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Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr im Südwesten

Die Gewerkschaft Verdi rief zum Arbeitskampf im kommunalen Nahverkehr auf. Busse und Bahnen stehen deshalb am Freitag in einigen Städten in Baden-Württemberg still.
Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr
Eine Anzeige in einer Stadtbahnhaltestelle weist auf die Auswirkungen eines Warnstreiks von Beschäftigten der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) hin. © Marijan Murat/dpa

Der ganztägige Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr hat am Freitag in sieben baden-württembergischen Städten den Bus- und Bahnverkehr weitgehend zum Stillstand gebracht. Die Folge: Verwaiste Haltestellen und Pendler sowie Schüler mussten sich nach Alternativen umschauen, um an ihr Ziel zu kommen. Etwa 4000 Gewerkschaftsmitglieder beteiligten sich an dem befristeten Ausstand, wie Verdi in Stuttgart mitteilte. Es waren die baden-württembergische Landeshauptstadt, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz betroffen. 

Derzeit verhandelt Verdi in allen Bundesländern außer in Bayern über bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsbetriebe. Auch in den anderen Bundesländern gab es am Freitag Warnstreiks. Im Südwesten arbeiten in der Branche 6 500 Männer und Frauen. Verhandlungsgegenstand der Tarifrunde ist nicht mehr Geld, sondern die Arbeitsbedingungen.

Verdi-Verhandlungsführer Jan Bleckert sagte:  «Den kommunalen Verkehrsbetrieben im Land fehlen bis 2030 rund 2 000 Beschäftigte allein für den derzeitigen Linienbetrieb. Und jedes Jahr verlassen hunderte der ausgebildeten Fahrerinnen und Fahrer die Branche.» Das zeige deutlich, dass bei den derzeitigen Arbeitsbedingungen etwas nicht stimme. «Belastung, Verantwortung und Stress passen nicht zur Bezahlung.»

Die erste Verhandlungsrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Baden-Württemberg (KAV) war zum Wochenbeginn ohne Einigung zu Ende gegangen. KAV-Hauptgeschäftsführerin Sylvana Donath sagte: «Die Beschäftigten profitieren ab März schon von historisch hohen Gehaltssteigerungen von über 12 Prozent.» Nun habe Verdi trotz dieser 
Gehaltssteigerung weitere Forderungen aufgestellt, die das Gehalt zusätzlich um 
mehr als 30 Prozent erhöhen würden. Nun müsse es in den Verhandlungen darum gehen, gemeinsam weitere Verbesserungen bei der Attraktivität der Arbeitsplätze zu erreichen. Diese müssten aber finanzierbar bleiben. Ein Umsetzen sämtlicher Verdi-Forderungen würde 
etwa den durchschnittlichen Bruttolohn für Beschäftigte im Fahrdienst auf 
mehr als 5200 Euro erhöhen. «Das wäre fernab jeglicher Realität.»

Donath sagte weiter, der Warnstreik kurz nach Verhandlungsbeginn zeige deutlich, dass es Verdi derzeit weniger um eine tragbare Lösung geht, sondern darum, zulasten der 
Fahrgäste zunächst richtig auf die Pauke zu hauen. «Pendlerinnen und Pendler, 
Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern und viele andere zahlen einmal mehr 
die Zeche für gewerkschaftliche Unvernunft.» Die nächste Gesprächsrunde für die Beschäftigten im Südwesten soll Anfang kommender Woche stattfinden.

© dpa
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