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Bosch wächst mühsam - und erwartet schwierige Zeiten

Bosch steckt Milliarden in E-Mobilität, Halbleiter und Wärmepumpen. Das soll sich in Zukunft rechnen - sorgt aktuell aber für Balanceakte in der Chefetage. Denn an vielen Stellen gibt es Gegenwind.
Bosch vorläufige Jahreszahlen
Das Logo des Technologiekonzerns Bosch leuchtet an einem Parkhaus. © Bernd Weißbrod/dpa

Stockender Wandel zur E-Mobilität, gedrückte Kaufstimmung und fehlender Impulse aus der Weltwirtschaft: Der Autozulieferer- und Technologiekonzern Bosch erwartet schwierigere Zeiten. «Die kommenden Jahre werden uns allen viel abverlangen», sagte Vorstandschef Stefan Hartung bei der Präsentation der vorläufigen Geschäftszahlen 2023 in Stuttgart. Optimismus falle aktuell nicht leicht. Diesen müsse man sich angesichts der Lage hart erarbeiten. Angedeutet hatte sich das bereits: Zuletzt hatte das Unternehmen aus Gerlingen bei Stuttgart Finanzziele verschoben und den Abbau von Stellen angekündigt.

2023 ist Bosch zwar erneut gewachsen - aber mit viel Mühe. Auf alle Branchen, die für das Geschäft wichtig sind, blickt die Konzernführung daher mit Sorgenfalten: In der Autoindustrie erwartet der weltweit größte Zulieferer eine stagnierende Produktion. Düstere Aussichten für ein Unternehmen, das im vergangenen Jahr zwar mehr als 60 Prozent seines Umsatzes in dem Sektor gemacht hat - durch erhebliche Vorleistungen für den Wandel vom Verbrenner zur E-Mobilität aber bereits Abschläge beim Gewinn hinnehmen musste.

Bosch-Chef: Sprunghaftigkeit in der Politik ist Gift für Kaufentscheidungen

Interne Zahlen zeigten zwar einen Hochlauf der E-Mobilität, sagte Hartung. Allerdings sehe man, dass sich die Marktdurchdringung verzögere. Schnell genug geht es dem Manager, der im Klimaschutz viele Chancen für das Geschäft seines Konzerns sieht, merklich nicht. Für die lahmende Nachfrage nach den Zukunftstechnologien machte Hartung neben den Krisen in der Welt auch die Politik und deren Sprunghaftigkeit beim Klimaschutz verantwortlich. «Die Wechselhaftigkeit der Rahmenbedingungen ist Gift für langfristige Kaufentscheidungen - das ist bei der Elektromobilität so und bei neuen Heizungen nicht anders.»

Inflation und Konjunkturschwäche könnten aber auch im zweitgrößten Geschäftsbereich von Bosch, der für Konsumgüter zuständig ist, weiter ins Kontor schlagen: Zahlreiche Kundinnen und Kunden halten sich beim Kauf von Geräten wie Akkuschraubern, Waschmaschinen und Kühlschränken aktuell zurück. Das war bereits im vergangenen Jahr sichtbar: Die Sparte verzeichnete als einzige einen deutlichen Umsatzrückgang. Eine anziehende Nachfrage erwartet Bosch erst wieder im Jahr 2025. Ähnlich pessimistisch fielen die Prognosen für Bereiche wie Maschinenbau und das Geschäft mit Wärmepumpen aus.

Strategischer Balanceakte für die Bosch-Chefetage

Die Bosch-Geschäftsführung steht deshalb vor einem Balanceakt: Das Unternehmen muss sein Geschäft teils radikal neu erfinden und Hunderte Millionen Euro in die Hand nehmen, um etwa in den Bereichen E-Mobilität, Wasserstoff, Chips und Wärmepumpen gut aufgestellt zu sein. Hier will der Konzern wachsen und künftig Geld verdienen - möglichst als einer der führenden Anbieter. Zugleich bläst aktuell ein kräftiger Gegenwind aus der Weltwirtschaft, der auch einen Konzern wie Bosch zu einer schwäbischen Tugend zwingt: dem Sparen.

Finanzchef Markus Forschner sagte dazu: «Wir müssen erhebliche Vorleistungen in einem mäßigen konjunkturellen Umfeld erbringen und uns an Marktveränderung anpassen.» Dazu müsse man Investitionen priorisieren sowie flexibler und schneller werden. Zugleich müssten die Anstrengungen mit Blick auf Kosten und Wettbewerbsfähigkeit verstärkt werden. «Wir streben eine Balance an zwischen Ertragskraft und Kapitaleffizienz einerseits sowie den Vorleistungen für das Wachstum von morgen andererseits», sagte Forschner.

Hartung schloss in dem Zusammenhang auch weitere Umbauten im Unternehmensportfolio oder den Verkauf gesamter Geschäftsbereiche nicht aus: «Überall da, wo wir nicht der beste Inhaber eines Geschäftes sind, dürfen wir das Geschäft auch nicht weiterbetreiben», sagte er. Zu vermelden gebe es im Moment aber nichts

Umsatz und Gewinn 2023 höher - Renditeziele werden erst später erreicht

Ein wesentlicher Indikator für den Erfolg der Maßnahmen - und bisheriges Sorgenkind in der Bosch-Bilanz - ist die Rendite. Im vergangenen Jahr machte der Konzern nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 91,6 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen uns Steuern von 4,6 Milliarden Euro. Dafür sei der Einsatz aller Kräfte nötig gewesen, sagte Hartung. Die Rendite - in dem Fall der Anteil des operativen Gewinns am Umsatz - lag bei 5,0 Prozent.

Bosch trifft damit zwar die eigene Prognose - liegt aber immer noch unter der Zielmarke von mindestens 7,0 Prozent. Diese ist Hartung zufolge jedoch notwendig, um aus eigener Kraft offensiv in Zukunftstechnologien, etwa für den Klimaschutz, investieren zu können. Mit Blick auf Umsatz und Rendite 2024 sagte er: «Wir dachten, dass wir in Richtung der 100 Milliarden kommen und unsere Ziele schon erreichen können. Aber das wird eben nicht so kommen».

Die Zielrendite soll nun ein bis zwei Jahre später erreicht werden. Die vollständigen und geprüften Geschäftszahlen für 2023 will Bosch Mitte April vorstellen. Dann sollen auch der Netto-Gewinn und eine Umsatzprognose für das laufende Jahr vorliegen.

Bereits mehrere Abbauprogramme bekannt - bis zu 3760 Stellen betroffen

Die Gemengelage hat auch konkrete Folgen für Bosch-Beschäftigte: Zuletzt waren mehrfach Pläne bekannt geworden, Stellen in Deutschland zu streichen. Zur Disposition stehen bislang bis zu 3760 Jobs im Zuliefererbereich und der Elektrowerkzeugsparte. Verhandlungen über einen Abbau gibt es aktuell aber auch bei der Hausgerätesparte BSH.

Ende 2023 hatte Bosch weltweit 427.600 Beschäftigte (plus 1,8 Prozent), davon 133.800 in Deutschland. Künftig werde man aber wohl mit weniger Stellen auskommen müssen, sagte Hartung. Der Abbau soll möglichst sozialverträglich geschehen, etwa durch Abfindungen und Qualifizierung der Mitarbeiter für chancenreichere Geschäftsbereiche.

«Letztendlich geht es hier um die schwierige Balance zwischen wirtschaftlicher und sozialer Verantwortung», sagte Hartung. Der Schub des Marktes habe nachgelassen. Nun müsse man auf die schwächere Auftragslage reagieren, um in wichtigen Feldern wettbewerbsfähig zu bleiben. «Das fällt uns nicht leicht.»

© dpa ⁄ Julian Weber, dpa
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