Dreimal vor WM entlassen: Halilhodzic will kein Spiel sehen

Marokkos kurz vor der Fußball-WM entlassener Ex-Trainer Vahid Halilhodzic will sich das erste Turnierspiel seines ehemaligen Teams am Mittwoch gegen Kroatien auf gar keinen Fall ansehen.
Führte zum dritten Mal eine Nationalmannschaft zu einer WM-Endrunde und musste erneut kurz vor Beginn des Turniers gehen: Trainer Vahid Halilhodzic. © Kimimasa Mayama/dpa

«Ich werde kein einziges WM-Spiel gucken. Und ich werde mir mit Sicherheit nicht Kroatien gegen Marokko anschauen. Das steht für mich außer Frage. Niemals! Das wäre zu schmerzhaft für mich», sagte der 70 Jahre alte Bosnier der kroatischen Zeitung «Sportske novosti».

Halilhodzic ist eine der tragischen Figuren der WM-Geschichte. Der frühere jugoslawische Nationalstürmer führte die Elfenbeinküste zur Weltmeisterschaft 2010, Japan zur WM 2018 und diesmal Marokko zur Endrunde in Katar - und musste dann jeweils nur wenige Wochen vor dem Beginn des Turniers gehen.

Hintergrund war meist der autoritäre Führungsstil des Bosniers. So warf er bei den Marokkanern die beiden Starspieler Hakim Ziyech (FC Chelsea) und Noussair Mazraoui (Bayern München) aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader - ging aus diesem Machtkampf aber trotz der erfolgreichen WM-Qualifikation als Verlierer hervor.

Sein Nachfolger Hoalid Regragui sprach vor dem WM-Auftakt in höchsten Tönen von Halilhodzic: «Ich bin hier, weil er einen guten Job gemacht. Ich habe großen Respekt vor ihm. Ich möchte ihm danken.»

Halilhodzic hatte in seiner mehr als 30-jährigen Trainerlaufbahn aber auch großen Erfolg. Paris Saint-Germain und OSC Lille führte er jeweils in die Champions League. Mit der algerischen Nationalmannschaft traf er bei der WM 2014 in Brasilien im Achtelfinale auf Deutschland und zwang den späteren Weltmeister in die Verlängerung.

«Ich hatte gehofft, mit Marokko den Erfolg wiederholen zu können, den ich mit Algerien bei der WM 2014 hatte. Aber das wurde mir durch die Entscheidung einiger Leute unmöglich gemacht», sagte der Trainer.

© dpa
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