Hopping ohne Heli: Was die WM in Katar den Fans ermöglicht

Kurze Wege, flexibles Reisen: Bei der WM in Katar haben die Fans die Möglichkeit, zwei Spiele an einem Tag zu sehen. Der von Franz Beckenbauer 2006 bekannte Hubschrauber ist gar nicht nötig.
Die Metro wurde extra für die WM gebaut: Fans aus England und Wales auf dem Weg zum Stadion. © Jonathan Brady/PA Wire/dpa

Die Präsenz von Gianni Infantino erinnert an Franz Beckenbauer im Jahr 2006. Anders als der frühere deutsche Fußball-Weltmeister braucht der FIFA-Boss in den Tagen in seiner Wahlheimat aber keinen Hubschrauber, um die extrem kurzen Distanzen bei der WM mit dem Herzen in Doha zurückzulegen.

Infantino war bei der WM in Katar wohl meist per Auto unterwegs. Um 18.00 Uhr bei Belgiens WM-Aus in Al-Rajjan und um 22.00 Uhr bereits im nördlich gelegenen Al-Chaur, wo es dann auch die DFB-Elf vorzeitig erwischte? Für Infantino kein Problem.

Spiele-Hopping kein Problem

Doch das Spiele-Hopping war in der WM-Vorrunde 2022 bei Weitem kein exklusives Phänomen für den Präsidenten, sondern auch für Fans, Sponsoren und Journalisten problemlos möglich. Jede WM hat ihr eigenes Transportmittel: Die WM 2018 im riesigen Russland hatte maßgeblich das Flugzeug, das wird unvermeidbar auch 2026 in den USA, Mexiko und Kanada so sein. 

Im kleinen Katar waren Shuttle-Busse und vor allem die extra für das Event in die Landschaft gebaute Metro, die sieben von acht Stadien im Netz hat, das Mittel der Wahl. Per Flugzeug kamen höchstens Fans, die wegen knapper Hotelkapazitäten nach Abu Dhabi, Saudi-Arabien oder Bahrain ausweichen mussten und Tagesreisen in das Emirat unternehmen.

Die Organisatoren legten alles darauf aus, dass die Fans in den modernen Arenen - für deren Bau der Gastgeber massiv in der Kritik steht - möglichst viele Spiele sehen können. So fuhren viele Busse von den Stadien nicht ins Zentrum oder zurück zu den Unterkünften, sondern direkt zum nächsten Stadion. Im Metro-System, in dem eineinhalb Wochen lang über 100.000 Fans für die vier Spiele des Tages quer durch den Großraum Doha befördert wurden, ging es meist geordnet zu. 

Mit dem Duell Niederlande gegen USA beginnt heute die K.o.-Runde in Katar, die noch einmal zwei weitere Wochen bis zum vierten Advent dauert. Zwei Spiele pro Tag bleiben dann zwar theoretisch möglich, werden angesichts möglicher Verlängerungen und XXL-Nachspielzeiten aber zeitlich eine größere Herausforderung als bislang.

© dpa
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