Games Music Hörbücher Gymondo MyTone Alle Services
vodafone.de

Freund von vermisster Schwangerer: «Schlimmster Tag»

Sie erwartete ein Kind, wollte mit dem Vater in ein neues Haus ziehen. Doch dann verschwindet die Frau. Mord, sagen die Ermittler. Was dahintersteckt, berichtet ihr Lebensgefährte vor Gericht.
Beginn Mordprozess um Tod einer Hochschwangeren
Ein wegen Mordes angeklagter Mann (M) unterhält sich im Landgericht Nürnberg-Fürth mit seinem Anwalt. © Daniel Karmann/dpa

Sie sei zum ersten Mal seit langer Zeit glücklich gewesen, habe sich auf ihr auf gemeinsames Kind und das neue Haus gefreut, erzählt der 39-Jährige am Montag vor dem Landgericht in Nürnberg. Doch dann sei der 9. Dezember 2022 gekommen - «der schlimmste Tag meines Lebens». An diesem Tag verschwand die 39-Jährige spurlos, zu dem Zeitpunkt im achten Monat schwanger.

Am Morgen habe er noch eine E-Mail von seiner hochschwangeren Lebensgefährtin bekommen, damit er eine Anmeldung zu einem Geburtsvorbereitungskurs ausdrucke. Später am Tage erfahre er erst, dass sie ihre geliebte Pflegetochter nicht aus der Kita abgeholt habe und dann habe er plötzlich eine Abschiedsnachricht von ihr erhalten, dass sie sich ins Ausland abgesetzt habe. «Das hat überhaupt nicht gepasst.» Er habe sofort an eine Entführung geglaubt und sei zur Polizei gegangen.

Motiv: Geld

Monatelang haben die Ermittler damals nach der 39-Jährigen gesucht. Doch irgendwann ist aus ihrer Sicht sicher: Die 39-Jährige wurde verschleppt und ermordet, die Leiche an einem bis heute unbekannten Ort versteckt. Verantwortlich für die Tat sollen der frühere Lebensgefährte der Frau und sein Geschäftspartner sein. Seit vergangener Woche müssen sich der 50-Jährige aus Bosnien-Herzegowina und der 48-jährige Deutsche wegen Mordes, Geiselnahme, Betrugs und anderer Straftaten vor dem Landgericht in Nürnberg verantworten.

Finanzielle Streitigkeiten waren nach Ansicht der Staatsanwaltschaft das Motiv für die Tat. Ihr damaliger Lebensgefährte soll ihr Geld für Immobiliengeschäfte verwendet haben, die über den zweiten Angeklagten liefen und beiden ein luxuriöses Leben ermöglichten. Auf diese Weise habe der heutige Lebensgefährte die Angeklagten und das mutmaßliche Opfer kennengelernt. Neben seiner Arbeit als Mathelehrer habe er als Immobilienmakler gearbeitet und Aufträge von dem heute 50-Jährigen übernommen.

Abenteuerliche Geschichten

Dieser habe immer viele abenteuerliche Geschichten erzählt, immer «dick aufgetragen», sagte er. Nach der Trennung von dem heute 50-Jährigen habe er der Frau mit den Immobilien und den finanziellen Problemen geholfen. Im Laufe der Zeit seien die beiden ein Paar geworden und die Frau schwanger von ihm. Diese sei eine ganz liebenswürdige Person gewesen, ein guter Mensch, betonte er. Für ihre Pflegetochter habe sie alles getan. Niemals hätte sie diese in Stich gelassen.

In den Gerichtssaal kommt der 39-Jährige in einem T-Shirt, das ein Ultraschallbild seines ungeborenen Kindes zeigt. Immer wieder bricht er in Tränen aus, als er berichtet, wie sich die 39-Jährige von dem Angeklagten trennte, seinen Zugriff auf ihre Konten sperrte, wie dieser und ihr Mitangeklagter über eine betrügerische Masche versucht haben sollen, trotzdem an ihr Geld zu kommen, sie diese anzeigte und vor Gericht gegen sie aussagen wollte.

Pflegetochter ruft immer noch nach ihrer Mama

Nur wenige Tage davor verschwand die Frau laut Anklage spurlos. Um eine falsche Spur zu legen, sollen die Angeklagten nach der Tat Abschiedsnachrichten vom Handy des Opfers an Angehörige verschickt und dieses nach Italien gebracht haben.

Die Pflegetochter schreie immer noch nach ihrer Mama, sagt der 39-Jährige vor Gericht. Das Kind lebe zurzeit bei ihm und seinen Eltern. Das sei das Letzte, was er noch für seine Lebensgefährtin tun könne, sagt er.

© dpa ⁄ Irena Güttel, dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Ältestes Foto aus Deutschland
Kultur
Ältestes Foto Deutschlands zeigt Münchner Frauenkirche
Gloria Mundi
Tv & kino
Wenn nur noch Wunder helfen - «Gloria Mundi» auf Arte
Markusplatz in Venedig
Kultur
Italien auf der Buchmesse: «Verwurzelt in der Zukunft»
Xiaomi Poco X6 im Test: Mittelklasse mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis
Handy ratgeber & tests
Xiaomi Poco X6 im Test: Mittelklasse mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis
Touristen mit Smartphone
Das beste netz deutschlands
Grenznahes Telefonieren kann teuer werden
Das Mobile Game «Little Impacts» vom Umweltbundesamt
Das beste netz deutschlands
«Little Impacts»: Spielerisch Nachhaltigkeit erleben
Thomas Müller
Fußball news
Jodler und kein Hofnarr: Müller als EM-Sonderbotschafter
Wintertuin bei Mechelen
Reise
Prachtvoller Jugendstilbau in Flandern wieder zugänglich