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Thyssenkrupp: Ministerium dringt auf Mitarbeiterbeteiligung

Der geplante Umbau bei Deutschlands größtem Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel ruft jetzt auch die Landespolitik auf den Plan. Das Wirtschaftsministerium will, dass die Mitarbeiter einbezogen werden.
Stahl
Ein Mitarbeiter bewegt Stahlcoils mit einem Kran in der neuen Feuerbeschichtungsanlage (FBA 10) auf dem Gelände der Thyssenkrupp-Westfalenhütte. © Rolf Vennenbernd/dpa

In der Diskussion um die Zukunft von Deutschlands größtem Stahlkonzern Thyssenkrupp Steel dringt das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium auf eine Beteiligung der Beschäftigten. «NRW ist der größte Stahlstandort Europas. Natürlich ist es aus unserer Sicht wünschenswert, wenn so viele Arbeitsplätze wie möglich in dieser für NRW so wichtigen Branche erhalten bleiben können», sagte eine Ministeriumssprecherin der «Rheinischen Post» (RP, Freitag). «Daher braucht es weiterhin eine enge Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unternehmerische Entscheidungen und Planungen zu einem möglicherweise bevorstehenden Umbau des Konzerns.»

Steel-Aufsichtsratschef Sigmar Gabriel hatte in einem Montag veröffentlichten Interview der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» gesagt, dass der Sparten-Vorstand vor dem Hintergrund erwartbarer, dauerhafter Absatzrückgänge bis Mitte April Vorschläge für eine grundlegende Neustrukturierung erarbeiten will. «Es kann sicher nicht ausgeschlossen werden, dass bei Kapazitätsanpassungen auch ein Beschäftigungsabbau erfolgt», so Gabriel.

Am Mittwoch hatte das «Handelsblatt» unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, dass die Schließung von mindestens einem Hochofen und zwei Walzwerken im Gespräch sei, womit jede fünfte Stelle gefährdet sein könnte. Thyssenkrupp Steel wies dies in einer Stellungnahme zurück: «Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle Mutmaßungen über möglicherweise betroffene Aggregate Spekulation und im hohen Maße unseriös», erklärte ein Sprecher.

In der Thyssenkrupp-Stahlsparte sind etwa 27.000 Menschen beschäftigt, davon rund 13.000 in Duisburg. Dort betreibt das Unternehmen vier Hochöfen, die nach und nach durch umweltfreundlichere Anlagen zur Stahlherstellung ersetzt werden sollen, sogenannte Direktreduktionsanlagen. Die Sparte hat unter anderem mit der Konjunkturschwäche sowie hohen Energie- und Rohstoffpreisen zu kämpfen. Der Mutterkonzern Thyssenkrupp plant eine Verselbstständigung der Sparte. 

Die Ministeriumssprecherin erinnerte daran, dass der Konzern Staatshilfe für den klimafreundlichen Umbau bekommt. Thyssenkrupp Steel habe bereits wichtige Schritte unternommen, um das Werk in Duisburg zukunftsfest zu machen, sagte sie der RP. Die Landesregierung unterstütze den Umbau mit der größten Einzelförderung in der Geschichte des Landes, vornehmlich für den Bau der Direktreduktionsanlage, um Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen zu halten und gleichzeitig das Klima zu schützen. 

Gabriel hatte in dem WAZ-Interview eine Beteiligung der Beschäftigten zugesagt: «Was immer dabei an Vorschlägen herauskommt, wird natürlich danach sofort auch mit der Mitbestimmungsseite, den Betriebsräten und der IG Metall beraten», sagte er. Sämtliche Entscheidungen sollten nur gemeinsam mit den Mitbestimmungsgremien fallen, «so wie wir das auch in der Vergangenheit immer getan haben». 

© dpa
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