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Kommunen am Tagebau Hambach schmieden Pläne für Zeit danach

Radwege, Strände, Photovoltaik und Standorte für Unternehmen: Die Kommunen am Tagebau Hambach planen die Zukunft nach dem Ausstieg aus der Braunkohleförderung.
Tagebau Hambach - Pläne für die Zeit danach
Ein Schaufelradbagger steht im Tagebau Hambach. © Federico Gambarini/dpa

Gut fünf Jahre vor dem Ende der Braunkohleförderung im Tagebau Hambach zwischen Köln und Aachen haben die sechs Anliegerkommunen einen Plan für die Zeit danach vorgestellt. Auf 8500 Hektar sollen im ursprünglich genehmigten Abbaugebiet verschiedene Nutzungen wie Tourismus, Landwirtschaft und die Produktion erneuerbarer Energien zusammenkommen. Eine zentrale Rolle spielt in dem Konzept ein riesiger See, der in dem bis zu 411 Meter tiefen Abbaugebiet entstehen soll.

«Wir haben uns lange genug definiert über das Loch, das uns trennt», sagte Jürgen Frantzen (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Titz im Kreis Düren, bei der Präsentation des Plans in Niederzier. Er erwähnte die positive Aussicht auf den noch zu entwickelnden See, der einer der größten in Deutschland werden soll. Nach Auslaufen des Tagebaus Hambach Ende 2029 soll er mit Wasser aus dem Rhein gefüllt werden. Eine Transportleitung gibt es aber bisher nicht.

Präsentiert wurde der Plan von der Neuland Hambach GmbH. Im Auftrag der Anrainer­kommunen Elsdorf, Jülich, Kerpen, Merzenich, Niederzier und Titz befasst sich die Strukturentwicklungsgesellschaft mit der künftigen Entwicklung von Landschaft, Infrastruktur sowie Leben und Arbeiten in dem Gebiet.

«Es kommt auch darauf an, dass der Fördermittelgeber uns die Umsetzung zutraut», sagte Georg Gelhausen (CDU), Chef im Rathaus von Merzenich - und bezog sich dabei auf Landespolitik und Landtag von Nordrhein-Westfalen. Die Bürgermeister betonten ihre Einigkeit über den Zukunftsplan für den größten Tagebau im Rheinischen Revier. Auch Unternehmen sollen freie Flächen nutzen können.

Schon in der Phase des Wandels vom Bergbau zu einer neuen Ausrichtung soll es touristische Angebote geben. Rad- und Fußwege sollen bis an das Seeufer führen und Ausblicke in die Landschaft bieten. Die Entstehung des Gewässers soll erlebt werden können, etwa dort, wo das Wasser in die Seemulde fließt. Eine entwidmete Kirche soll als Kultur- und Architekturrelikt mit Strandbereichen in der Nähe genutzt werden. Da die Befüllung Jahrzehnte dauert, sollen in einer Bucht Photovoltaikanlagen stehen.

© dpa
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