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Synagogen-Neubau nach Querelen übergeben - Einweihung Juli

Potsdam hat wieder eine Synagoge. Das Projekt war von Streit unter den jüdischen Gemeinden überschattet, die das Gebäude gemeinsam nutzen. Im Juli steht nun die Einweihung an.
Symbolische Schlüsselübergabe für das Synagogenzentrum Potsdam
Das Gebäude des neuen Synagogenzentrums Potsdam. © Patrick Pleul/dpa

Nach jahrelangen Debatten und Querelen wird im Juli das neu gebaute Synagogenzentrum in Potsdam eröffnet. Das 16,5 Millionen Euro teure Haus in Sichtweite des Landtags in der Innenstadt sollen vier jüdische Gemeinden mit um die 800 Mitgliedern gemeinsam nutzen. Am Dienstag übergab das Land - mit einem symbolischen Schlüssel - den Synagogen-Neubau an die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) als Träger. Damit haben Jüdinnen und Juden in Potsdam fast acht Jahrzehnte nach der Zerstörung der Potsdamer Synagoge bei einem Luftangriff zum Kriegsende wieder ein eigenes Haus für Gottesdienste und Gemeindeleben.

Die jüdischen Gemeinden hatten jahrelang um den Bau und den Betrieb des Synagogenzentrums gestritten. Der Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle, Aron Schuster, sprach am Dienstag von einem schwierigen Aushandlungsprozess. «Es ist schon ein Unikum, mehrere Gemeinden in einem Haus zusammenzuführen», sagte Schuster. «Es ist ein Pilotprojekt mit Vorbildcharakter.» Die jüdischen Gemeinden sollen in der neuen Synagoge künftig gemeinsam Schabbat feiern.

Mitte Juli sei die Einweihung vorgesehen, dazu solle auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeladen werden, kündigte Schuster an. Das Haus ist auch angesichts der gestiegenen Bedrohung seit dem Angriff der Hamas auf Israel und dem Gaza-Krieg besonders stark gesichert - etwa mit Panzerglas und einer Sicherheitsschleuse am Eingang. Es gibt Personen- und Taschenkontrollen.

Kulturministerin zur neuen Synagoge: «Es ist höchste Zeit»

Kulturministerin Manja Schüle (SPD) sagte, gerade in Zeiten, in denen antisemitische Straftaten in Deutschland explodierten, sei es höchste Zeit, dass Jüdinnen und Juden einen Ort der Heimat und Zuflucht bekämen. Das erste Mal seit 1945 gebe es wieder «ein Haus, einen Tempel, eine Schule und einen sozialen Treffpunkt» - und dies in der Mitte der Landeshauptstadt. Finanzministerin Katrin Lange (SPD) sprach nach der langen Vorgeschichte des Neubaus von einem wichtigen Meilenstein. Das Land ließ das Synagogenzentrum bauen, das nun in die Trägerschaft der Zentralwohlfahrtstelle übergeht. Im vergangenen Jahr wurden in Dessau und im Zentrum Magdeburgs neue Synagogen eröffnet.

Gemeinsames Nutzungskonzept gefunden - Träger: Rückschläge erwartbar

Nach langen Debatten wurde mit den vier jüdischen Gemeinden in Potsdam ein «kooperatives Nutzungskonzept» vereinbart, wie Schuster sagte. Dazu gehöre, dass sich die Gemeinden bei der Ausrichtung von Feiertagen und des Schabbats abwechselten und gemeinsam gefeiert werde. Auch die Aufteilung von Büros sei in dem Konzept geregelt. Die Zentralwohlfahrtstelle schließt aber auch künftig manche Reiberei unter den Gemeinden nicht aus. Man müsse sich auf den einen oder anderen Rückschlag gefasst machen, so Schuster. Kritik hatte es unter anderem an der Architektur gegeben.

Das Synagogenzentrum hat eine Nutzfläche von 990 Quadratmetern und wurde mit gelbem Ziegel errichtet. Innen wurde viel Eichenholz verwendet. Am Dienstag wurde jedoch noch kein Einblick in die Innenräume gewährt. Es sind auch noch Arbeiten etwa an der Elektrik nötig, wie es hieß.

Im vergangenen November berichtete das Land, dass es im Erdgeschoss des Synagogenzentrums neben einem Besucher-Café einen großen Gemeindesaal für Veranstaltungen geben soll. Den Synagogenraum können um die 200 Menschen nutzen - 149 Menschen im ersten Obergeschoss und 50 auf der Frauenempore darüber. Es gibt außerdem eine Bibliothek sowie Musik- und Kunsträume. Auf einer Dachterrasse können religiöse Feste gefeiert werden.

© dpa
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