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VfB Stuttgart auf Kurs Königsklasse - «toller Fußballabend»

Das wird dem VfB Stuttgart guttun: Nach dem Ärger um Präsident Vogt glänzen die Schwaben bei der TSG Hoffenheim. Die Qualifikation für die Champions League wird immer wahrscheinlicher.
TSG 1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart
VfB-Torjäger Serhou Guirassy (l) dreht nach seinem Treffer zum 2:0 jubelnd ab. © Jan-Philipp Strobel/dpa

Trainer Sebastian Hoeneß ballte beim Schlusspfiff eine Hand lächelnd zur Faust, auf dem Rasen feierten seine Champions-League-Anwärter den nächsten überzeugenden Sieg. Der VfB Stuttgart hat eine sportlich überaus überzeugende Antwort auf die Turbulenzen in der Vereinsführung gefunden. Durch das 3:0 (2:0) bei der TSG 1899 Hoffenheim festigte das Hoeneß-Team den dritten Tabellenplatz.

«Ein wirklich toller Fußballabend für den VfB Stuttgart», sagte der Stuttgarter Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle bei Sky. Bei noch acht Saisonspielen für den VfB sei die Chance auf die Königsklasse «gut», er sei aber «viel zu sehr Realist», um verfrüht zu feiern, sagte Wehrle. «Da müssen wir fokussiert bleiben.»

Der VfB trat vor 30.150 Zuschauern im Stile einer Spitzenmannschaft auf und gewann auch in der Höhe verdient nach Toren von Enzo Millot (16.), Serhou Guirassy (45.+1) und Jamie Leweling (68.). Die Hoffenheimer kassierten dagegen zum 21. Mal in Serie mindestens ein Gegentor und verpassten es, ihre Europapokal-Ambitionen zu unterstreichen. Es lag an Torhüter Oliver Baumann, dass die Gäste nicht noch mehr Treffer erzielten.

Nervenaufreibende Woche mit Querelen

Der 18. Sieg in dieser Saison wird den Schwaben nach einer nervenaufreibenden Woche, in der die Querelen an der Vereinsspitze eskaliert waren, guttun. Erst war Präsident Claus Vogt als Aufsichtsratsvorsitzender abgewählt worden. Dann meldeten sich zunächst der 54-Jährige und anschließend weitere Gremien nach und nach zu Wort. Wie gespalten der Verein trotz des Erfolgs in dieser Saison ist, zeigte auch die am Freitag veröffentlichte Aufforderung des Vorstands der AG, der zum «engen Schulterschluss aller» aufrief.

In Sinsheim zeigte auch ein Teil der Fans deutlich den Ärger. Sie fühlten sich verraten, schrieben sie auf ein Spruchband und forderten die handelnden Personen auf einem weiteren Banner dazu auf, «den Fehler zu korrigieren» - inklusive eines Ultimatums von zwei Wochen.

Die Unterstützung für die Mannschaft litt unter den Streitigkeiten aber nicht. Mehr als 10.000 mitgereiste Fans machten das Südwest-Duell zu einem gefühlten Heimspiel für den VfB. Davon beflügelt kam dieser gut ins Spiel und erarbeitete sich Chancen im Minutentakt. Es dauerte jedoch etwas mehr als eine Viertelstunde, ehe Millot jubelte.

Hoffenheim fand nicht in die Partie. Phasenweise hatten die Stuttgarter mehr als 70 Prozent Ballbesitz. Torwart Alexander Nübel wurde bis zur 44. Minute überhaupt nicht gefordert. Einen Schuss von David Jurasek parierte er sicher. Im Gegenzug erhöhte Guirassy in seinem 50. Pflichtspiel für den VfB auf 2:0.

«Es ist ein wichtiges Duell für uns und das Umfeld. Wir freuen uns extrem auf eine Partie mit vielen Emotionen. Unser Ziel ist es, dass wir die beste Leistung abrufen», hatte TSG-Coach Pellegrino Matarazzo gesagt. Seine Mannschaft konnte den Worten des 46-Jährigen jedoch keine Taten folgen lassen.

Bei Hoffenheim kommt Beier nicht zum Zug

Auch nach der Pause versuchte die TSG vergeblich, die Kontrolle an sich zu reißen. Die Schwierigkeiten in der Defensive auf das Fehlen der beiden gesperrten Abwehrspieler John Anthony Brooks und Ozan Kabak zu schieben, dürfte nicht ausreichen. Denn auch im Spiel nach vorne klappte wenig. Der in dieser Woche zum ersten Mal in die Nationalmannschaft berufene Maximilian Beier kam überhaupt nicht zum Zug.

Stuttgart schaltete derweil in den Verwaltungsmodus. Wenn der VfB es aber mal mit Tempo versuchte, wurde es gefährlich: Deniz Undav und Guirassy scheiterten nach etwas mehr als einer Stunde noch an Baumann. Dann sorgte der eingewechselte Leweling für die frühzeitige Entscheidung. Andrej Kramaric scheiterte bei der besten Hoffenheimer Gelegenheit an der Latte (74.).

© dpa ⁄ Maximilian Wendl, dpa
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