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Schmerzverzerrtes Gesicht: Zverev im Wimbledon-Achtelfinale

Ein Schreckmoment, ein außergewöhnlicher Tiebreak und Pep Guardiola auf der Tribüne: Das Wimbledon-Match von Zverev bietet Gesprächsstoff. Sein Knie will er untersuchen lassen.
Wimbledon 2024
Kurzer Schreckmoment: Alexander Zverev rutscht aus. © Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Nach seinem Schreckmoment beim Achtelfinaleinzug in Wimbledon humpelte Alexander Zverev leicht, als er mit einer Bandage ums linke Knie die Treppe hinaufkam. Für den letzten verbliebenen deutschen Tennis-Hoffnungsträger geht es beim bedeutendsten Rasenturnier der Welt um die Viertelfinal-Premiere und die Jagd auf den ersehnten ersten Grand-Slam-Titel. Doch nach seinem Sturz in der dritten Runde gegen den Briten Cameron Norrie bereitet sein Knie Sorgen. 

«Ich habe gerade Schmerzen», sagte der French-Open-Finalist nach dem 6:4, 6:4, 7:6 (17:15) gegen Norrie und kündigte an, noch an diesem Tag eine MRT-Untersuchung machen zu lassen. «Ich glaube nicht, dass es so unfassbar ernst sein kann, sonst hätte ich auch nicht so weiter gespielt, wie ich gespielt habe.»

Sein kommender Gegner ist am Montag Taylor Fritz, der sich in drei Sätzen gegen den Chilenen Alejandro Tabilo durchsetzte. Der US-Amerikaner ist als Nummer zwölf der Welt zumindest von der Ranglistenposition sein mit Abstand bester Gegner. 

Kurze Erinnerung an Paris

Nach dem souverän gewonnenen ersten Satz gegen Norrie hatte Zverev zu Beginn des zweiten Satzes vor knapp 15.000 Zuschauern auf dem Centre Court einen Schrecken verdauen müssen. Er rutschte beim Stande von 2:2 dicht am Schiedsrichterstuhl auf dem Rasen weg, überdehnte das Bein und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. 

Nur für den Bruchteil einer Sekunde wurden Erinnerungen an seine schwere Fußverletzung vom French-Open-Halbfinale 2022 gegen den Spanier Rafael Nadal wach. Diesmal hielt sich Zverev das linke Knie. Es kam zwar ein Physiotherapeut auf den Platz, Zverev verzichtete aber sogar auf eine medizinische Auszeit und spielte kurz darauf weiter. 

«Natürlich war ich eingeschränkt», sagte Zverev: «Ich bin vielleicht nicht jedem Ball hinterhergelaufen, aber trotzdem bin ich mich immer noch gut genug bewegt, gegen einen schwierigen Gegner in drei Sätzen zu gewinnen. Deswegen mal schauen, was es ist. Ich hoffe, dass ich in zwei Tagen wieder gut auf dem Platz stehen kann.» Es sei passiert, als er zu einem Stoppball gelaufen sei, erklärte Zverev die Szene. «Ich wollte dann die Richtung wechseln».

Weißer Verband unterm Knie

Ein paar Mal suchte der Weltranglisten-Vierte nach dem Sturz den Kontakt zu seiner Box. Zum 5:4 sicherte er sich aber dennoch das nächste Break und schrie seine Freude heraus. Beim Seitenwechsel rief die deutsche Nummer eins noch einmal den Physiotherapeuten zu sich, tauschte sich aber nur mit ihm aus. Erst als der zweite Satz geschafft war, ließ er sich einen weißen Verband unterhalb des linken Knies anlegen.

Gegen den letzten verbliebenen britischen Hoffnungsträger im Herren-Einzel durfte Zverev erstmals bei der diesjährigen Wimbledon-Auflage auf dem Centre Court ran. Er ging mit dem Wissen auf dem Platz, alle fünf vorherigen Aufgaben gegen Norrie bewältigt zu haben. In Australien zum Saisonbeginn stand er gegen den Linkshänder aber kurz vor dem Aus und behauptete sich erst im Tiebreak des fünften Satzes.

Der starke Aufschlag beeindruckt

Wie in den beiden Wimbledon-Partien zuvor war das Hallendach wegen des immer wieder einsetzenden Regens geschlossen. Es herrschten damit Bedingungen, die Zverev liegen. Ein Schlüssel in Zverevs Spiel war erneut der starke Aufschlag, keine einzige Breakchance ließ er zu. Der dritte Satz verlief dennoch bis zum Schluss ausgeglichen. 

Beim Spielgewinn zum 6:5 überraschte ihn der Linkshänder Norrie frech mit einem Aufschlag von unten. Am Ende kam Spannung auf, ob Zverev im ungewöhnlich langen Tiebreak erstmals im Turnierverlauf einen Satz abgeben müsse. 

Mit dem sechsten Matchball aber schaffte der gebürtige Hamburger den nächsten Sieg. Der deutsche Spitzenspieler entging damit dem Schicksal aus dem vergangenen Jahr, als er in der dritten Runde gegen den Italiener Matteo Berrettini ausschied und steht zum dritten Mal nach 2017 und 2021 in London in der Runde der besten 16. 

Nervös wegen Pep Guardiola

«Auf Rasen fühle ich mich manchmal wie eine Kuh auf Eis», sagte Zverev noch im Interview auf dem Platz: «Es ist eine unglaubliche Ehre auf dem Centre Court und vor der Royal Box zu spielen», meinte Zverev und richtete ein paar Worte an Fußball-Trainer Pep Guardiola. 

«Als ich Pep gesehen habe, bin ich für ein paar Spiele so nervös geworden», sagte der 27-Jährige über den Coach des englischen Topclubs Manchester City. Mit einem Schmunzeln richtete er ein paar Worte direkt an Guardiola: «Bayern München braucht einen Trainer. Wenn du die Nase von Fußball voll hast, kannst du mich jederzeit trainieren.»

Zverev als einziger Deutscher im Einzel übrig

Während Zverev nun darauf hofft, für die nächste Runde bereit zu sein, ist Wimbledon für Jan-Lennard Struff beendet. Der zweitbeste deutsche Tennisprofi verlor die Fortsetzung seines über zwei Tage laufenden Drittrundenmatches gegen Daniil Medwedew aus Russland 1:6, 3:6, 6:4, 6:7 (3:7). Damit muss der Sauerländer nach einer Regen-Hängepartie weiter auf sein erstes Achtelfinale beim Rasenklassiker warten.

© dpa ⁄ Kristina Puck, dpa
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