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Leipziger Buchmesse will für Demokratie kämpfen

Die Leipziger Buchmesse will nach harten Corona-Jahren ihre Bedeutung als Frühlingsschau der Branche festigen. Erste Zahlen machen den Verantwortlichen Hoffnung.
Leipziger Buchmesse - Vor der Eröffnung
Eine Mitarbeiterin bestückt den Stand von Droemer Knaur auf der Leipziger Buchmesse. Auf dem Frühjahrstreffen der Buchbranche präsentierten sich ab Donnerstag (21.03.) bis Sonntag über 2000 Aussteller aus 40 Ländern mit ihren Neuheiten. © Hendrik Schmidt/dpa

Die Leipziger Buchmesse sieht sich als ein Zentrum für gelebte Demokratie. «Als Buchmesse setzen wir ausdrücklich auf Vielfalt», sagte die neue Direktorin Astrid Böhmisch am Mittwoch vor Beginn der nach der Frankfurter Buchmesse wichtigsten deutschen Literaturschau. «Freiheit, Demokratie und Diversität sind nicht selbstverständlich, sondern Werte, für die es immer wieder zu kämpfen gilt.»

Die Messe von Donnerstag bis Sonntag ist die erste unter Leitung der 49-Jährigen. Im vergangenen Jahr hatte sich der langjährige Messe-Chef Oliver Zille überraschend zurückgezogen.

Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, sagte: «Die gesellschaftliche Verantwortung der Leipziger Buchmesse hat gerade jetzt einen ganz besonderen Stellenwert.» Die Zeiten seien herausfordernd, sagte er unter Hinweis auf die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, den Rechtsruck und den erstarkenden Populismus in Deutschland und Europa. Umso wichtiger sei es, dass miteinander geredet und auch gestritten werde. «Deshalb ist die Leipziger Buchmesse auch ein Ort der Meinungsvielfalt und des Einstehens für Demokratie und demokratische Werte.»

Auch Peter Kraus vom Cleff, Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, warnte vor aktuellen Gefahren. «Wir müssen unsere Demokratie verteidigen. Demokratische Grundwerte sind international wie in Deutschland immer mehr Angriffen ausgesetzt.» Die Buchbranche leiste einen wesentlichen Beitrag für eine offene und informierte Gesellschaft.

Im Vergleich zum Vorjahr kann die Messe mit 2085 Ausstellern aus 40 Ländern ein leichtes Plus verzeichnen. Auch bei den Besucherzahlen deutet der Vorverkauf den Angaben zufolge auf eine gute Entwicklung. Buhl-Wagner wertete den Vorverkauf als «positives Vorzeichen». Im vergangenen Jahr kamen 274.000 Menschen auf das Gelände.

Die Buchmesse war durch die Corona-Pandemie in eine Krise geraten. 2020 wurde sie als bundesweit eine der ersten großen Messen abgesagt. Auch die folgenden beiden Anläufe scheiterten.

In diesem Jahr lockt erneut das Lesefest «Leipzig liest» mit 2800 Veranstaltungen an 300 Orten in der ganzen Stadt. Auf dem Messegelände sind die Manga-Comic-Con seit 10 Jahren und die Antiquariatsmesse seit 30 Jahren dabei.

Zur Eröffnung sollte am Mittwochabend der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2024 an den deutsch-israelischen Philosophen Omri Boehm für sein Buch «Radikaler Universalismus» verliehen werden. Dazu wurde auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet, zudem der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte und Jan Jambon, Ministerpräsident von Flandern.

Als Gastland präsentieren sich in diesem Jahr die Niederlande und Flandern als gemeinsamer Sprach- und Kulturraum unter dem Motto «Alles außer flach». Die Gäste planen rund 100 Veranstaltungen mit 41 Autorinnen und Autoren.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich für Donnerstag zu einem Rundgang angesagt und diskutiert danach mit den Autoren Ingo Schulze und Anne Rabe über den Zustand der Demokratie. Buhl-Wagner sieht in Steinmeiers Visite ein «klares Zeichen für den Stellenwert der Buchmesse».

Angekündigt sind zudem namhafte Autorinnen und Autoren ebenso wie Stars aus der Unterhaltungsbranche. Unter anderem werden Marc-Uwe Kling, Ingrid Noll und Arne Dahl in Leipzig erwartet. Schauspielerin Uschi Glas (80) stellt ihre Memoiren vor, und auch ihre Schauspiel-Kollegen Katja Riemann und Jörg Hartmann kommen auf die Buchmesse.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) nannte es in einer Mitteilung wichtig, dass drängende Fragen unserer Zeit in Leipzig verhandelt würden. «Denn gerade in diesen komplexen Zeiten ist es unverzichtbar, im Gespräch zu bleiben und Demokratiefeinden, die unsere Gesellschaft spalten wollen, etwas entgegenzusetzen.»

© dpa
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