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Verdi: Alle Warenhaus-Standorte von Galeria erhalten

Galeria Karstadt Kaufhof bekommt mal wieder einen neuen Eigentümer. Bei der letzten Insolvenz wurden baden-württembergische Standorte geschlossen. Wie es nun weitergeht, zeigt sich erst noch.
Firmenzentrale Galeria Karstadt Kaufhof
Fahnen vor der Firmenzentrale von Galeria Karstadt Kaufhof. © Fabian Strauch/dpa

Verdi-Landeschef Martin Gross erwartet von den künftigen Eigentümern von Galeria Karstadt Kaufhof, dass von den 13 Standorten in Baden-Württemberg keiner geschlossen wird. Gross sagte am Mittwoch in Stuttgart, die Dauerkrise von Galeria habe nicht am Einsatz und dem Durchhaltewillen der Beschäftigten über viele Jahre hinweg gelegen. Die neuen Eigentümer hätten jetzt eine Chance, es besser zu machen. Man hoffe, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hätten. «Wenn die Devise lautet Handel first, dann können aus kaufmännischer Sicht die Standorte in Baden-Württemberg erhalten bleiben. Die Kolleginnen und Kollegen haben nach vielen Jahren mit Verzicht und Angst um ihre Arbeitsplätze einen Kulturwechsel verdient.» Im Südwesten haben die Warenhäuser an den 13 Standorten noch über 1700 Beschäftigte.

Die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, Sabine Hagmann, sagte, Warenhäuser seien nach wie vor wichtige Frequenzbringer für die Innenstädte und seien aufgrund des breiten Sortiments nach wie vor bei vielen Kundinnen und Kunden beliebt. Der Stuttgarter Standort von Galeria Karstadt Kaufhof sei hier ein Paradebeispiel, dass das Konzept Warenhaus weiterhin funktioniere. Das Unternehmen ist auch zweimal in Freiburg und mit je einem Standort in Offenburg, Lörrach, Singen, Leonberg, Ulm, Karlsruhe, Konstanz, Heidelberg, Mannheim und Heilbronn vertreten.  

Bei den neuen Eigentümern handelt es sich um ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC des Unternehmers Richard Baker und der Gesellschaft BB Kapital SA von Geschäftsmann Bernd Beetz, der aus Mannheim stammt.

Die neuen Eigentümer werden voraussichtlich mehr als 70 der 92 Filialen fortführen. Das sagte Galeria-Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus am Mittwoch. Damit sei es möglich, eine große Mehrheit der Arbeitsplätze zu erhalten. Die Zahl der Filialen, die erhalten bleiben sollen, ist Teil der Investorenvereinbarung, die am Dienstag notariell beurkundet wurde. 

Dritte Insolvenz in drei Jahren

Die unterzeichnete Vereinbarung über die Übernahme tritt jedoch nur dann in Kraft, wenn das Amtsgericht Essen und die Gläubigerversammlung dem von Denkhaus erstellten Insolvenzplan zustimmen. Das Insolvenzverfahren war in der vergangenen Woche eröffnet worden. Galeria hatte Anfang Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist die dritte Insolvenz innerhalb von dreieinhalb Jahren. Der bislang zur Signa-Gruppe des Österreichers René Benko gehörende Konzern beschäftigt rund 12 800 Menschen. Durch eine weitere Reduzierung der Anzahl der Filialen dürften Stellen wegfallen. Wie viele das sein werden, ist noch offen. 

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte, es bestehe die Hoffnung, dass ein erheblicher Teil der Filialen im Land weitergeführt werden könne und viele Arbeitsplätze erhalten blieben. «Das ist ein positives Signal für unsere Zentren und den Einzelhandel insgesamt, der durch den anhaltenden Strukturwandel, die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und die derzeitige Konsumzurückhaltung vieler Verbraucher unter Druck steht.» Eine Sprecherin des Städtetags sagte, die Innenstädte befänden sich aber längst im Wandel, denn die Zukunft der Innenstadt sei multifunktional. «Die Menschen möchten in der Stadt Geschäfte, Wohnen, Gastronomie, Kultur und Freizeitangebote. Und auch wenn der Weg dieser Transformation in jeder Stadt etwas anders aussieht, tut jedes Geschäft, das erhalten werden kann, der Attraktivität der Innenstadt gut.» 

© dpa
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