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Kollektiver Zorn beim BVB - Sammer: «Nicht gefallen lassen»

Ein wütender Berater und ein gereizter Abwehrchef. Obwohl der BVB seine Viertelfinal-Chance in der Champions League wahrt, überwiegt der Frust. Das liegt diesmal nicht am dürftigen Auftritt des Teams.
Mats Hummels
Dortmunds Mats Hummels diskutiert nach der Elfmeter-Entscheidung mit Schiedsrichter Srdjan Jovanovic. © Federico Gambarini/dpa

Matthias Sammer ließ mächtig Dampf ab. Den umstrittenen Elfmeterpfiff beim 1:1 (1:0) im Achtelfinal-Hinspiel der europäischen Königsklasse bei der PSV Eindhoven wertete der Berater von Borussia Dortmund sogar als wiederholten Affront - nicht nur gegen den BVB.

Nach Meinung des ehemaligen Europameisters gibt es in der Champions League «zu viele Entscheidungen gegen deutsche Mannschaften». Deshalb verzichtete er auf diplomatische Worte. «Borussia Dortmund kriegt jetzt in den letzten zwei Jahren den sechsten fragwürdigen Elfmeter gegen sich. Es geht um die Sinnhaftigkeit des Spiels», klagte Sammer bei Amazon Prime.

Im ersten Zorn forderte der ehemalige BVB-Profi und -Trainer mehr kollektive Gegenwehr: «Ich möchte dafür plädieren, in den Gremien mehr Persönlichkeit zu zeigen, Dinge klar zu benennen, den Leuten mal wieder klar die Stirn zu bieten, sich das nicht gefallen zu lassen». Mit festem Blick fügte Sammer an: «Das ist im K.o.-Wettbewerb kein Elfmeter im Sinne des Fußballs, unabhängig von Borussia Dortmund, von Leipzig, unabhängig von anderen Konstellationen.»

Abwehrchef Hummels schiebt Frust: «Null Prozent Elfmeter»

Der viel diskutierte Elfmeter brachte auch einen erfahrenen Routinier wie Mats Hummels in Wallung. Nach deutlichen Unmutsbekundungen schon auf dem Rasen hatte sich der Dortmunder Abwehrchef auch in den Interviews Minuten später nicht wieder beruhigt. «Null Prozent Elfmeter. Null!», schimpfte der 35-Jährige, «wir sind in einem Champions-League-Achtelfinale. Da muss man auch von den Schiedsrichtern höchstes Niveau erwarten».

Bei seiner riskanten Grätsche im eigenen Strafraum spielte Hummels zwar zunächst den Ball, traf dann aber auch Gegenspieler Malik Tillman. Den anschließenden Strafstoß nutzte PSV-Kapitän Luuk de Jong in der 56. Minute zum verdienten Ausgleich der BVB-Führung durch den ehemaligen PSV-Profi Donyell Malen (24.). «Der Tillmann hat sich totgelacht auf dem Platz, die haben mich alle angegrinst minutenlang», echauffierte sich Hummels.

Dass auch der VAR die Entscheidung des serbischen Referees Srdjan Jovanovic teilte, sorgte beim Weltmeister von 2014 für zusätzlichen Unmut: «Wir sind auf einem völlig falschen Weg in dieser Hinsicht. Leider habe ich den Eindruck, der VAR hat die Schiedsrichter schlechter gemacht. Ich fand die Schiedsrichter früher besser.»

BVB-Trainer verweist auf weitere umstrittene Entscheidungen

Ähnlich wie Sammer erinnerte auch Edin Terzic an ähnliche Vorkommnisse in der Vergangenheit: «Das begleitet uns schon etwas länger. Es ist das dritte Mal, dass wir nach einem Spiel in der K.O.-Phase der Champions League über den Schiedsrichter diskutieren.» Damit dürfte der Coach die Elfmeterpfiffe gegen den BVB im März 2023 im Duell mit Achtelfinal-Gegner FC Chelsea im April 2021 und im Viertelfinale gegen Manchester City gemeint haben.

«Die Verärgerung ist sehr groß. Wenn man solche Entscheidungen gegen sich hat, die nicht zu 100 Prozent richtig sind, tut das schon weh», sagte Sebastian Kehl. Der BVB-Sportdirektor warf dem Unparteiischen vor, sich die Szene nicht auf dem für solche Fälle am Spielfeldrand aufgestellten Fernseher angeschaut zu haben: «Er weiß um die Wichtigkeit der Partie. In der Situation hätte er sich das ansehen können, vielleicht sogar müssen.»

Bei allem Frust über den Elfmeterpfiff blieb Hummels bei der Bewertung der eher dürftigen Mannschaftsleistung jedoch kritisch. «Wir hätten hier viel mehr Ruhe am Ball haben müssen, haben ihn zu schnell hergegeben. Ich habe heute ein schlagbares Eindhoven gesehen», befand er vor der nächtlichen Busfahrt ins nur 170 Kilometer entfernte Dortmund.

Das Remis beim niederländischen Tabellenführer, der vom ehemaligen Dortmunder Fußball-Lehrer Peter Bosz gecoacht wird, verschaffte dem Bundesliga-Vierten zwar eine passable Ausgangsposition für das Rückspiel am 13. März, stellte aber niemanden zufrieden. «Es war viel Unsauberkeit, viel Hektik zu sehen», kommentierte Kehl die zerfahrene Partie mit viel Kampf, aber mit einer für ein Achtelfinale in der Königsklasse unwürdigen Fehlpassquote.

Gleichwohl glaubt der Sportdirektor weiter an den ersten Viertelfinaleinzug der Borussia seit 2021: «Die Ausgangspostion ist nun klar. Wir haben noch ein Spiel. Das müssen wir gewinnen - egal wie. Ich bin davon überzeugt, dass wir das schaffen.»

© dpa
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