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Konjunkturschwäche hinterlässt Spuren am Arbeitsmarkt

Steigende Arbeitslosigkeit, drohende Kurzarbeit: Die Zeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt werden härter. Der Wirtschaft fehlen dagegen immer noch die Fachkräfte.
Bundesagentur für Arbeit
Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der Arbeitslosen im ablaufenden Monat im Februar um knapp 200.000. © Sebastian Kahnert/dpa

Der deutsche Arbeitsmarkt wird von der anhaltenden Konjunkturschwäche immer schwerer gezeichnet. Die Zahl der Arbeitslosen steigt, die Kurzarbeit droht zuzunehmen, die Zahl der zu besetzenden Stellen nimmt ab.

«Das schwache konjunkturelle Umfeld dämpft den insgesamt robusten Arbeitsmarkt», sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur (BA), Andrea Nahles, bei der Vorstellung der Februar-Statistik in Nürnberg. «Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nehmen im Februar zu und die Nachfrage nach Arbeitskräften gibt nach», sagte sie. «Oftmals sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Februar. Das ist diesmal nicht der Fall», sagte Nahles zur Einordnung. 

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar im Vergleich zum Vormonat um rund 8000 auf 2,814 Millionen Menschen gestiegen. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres sei die Zahl um 194.000 nach oben gegangen, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote betrug im Februar unverändert zum Januar 6,1 Prozent. Gegenüber dem Februar 2023 hat sich die Quote um 0,4 Punkte erhöht. 

Arbeitslose finden schwerer eine Stelle

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht die Lage noch optimistisch. «Die Unternehmen halten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angesichts der Fachkräfteengpässe. Das Risiko entlassen zu werden, bleibt gering», sagte er.  Allerdings: Die Chancen, eine neue Arbeitsstelle zu finden, wenn man arbeitslos geworden ist, sind deutlich kleiner geworden. «Das ist sehr zubetoniert zur Zeit», sagte Nahles. 

Aus der Wirtschaft kommen dagegen weiter Klagen über einen Mangel an Fachpersonal. «Der Mangel an Fach- und Arbeitskräften ist eine Wohlstandsbremse», sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter. Die Politik müsse alle Möglichkeiten ausschöpfen – von Arbeitszeitflexibilisierung bis Zuwanderung in Beschäftigung. Dazu gehörten auch eine verbesserte Kita-Betreuung, mehr Berufsorientierung und die Entwicklung einer klugen Willkommenskultur.

Nahles: Bürgergeld hält nicht von Arbeit ab

Nahles erteilte der These eine Absage, das Bürgergeld werde als eine solch attraktive Sozialleistung wahrgenommen, dass sich Menschen daran bedienten, statt einer Arbeit nachzugehen. «Ich kann definitiv ausschließen, dass es einen Sprung aus der Arbeit ins Bürgergeld gibt», sagte sie.  «Wir haben so wenig Abgänge aus Arbeit ins Bürgergeld wie seit 2015 nicht mehr». Auch aus der Gruppe der Geflüchteten gingen überdurchschnittlich viele aus dem Bürgergeld in Arbeit. Obwohl sie eine Bilanz noch für verfrüht hält, sagte Nahles: «Der Jobturbo ist ins Laufen gekommen.»

Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ging im Februar nach Angaben der Bundesagentur im Vergleich zum Vorjahr um 72.000 auf 706.000 zurück. Für ihre Februar-Statistik griff die Bundesagentur auf Datenmaterial zurück, das bis zum 14. des Monats vorlag.

Die Gefahr von Kurzarbeit ist im Februar wieder gestiegen. Vom 1. bis 25. Februar hätten Unternehmen für 58.000 Menschen Kurzarbeit angezeigt - was nicht automatisch bedeutet, dass diese dann auch in Anspruch genommen wird. Die Zahl der Anzeigen bedeutet jedoch einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu Januar.

Mehr Bewerber am Ausbildungsmarkt

Auf dem Ausbildungsmarkt habe sich die Situation etwas verbessert, hieß es. Für das Berichtsjahr 2023/24 seien bisher 4000 Bewerber mehr gemeldet worden als im Vorjahr. Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsstellen ging derweil um 11.000 zurück. Nach wie vor gebe es aber mehr Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber. Der Markt sei derzeit noch sehr stark in Bewegung. 

Nahles forderte junge Leute ohne Perspektive auf, sich bald um eine Lehrstelle zu kümmern. «Wer jetzt noch nichts hat oder nichts weiß, der sollte sich schleunigst auf den Weg machen.» Von den Schulen wünscht sie sich einen früheren Einstieg in die Berufsorientierung. Diese müsse idealerweise schon in der fünften Jahrgangsstufe beginnen. Die Bundesagentur werde mit digitalen Elternabenden und einer Woche der Berufsausbildung im März unterstützen.

© dpa ⁄ Michael Donhauser, dpa
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