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Ballacks Rat an die Bayern: «Man muss an den Kader rangehen»

Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän hat innerhalb der Mannschaft der Bayern ein Problem ausgemacht. In einem Interview spricht er darüber.
Michael Ballack
Michael Ballack hat vom Sommer 2002 an vier Jahre für die Münchner gespielt. © Harry Langer/dpa

Michael Ballack sieht die Gründe für die Krise des FC Bayern München vor allem bei den Spielern. Der ehemalige Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Ex-Profi des deutschen Rekordmeisters sagte in einem Interview dem «Kicker»: «Ich glaube, dass ein gewisser Sättigungsprozess bei den Spielern eingesetzt hat und das Selbstverständnis zur Eigenmotivation nicht mehr so da ist, wie das vielleicht in diesem so erfolgreichen Corona-Jahr 2020 der Fall war.» Auf dem Papier hätten die Bayern auch in dieser Saison einen sehr guten Kader.

Dennoch liegt der Titelverteidiger in der Tabelle nach 28 Spieltagen 16 Punkte hinter Bayer 04 Leverkusen auf dem zweiten Platz. Nach der Pleite gegen Borussia Dortmund erreichten die Mannschaft und Trainer Thomas Tuchel am Samstag bei der 2:3-Niederlage bei Aufsteiger 1. FC Heidenheim einen neuerlichen Tiefpunkt.

Die vorzeitige Trennung von Tuchel nach dieser Saison ist ohnehin beschlossen. Titelchancen haben die Bayern nur noch in der Champions League, in der sie am kommenden Dienstag in London beim Premier-League-Tabellenführer FC Arsenal zum Viertelfinal-Hinspiel antreten müssen.

Ballack: Bayern müssen sich genau hinterfragen

Die Münchner hätten in Julian Nagelsmann und Tuchel in zwei Jahren zwei Top-Trainer verbrannt, betonte der 47 Jahre alte Ballack, der nach seinem Wechsel von Leverkusen selbst vom Sommer 2002 an vier Jahre für die Münchner gespielt hatte. «Wenn ich jetzt höre, dass man mit Ralf Rangnick wieder einen Umbruch einleiten und den Verein neu aufstellen will - das hat man vor zwei Jahren mit Nagelsmann doch schon versucht», betonte Ballack.

Da sei man von der Qualität des Trainers überzeugt gewesen und habe etwas langfristig aufbauen wollen, «aber man hat ihm nicht die Zeit gegeben und stattdessen nach nur eineinhalb Jahren das Projekt für gescheitert erklärt. Dann holte man Tuchel, und es klappte wieder nicht». Nagelsmann hatte die Münchner im Sommer 2021 von Hansi Flick übernommen, musste im März 2023 seinen Posten aber wieder räumen und Tuchel wurde geholt.

Er finde, dass sich der FC Bayern «bei der Betrachtung der Gesamtsituation sehr genau hinterfragen und auch Zeit lassen sollte», sagte Ballack. Er glaubt, dass in den vergangenen Jahren beim FC Bayern ein paar Dinge verrutscht seien. «Deshalb müssen die Verantwortlichen ganz klar den Hebel ansetzen, um wieder den Hunger reinzukriegen und um eine saubere Stabilität in den Themen Hierarchie und Gehaltsgefüge herbeizuführen.» Seine klare Handlungsempfehlung: «Man muss an den Kader rangehen.»

© dpa
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