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RB Leipzig verpasst nach 2:2 in Frankfurt den Club-Rekord

Am Ende bleibt das Königsklassen-Ticket - mehr aber nicht. Die Luft bei RB war raus. Nun bleibt die entscheidende Frage: Konstanz oder wieder ein Umbruch? Verkaufskandidaten haben die Leipziger genug.
Eintracht Frankfurt - RB Leipzig
Die Leipziger Spieler jubeln nach dem Tor zum 2:0. © Arne Dedert/dpa

Das minimale Mindestziel mit Platz vier hatte RB Leipzig schon vor dem Saisonfinale erreicht. Mehr wurde es nicht. Auch der anvisierte Club-Rekord von 67 Punkten aus der Bundesliga-Debüt-Saison 2016/2017 wurde nach dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt verpasst. «Zum Schluss war der Flow ein bisschen raus», sagte Trainer Marco Rose. Er will in Kürze die Punkte analysieren, «die wir gut gemacht haben und was wir natürlich besser machen wollen». Nach dem Supercupsieg in München im August 2023 gab es für die Sachsen nach den zwei Pokalsiegen zuvor beim Saison-Ausklang nichts zu feiern.

RB-Kapitän Willi Orban meinte hinsichtlich der angestrebten ersten Meisterschaft: «Wir müssen auch Konstanz reinkriegen über 34 Spieltage und dann auch punkten, um am Ende auch mal ganz oben anzuklopfen.» Immerhin stellte der Abwehrchef mit seiner Defensive hinter Meister Bayer Leverkusen (24) mit nur 39 Gegentoren die zweitbeste der Liga.

Der Höhenflieger

Torhüter Janis Blaswich erlebte von allen RB-Profis die größte Achterbahnfahrt. Nach dem Kreuzbandriss von Peter Gulacsi im Oktober 2022 war er ein starker Rückhalt, holte mit RB den DFB-Pokal 2023 und verlängerte dann im September vorfristig bis 2026. Zwei Monate später wurde er von Bundestrainer Julian Nagelsmann in den DFB-Kader berufen. «Wir haben ab sofort zwei Nummer-Einsen», meinte Rose und gab nach dem 2:5 in Stuttgart wieder Gulacsi die Chance. Der Ungar blieb dann in der Liga ohne Niederlage. Nur beim 1:2 in München und beim 2:2 am Samstag in Frankfurt durfte Blaswich nochmal ran - seine Zukunft bei RB ist fraglich, denn es kommt nun der Belgier Maarten Vandevoordt.

«Au revoir» für den Hoffnungsträger

Xavi Simons schaffte in seinem letzten Spiel für RB eine Premiere. In Frankfurt verwandelte der 21-Jährige seinen ersten Strafstoß in der Bundesliga. Rose wollte danach nicht «Adieu», lieber «Au revoir» zu der Pariser PSG-Leihgabe sagen: «Ich bin nicht bereit, mich endgültig von ihm zu verabschieden», sagte der Coach und hofft auf eine gemeinsame Zukunft. «Ich weiß, dass im Hintergrund viel gesprochen und gearbeitet wird.» Gemeint ist eine weitere Leihe oder ein plötzlich möglich gewordener Kauf des Niederländers, der zum absoluten Spielmacher und Antreiber im RB-Spiel geworden ist.

Das neue Sturmduo

Die neu verpflichteten Stürmer Lois Openda (24 Tore) und Benjamin Sesko (14) lieferten in ihrer Debüt-Saison gleich ab. 38 Tore erzielte das Duo - das schafften 2919/2020 nur Timo Werner (28) und Patrik Schick (10). Der Slowene Sesko egalisierte mit seinem siebten Treffer hintereinander zugleich den Werner-Rekord von damals. Mit elf Treffern in der Rückrunde weckte der 20-Jährige auch Begehrlichkeiten. Denn in seinem bis 30. Juni 2028 laufenden Vertrag soll eine Ausstiegsklausel von 50 Millionen Euro verankert sein. «Ich glaube, dass Leipzig nach wie vor eine gute Station für ihn ist und auch nächstes Jahr noch wäre, sagte Rose zu dem Ex-Salzburger, der mit dem AC Mailand in Verbindung gebracht wird.

Der Unvollendete

Mit seinem Hattrick in München beim Supercupsieg machte Dani Olmo Lust auf mehr. Doch schon im September wurde er von einer Knieverletzung ausgebremst, dann folgte im November eine Schultereckgelenksprengung. So kam der verletzungsanfällige Spanier, der in den beiden letzten Spielen wegen muskulärer Probleme fehlte, nur auf 21 Spiele. In den Jahren davor waren es 23, davor nur 19. Ob aufgrund dieser Leistungsbilanz ein Club bereit ist, in diesem Sommer 60 Millionen Euro für die Ausstiegsklausel hinzublättern? Für Rose ist Olmo - Vertrag bis 2027 - «ein Unterschiedsspieler, der für uns schwer bis gar nicht zu ersetzen ist». Er könne Bälle spielen, «die andere nie im Leben erkennen». Doch er muss verletzungsfrei bleiben - sonst bleibt er der Unvollendete.

Die Pechvögel

Xaver Schlager und Lukas Klostermann sind die Pechvögel der Saison - beide Nationalspieler verpassen die EM in Deutschland. Der 26 Jahre alte Österreicher erlitt beim 1:1 gegen Hoffenheim einen Kreuzbandriss im linken Knie, nachdem er vor seinem Wechsel von Wolfsburg nach Leipzig im August 2021 die gleiche Verletzung im rechten Knie hatte. Der ein Jahr ältere Klostermann konnte sich nach seinem Syndesmosebandanriss in der Vorsaison zwar wieder herankämpfen. Doch eine Oberschenkelverletzung im Februar verhinderte eine Einladung zum DFB-Team im März, damit war der EM-Zug für Klostermann abgefahren.

© dpa ⁄ Frank Kastner, dpa
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