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Letzter Lichtblick: BVB hofft auf Viertelfinale

Großes Lob gibt es für den BVB in dieser Saison nur selten. Und wenn, dann in der Champions League. Gegen Eindhoven scheint der Einzug in das Viertelfinale möglich. Reicht dafür die Qualität?
Borussia Dortmund - SC Freiburg
Dortmunds Jamie Bynoe-Gittens und Lukas Kübler von Freiburg in Aktion. © Bernd Thissen/dpa

National schon weit abgeschlagen, international noch auf Kurs. Für Borussia Dortmund wird die Champions League zum letzten Lichtblick. Nach einer bislang durchwachsenen Bundesliga-Saison und dem frühen Aus im DFB-Pokal bietet sich in der Königsklasse die große Chance auf den ersten Einzug ins Viertelfinale seit 2021. Doch obwohl die vom ehemaligen BVB-Fußballlehrer Peter Bosz trainierte PSV Eindhoven trotz aller Erfolge in den Niederlanden als europäisches Leichtgewicht und machbare Aufgabe gilt, überwiegt bei vielen Beobachtern vor dem Achtelfinal-Hinspiel (Dienstag, 21.00 Uhr/Amazon Prime Video) im nur rund 170 Kilometer entfernten Philips-Stadion die Skepsis.

Der schwache Auftritt beim 1:1 in Wolfsburg machte wenig Mut und nährte Zweifel an der Tauglichkeit der Borussia für die europäische Fußball-Elite. Die Frage nach dem fehlenden Niveau für solch hohe Weihen brachte Emre Can in Wallung. «Jetzt bitte nicht übertreiben. Wir haben das Champions-League-Niveau zu einhundert Prozent», antwortete der BVB-Kapitän bei Sky sichtlich ungehalten. Mit entschlossenem Blick fügte er hinzu: «Wir fahren dahin, um zu gewinnen.» 

Auf der kurzen Busreise nach Eindhoven überwog die Zuversicht. Anders als in der Meisterschaft, wo der Rückstand auf Spitzenreiter Leverkusen bereits 17 Punkte beträgt, schlug sich der BVB in der Königsklasse bislang beachtlich. Die sogenannte Hammergruppe mit namhaften und finanzstarken Clubs wie Paris Saint-Germain, AC Mailand und Newcastle United beendete der Bundesliga-Vierte überraschend als Tabellenführer. Deshalb darf er das zweite und entscheidende Duell mit Eindhoven am 13. März daheim bestreiten.  

Zumindest auf dem Papier scheint Eindhoven der bisher dankbarste Gegner der internationalen Saison zu sein. Doch dieser Schein trügt. Schließlich dominiert die PSV derzeit die Eredivisie nach Belieben und hat aus 22 Spielen mit 20 Siegen und nur zwei Unentschieden fast optimale 62 Punkte geholt. 

Für Sportdirektor Sebastian Kehl, der nach 1:1 in Wolfsburg die Tonart verschärfte und einigen Profis ein «arrogantes Spiel» attestierte, ist diese imposante PSV-Bilanz Warnung genug: «Wir wissen, dass Eindhoven eine sehr starke Mannschaft ist. Wenn man in diesen beiden Spielen nicht performt, dann ist man raus. Wir brauchen vollen Einsatz, volle Fokussierung.» Ähnlich sieht es Abwehrspieler Nico Schlotterbeck: «Wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen, werden wir Eindhoven schlagen.

Vor allem im eigenen Stadion gilt Eindhoven als Macht und hat 15 der wettbewerbsübergreifend 17 Partien gewonnen - bei einer Tordifferenz von 33:5. Wie schwer er werden kann, in Eindhoven zu bestehen, könnten die BVB-Profis von Donyell Malen erfahren. Der Dortmunder Angreifer stand zwischen 2017 und 2021 beim 24-maligen niederländischen Meister unter Vertrag und meldete sich rechtzeitig für die Partie wieder fit zurück. «Das wird natürlich speziell. Es fühlt sich wie eine Heimkehr an», sagte Malen. 

Das Wiedersehen mit Bosz erhöht den Reiz der Partie zusätzlich. Der ehemalige Rostocker Bundesliga-Profi hat sich seit seinem Aus in Dortmund im Dezember 2017 nach nur einem knappen halben Jahr als Trainer bei Leverkusen (2019 bis 2021) und Olympique Lyon (2021 bis 2022) versucht.  Doch so erfolgreich wie in Eindhoven war der Freund des offensiven Hurra-Fußballs dort nicht. «Das ist die beste Mannschaft, mit der ich je gearbeitet habe. Und ich mache das schon ein paar Jahre», schwärmte Bosz am Montag. Von übermäßiger Vorfreude auf ein Duell mit seinem ehemaligen Club war wenig zu spüren: «Ich war ja nicht so lange in Dortmund. Ich respektiere den Verein, will ihn aber schlagen.» 

Ähnlich wie Bosz hofft auch der in Nürnberg geborene Deutsch-Amerikaner Malik Tillmann auf einen Coup. «Den BVB hätte es, glaube ich, schlimmer treffen können – vom Namen her. Aber ich will uns auf keinen Fall kleinreden. Dortmund wird schon sehen, was hier passiert», sagte der einstige Bayern-Profi dem «Kicker» (Montag).   

© dpa ⁄ Heinz Büse, dpa
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