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«Hätte die Familie zerstört»: Mutter gesteht Tötung von Baby

Eine junge Frau wird schwanger - doch das Kind will sie nicht aufzuziehen. Bei der Geburt tötet sie das Baby. Wollte sie vor allem ihre Karriere schützen oder fürchtete sie die Reaktion ihrer Familie?
Strafjustizzentrum München
Das Münchner Strafjustizzentrum. © Sven Hoppe/dpa

Im Krankenhaus gab sie dem toten Baby noch einen Namen. August sollte es heißen, nach seinem Großvater. Kurz zuvor hatte die damals 19-Jährige aus Garching bei München den Säugling im Haus ihrer Familie zur Welt gebracht, ganz allein, ohne dass ihre Eltern davon wussten. Direkt im Anschluss ertränkte sie ihn kopfüber in einer Toilettenschüssel - damit niemand von dem Kind erfährt. So steht es in der Anklage gegen die heute 20-Jährige, so bestätigt sie es in einer Erklärung vor dem Landgericht München I.

Dort muss sich die Frau ein knappes Jahr nach der Tat wegen Mordes verantworten. Sie gesteht, das Baby im Mai 2023 geboren und umgebracht zu haben; für die Tat übernehme sie «die volle Verantwortung», lässt sie am Donnerstag ihre Anwältin mitteilen. Die Tötung ist unstreitig - das Motiv nicht.

Zu der Schwangerschaft der Angeklagten aus Garching bei München kam es demnach infolge einer Affäre mit einem Mann, der kurz darauf wegzog. Der Partner habe sich eine feste Beziehung gewünscht, sie nicht, teilte die Frau mit. Ungeschützten Geschlechtsverkehr hätten sie dennoch praktiziert. Laut Staatsanwalt fürchtete die Koch-Auszubildende in erster Linie Folgen für ihre Karriere in der Gastronomie, die sie mit einem Leben als Mutter für unvereinbar hielt.

Die 20-Jährige stellt in ihrer Aussage vor allem das Verhältnis zu ihrer Familie heraus, die sehr vom christlichen Glauben geprägt sei. Der Vater engagiere sich als Abtreibungsgegner. Ein nicht eheliches Kind hätte demnach «den gewünschten Anschein der perfekten Familie zerstört». Sie habe befürchtet, «verstoßen» zu werden und niemanden außer den Kindsvater in die Schwangerschaft eingeweiht.

Auch sie selbst habe sich bis wenige Monate vor der Geburt nicht eingestehen wollen, dass sie ein Kind erwartet. Zu einem Arzt sei sie nie gegangen. Die Geburt habe sie «völlig überfordert und hilflos» gemacht, sie habe «unfassbare Angst» durchlitten. Das Kind habe sie über der Toilette geboren und dann mehrmals die Spülung betätigt.

Nach der Geburt fand ihre Mutter sie in dem Raum und brachte sie ins Klinikum Schwabing in München. Erst dort, teilt die Angeklagte mit, sei ihr bewusst geworden, was sie getan habe. Eine Krankenschwester sagte vor Gericht, dass die junge Mutter den toten Säugling liebevoll in den Arm genommen und seine Schönheit bewundert habe.

Der Vater der Frau sagt vor Gericht aus, er habe von der Schwangerschaft nichts mitbekommen. Seinen Kindern habe er klargemacht, dass er Abtreibungen für falsch halte - eine solche «Tötung» wäre «auf keinen Fall infrage gekommen». Auch nicht ehelich geborene Kinder finde er seines Glaubens wegen «nicht ideal». Seine Tochter hätte er nach seiner Aussage jedoch unabhängig von ihrer Entscheidung nicht fallen gelassen. Für das Verfahren sind acht Verhandlungstage bis Mitte Mai angesetzt.

© dpa ⁄ Tom Sundermann, dpa
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