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Ministerium bangt bei Ausfall von Rosneft um Dieselnachschub

Die deutschen Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft stehen unter Kontrolle des Bundes. Der prüft, wie es weitergehen könnte. Klar ist: Für Verbraucher steht eine Menge auf dem Spiel.
PCK-Raffinerie
Verschiedene Anlagen der Rohölverarbeitung auf dem Gelände der PCK-Raffinerie. © Patrick Pleul/dpa/Archivbild

Im Streit über die Anteile des russischen Staatskonzerns Rosneft an deutschen Raffinerien steht aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums die Versorgung von Millionen Verbrauchern in Ost- und Süddeutschland auf dem Spiel. Bei einem Ausfall der brandenburgischen PCK-Raffinerie - dort ist Rosneft Mehrheitseigner - würden im Großraum Berlin und Brandenburg monatlich 300.000 Tonnen Diesel und Heizöl fehlen, heißt es in einem Bericht des Ministeriums an den Energieausschuss im Bundestag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Weitere 210.000 Tonnen Diesel und Heizöl im Monat würden bei einem Ausfall der Rosneft-Deutschland-Anteile an den Raffinerien Miro und Bayernoil fehlen. «Es wäre nicht möglich, diese Fehlmengen kurzfristig zu beschaffen und zu transportieren», heißt es in dem Papier, das auf Mittwoch datiert ist. «In der Folge bestände ein hohes Risiko von Versorgungsengpässen im Osten und im Süden Deutschlands.»

Das Ministerium prüft, ob die Rosneft-Anteile an den drei Raffinerien enteignet werden sollen. Der Bund hatte die deutschen Rosneft-Töchter im September 2022 unter Treuhandverwaltung gestellt und so unter seine Kontrolle gebracht. Ziel war, trotz Verzichts auf russisches Öl wegen des Ukraine-Kriegs die Versorgung zu sichern. Nach mehrmaliger Verlängerung läuft die Treuhandlösung am 10. März aus.

«Daher prüft der Bund Optionen für das weitere Vorgehen», heißt es in dem Papier. Ohne staatliches Eingreifen wäre eine Beeinträchtigung des Betriebs von Rosneft Deutschland und seiner Beteiligungsraffinerien Miro, Bayernoil und PCK zu erwarten. Bei russischer Kontrolle von PCK würden sich Lieferanten, Kunden, Dienstleister und Banken zurückziehen, was bis zur Einstellung des Betriebs führen könnte, heißt es. «Da Marktkräfte dieses Problem nicht lösen können, ist ein weiteres staatliches Eingreifen erforderlich.»

Möglich wäre eine weitere befristete Verlängerung der Treuhandverwaltung. Doch sei eine langfristige Lösung nötig, erklärt das Ministerium. Deshalb sei eine Anhörung eingeleitet worden. Das sei aber noch keine Entscheidung für eine Enteignung.

Die Frist zur Anhörung läuft am (morgigen) Freitag aus. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach hatte erklärt, er halte neben einer Enteignung auch andere Lösungen für denkbar. Es sei nicht auszuschließen, dass Rosneft von sich aus Interesse habe, seine Anteile zu verkaufen. Rosneft hält 54 Prozent an PCK in Schwedt, an der Raffinerie Miro in Karlsruhe 24 Prozent und an Bayernoil mit Sitz in Neustadt an der Donau rund 28,6 Prozent.

© dpa
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