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Häftling aus offenem Vollzug verschwunden: Fahndung

Ein Häftling im Offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt (JVA) Euskirchen ist von einem mehrtägigen Ausgang nicht zurückgekehrt. Das bestätigte die Leiterin der JVA, Jennifer Rybarczyk, auf dpa-Anfrage. «Bild» hatte zuvor über den Fall berichtet. Laut «Kölner Stadt-Anzeiger» handelte es sich um einen Weihnachtsausgang, den der 31-Jährige zur Flucht genutzt hatte. Die FDP will den Fall zum Thema im Rechtsausschuss des Landtags machen.
Blaulicht
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. © David Inderlied/dpa/Symbolbild

Laut der JVA-Leiterin war der Inhaftierte am 26. Dezember «aus einem genehmigten Langzeitausgang über die Weihnachtsfeiertage nicht hierher zurückgekehrt.» Bei positiver Sozialprognose wäre für den Mann eigentlich eine Entlassung in etwa einem Jahr in Betracht gekommen, so die JVA-Leiterin.

Der Mann sei seit etwa einem Jahr im offenen Vollzug in Euskirchen gewesen und habe «zum Zweck der Wiedereingliederung unter anderem Langzeitausgänge erhalten.» Eine Fahndung sei «umgehend eingeleitet» worden, so die JVA-Leiterin.

Das Justizministerium wusste von der Flucht zunächst nichts. Ein Sprecher betonte, dass ein solcher Vorgang im Offenen Vollzug auf Anstaltsebene behandelt werde - das Ministerium hätte also nicht informiert werden müssen. Nach den Presseberichten habe das Justizministerium aber einen offiziellen Bericht bei der JVA angefordert.

Die Opposition im Düsseldorfer Landtag will Aufklärung. Die FDP-Fraktion hat laut einem Sprecher eine Aktuelle Viertelstunde im Rechtsausschuss kommende Woche beantragt. «Es ist empörend, dass der Rechtsausschuss erneut erst aus der Presse von wichtigen Vorkommnissen aus dem Strafvollzug erfährt», sagte Werner Pfeil, rechtspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion NRW.

Tatsächlich hatte es vor fast genau einem Jahr einen ähnlichen Fall gegeben: Der ehemalige Chef der Kölner «Bandidos» war nach einem positiven Drogentest durch das Fenster seiner Zelle im Offenen Vollzug der JVA Euskirchen verschwunden. Auch damals waren die Rechtspolitiker im Landtag erst informiert worden, nachdem es Presse-Recherchen gab.

Auch die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sonja Bongers, kritisierte die Regierung und Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) am Freitag: «Die Mitglieder des Rechtsausschusses des Landtags Nordrhein-Westfalen haben von dem Ausbruch eines Häftlings aus der JVA Euskirchen erst durch die mediale Berichterstattung erfahren und - mal wieder - nicht durch das Justizministerium. Dies zeigt erneut: Minister Limbach ist nichts daran gelegen, das Parlament hinreichend und zuverlässig über die Vorkommnisse seines Ressorts zu informieren.»

Laut «Bild» sind der aktuell geflüchtete Häftling und der damals entwichene «Bandidos»-Rocker übrigens befreundet. Der Rocker wurde im November in Malaga festgenommen und sitzt laut Kölner Staatsanwaltschaft in Spanien in Auslieferungshaft.

© dpa
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