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Watzke appelliert: Eskalationspunkt nicht weiter treiben

Auch an diesem Wochenende werden wieder Proteste in den deutschen Fußballstadien erwartet. Der DFL-Aufsichtsratschef wendet sich an die Fans und versucht, ihnen die Sorge vor einem Investor zu nehmen.
Fan-Protest
Stadionmitarbeiter sammeln Tennisbälle ein, die Fans auf das Spielfeld geworfen haben, um gegen Investoren in der DFL zu protestieren. © Bernd Thissen/dpa

DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke hat angesichts der heftigen Proteste gegen den geplanten Investoren-Einstieg bei der Deutschen Fußball Liga einen Appell an die Fans gerichtet.

«Ich bitte die Fan-Szenen an dieser Stelle, den Eskalationspunkt nicht weiterzutreiben! Unser Gesprächsangebot steht, wir alle sind natürlich bereit, diese Gespräche zu führen», sagte der 64-Jährige im «Bild»-Interview: «Wir müssen uns alle unserer Verantwortung für den deutschen Fußball bewusst sein. Bringt man ein Spiel zum Abbruch, schadet man massiv dem eigenen Verein.»

Aufruf zur Deeskalation

An den vergangenen Spieltagen war es deutschlandweit in den Fußballstadien zu Protesten gegen die DFL gekommen, bei denen unter anderem Tennisbälle und andere Gegenstände auf den Platz flogen, Protest-Plakate gezeigt und Schmähgesänge angestimmt wurden. Viele Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga mussten unterbrochen werden, teilweise mehrfach und für viele Minuten. Auch an diesem Wochenende ist mit Protesten zu rechnen.

«Jetzt ist der Punkt gekommen, alle Beteiligten zur Deeskalation aufzurufen. Alle müssen auf diesem Weg aufeinander zugehen», sagte Watzke. Der Geschäftsführer von Vizemeister Borussia Dortmund könne Kritiker der Entscheidung verstehen, aber: «Es muss nur respektvoll bleiben und darf nicht weiter eskalieren!» Das Banner beim Zweitliga-Nordduell am vergangenen Freitag zwischen dem Hamburger SV und Hannover 96 mit 96-Geschäftsführer Martin Kind im Fadenkreuz wertete Watzke als «abscheuliche Einzel-Entgleisung. So etwas darf nicht passieren.»

Hannovers Vereinsführung hatte Kind angewiesen, bei der Mitgliederversammlung im Dezember gegen den Investoren-Einstieg zu stimmen. Das Abstimmungs-Ergebnis und die öffentlichen Bekenntnisse von Antragsgegnern lassen jedoch darauf schließen, dass Kind mit Ja gestimmt und dem DFL-Plan damit zur nötigen Mehrheit verholfen hat. Der 79-Jährige selbst verweist auf die geheime Abstimmung und verweigert jede Auskunft über sein Votum. «Ich weiß bis heute nicht, wie Martin Kind abgestimmt hat», sagte Watzke: «Niemand weiß das wirklich.»

Forderungen nach neuer Abstimmung

Doch unter den Proficlubs mehren sich die Forderungen nach einer neuen Abstimmung. Am Donnerstag wurde bekannt, dass der 1. FC Köln in dieser Sache ein Schreiben an das DFL-Präsidium verschickt habe und zeitnah einen förmlichen Antrag stellen wolle, «um das DFL-Präsidium vom durch die Mitgliederversammlung erteilten Abschlussmandat zu befreien». Aus dem Schreiben zitierte die ARD-Sportschau. Die Entscheidung über einen Investoren-Einstieg solle demnach wieder an die 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga zurückfallen. Sollte es dafür eine außerordentliche Mitgliederversammlung benötigen, werde der 1. FC Köln diese ebenfalls beantragen.

«Wir als Präsidium haben ein bindendes Abschluss-Mandat erteilt bekommen. Aber wenn wir das Gefühl haben, dass die Mehrheit das im März nicht mehr will, werden wir unser Votum sicher nicht gegen deren Willen geben», sagte Watzke nun. 

Den jüngsten Rückzug des potenziellen Investors Blackstone hatte die organisierte Fan-Szene als Zwischenerfolg gefeiert. Einziger Verhandlungspartner der DFL ist nun das Unternehmen CVC. Watzke betonte: «CVC weiß, dass es bei uns null Einfluss geben wird. Null! Es wird keine neuen Anstoßzeiten und nichts dergleichen mit uns geben!» Das Unternehmen hätte auch «alle unsere roten Linien akzeptiert» und wolle «nicht im Ansatz unseren Fußball reformieren». 

© dpa
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