Martínez-Hoffnung: Belgiens Lukaku vor Kader-Rückkehr

Für 90 WM-Minuten kommt Romelu Lukaku noch nicht infrage. Doch die Bedeutung des Stürmers für Belgien ist so groß, dass selbst ein Platz auf der Bank gegen Marokko einer Verheißung gleichkäme.
Wird in Belgiens Team schmerzlich vermisst: Torjäger Romelu Lukaku. © Bruno Fahy/BELGA/dpa

Die «Rode Duivels» sehnen das Comeback von Romelu Lukaku herbei. Das Bedürfnis nach mehr Durchschlagskraft im Angriff und mehr fußballerischer Klasse bei Belgiens WM-Team ist so groß, dass Nationaltrainer Roberto Martínez möglicherweise gar medizinische Ratschläge halbwegs ignorieren würde.

«Aus medizinischer Sicht könnte er erst im dritten Gruppenspiel spielen», gestand Martínez am Samstag vor dem zweiten Gruppenspiel Belgiens am Sonntag (14.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) gegen Marokko. Aber zumindest einen Platz auf der Bank für den Weltklassestürmer von Inter Mailand hielt Martínez sich offen.

Schon das wäre laut Kevin De Bruyne ein wichtiges Signal. Für das eigene Team, aber auch den Gegner. «Ich denke schon, dass allein das bei der gegnerischen Abwehr Angst auslösen würde», sagte De Bruyne, der allerdings auch auf einen nicht unwesentlichen Fakt verwies: «Natürlich hat Romelu zuletzt wenig gespielt.»

Kaum Einsatzzeit bei Inter

Das ist schon fast untertrieben. Ganze fünf Pflichtspiele absolvierte der 29 Jahre alte Angreifer für Inter in dieser Saison, dabei kam er im Schnitt gerade einmal auf 51 Minuten Einsatzzeit, erzielte aber immerhin zwei Tore dabei. Eine hartnäckige Verletzung am Beinbeuger macht dem wuchtigen Stürmer seit einiger Zeit zu schaffen. Womit sich die Frage stellt, welchen Einfluss Lukaku überhaupt auf das Spiel Belgiens haben könnte, wenn er denn endlich mal wieder spielen würde. In Top-Form wird Belgiens Torjäger bei dieser WM kaum mehr zu sehen sein.

Dennoch mochte Martínez partout nicht auf seinen maladen Spieler verzichten und nahm ihn nach Katar mit, obwohl er einräumte, dass Lukaku möglicherweise erst in der K.o.-Runde zum Einsatz kommen könnte. Der Verzicht hätte das Fehlen eines weiteren Topspielers bedeutet. Die Goldene Generation der Belgier, die 2018 in Russland WM-Dritte wurde, ist in die Jahre gekommen. Selbst Kapitän Eden Hazard räumte ein, dass Belgien nicht mehr so stark sei wie vor vier Jahren.

Frust bei De Bruyne

Das sorgt insbesondere beim Perfektionisten De Bruyne für Frust. Der 31-Jährige sorgt sich nach dem schwachen 1:0 zum Auftakt gegen Kanada um die womöglich letzte Chance der Roten Teufel, doch noch einen Titel zu holen: «Unser Spielniveau ist schon lange niedriger und darüber mache ich mir manchmal Sorgen. Ich hoffe, unser Niveau wird steigen.»

Und für den früheren Bundesliga-Star würde schon ein Lukaku noch außer Form einen gewaltigen Unterschied machen: «Romelu ist einfach ein Top-Spieler mit einer riesigen Bedeutung für uns. Mit ihm haben wir ganz andere Optionen. Seine Rückkehr wird ein Schub sein.» Dies sieht offenbar auch Martínez so. Der Spanier liebäugelt mit einem Kaderplatz für den 29-Jährigen gegen Marokko.  «Er macht aktuell einen guten Eindruck und hat zuletzt zweimal voll mit der Mannschaft trainiert. Wir werden jetzt mal abwarten, wie er das verkraftet und schauen ihn uns nach dem Abschlusstraining noch einmal an», kündigte Martínez am Samstag an.

Die möglichen Aufstellungen:

Belgien: 1 Courtois - 2 Alderweireld, 5 Vertonghen, 19 Dendoncker - 15 Meunier, 18 Onana, 6 Witsel, 21 Castagne - 7 De Bruyne, 10 Eden Hazard - 23 Batshuayi

Marokko: 1 Bono - 2 Hakimi, 6 Saiss, 5 Aguerd, 25 Attiyat Allah - 4 Amrabat - 8 Ounahi, 15 Amallah - 7 Ziyech, 17 Boufal - 19 En-Nesyri 

Schiedsrichter: Cesar Ramos (Mexiko)

© dpa
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