlug am Dienstag die Prüfung einer staatlichen Beteiligung am Autowerk in Grünheide vor. Linksfraktionschef Sebastian Walter will dem Land damit Einfluss auf Entscheidungen bei Tesla verschaffen und verwies auf die seit Jahrzehnten bestehende Beteiligung des Landes Niedersachsen an VW. «Wir können uns nicht davon abhängig machen, ob Elon Musk gerade gute oder schlechte Laune hat», sagte Walter. Die Koalitionsfraktionen von CDU, SPD und Grünen nannten den Vorschlag der Linksfraktion absurd und nicht ernst gemeint. In Niedersachsen hat das Land angesichts eines seit 1960 bestehenden VW-Gesetzes mit einem Anteil von 20 Prozent an VW eine starke Stellung bei dem Autohersteller.

© dpa
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