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SEK-Einsatz in Studentenwohnheim - Ex-Terroristen auf Flucht

Durchsuchung folgt auf Durchsuchung in Berlin-Friedrichshain. Aber bisher führen die Hinweise auf die gesuchten früheren RAF-Terroristen nicht zur Festnahme.
RAF-Fahndung - Polizei im Einsatz in Berlin-Friedrichshain
Polizisten in Spezialausrüstung verlassen ein Hochhaus in Berlin-Friedrichshain. © Dominik Totaro/dpa

Bei der Fahndung nach den beiden untergetauchten früheren RAF-Terroristen folgt im Berliner Stadtteil Friedrichshain Durchsuchung auf Durchsuchung. Ein Spezialeinsatzkommando der niedersächsischen Polizei nahm sich in der Nacht zu Dienstag eine Wohnung in einem großen Studentenwohnheim vor. Fotos zeigen, wie schwer bewaffnete Polizisten mit Helmen in das Wohnheim an der Straße der Pariser Kommune eindrangen. Gefasst wurde aber keiner der beiden Männer.

Es habe Hinweise auf ein Objekt gegeben, Polizisten hätten die Wohnung durchsucht, sagte eine Sprecherin des zuständigen Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen. Dort seien zwei Menschen angetroffen worden, deren Identität die Polizei festgestellt habe.

Außerdem untersuchte das LKA am Dienstag weiter das Bauwagen-Gelände, wo der gesuchte Burkhard Garweg (55) gewohnt haben soll, sowie eine Wohnung in der Grünberger Straße im Kneipenviertel des Kiezes. Ein Foto der Zeitung «B.Z.» zeigte vermummte und bewaffnete Zivilpolizisten mit der Aufschrift «BKA» auf ihren Westen. Die Zeitung zitierte einen Späti-Verkäufer, der von Sichtschutz an den Scheiben der Wohnung in der Grünberger Straße und dem Kauf vieler teurer Amazon-Gutscheine durch die Bewohnerin berichtete.

Der Berliner Polizei-Vizepräsident Marco Langner erklärte in der RBB-Abendschau, warum die Untersuchungen dieser Wohnungen so lange dauern können. «Gerade hier muss man sich Zeit nehmen, um die Wohnungen intensiv und genau zu untersuchen. Die sind konspirativ vorbereitet. Wir haben doppelte Böden, wir haben Wandverschläge. Nicht jeder hat seine Maschinenpistole auf dem Küchentisch, sondern die werden entsprechend versteckt.»

Vor allem auf Garweg konzentriert sich die Suche: Die Ermittler hätten ihm sein Heim weggenommen, er sei höchstwahrscheinlich ohne Logistik unterwegs - und «richtig auf der Flucht», was belastend sein könnte, hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden gesagt. Seine größte Sorge sei daher eine Kurzschlusshandlung. Er appellierte an Garweg, sich zu stellen, um eine mögliche Eskalation zu vermeiden.

Garweg soll zeitweise in dem Bauwagen auf dem Gelände in Berlin-Friedrichshain gelebt haben. Der Wagen wurde für weitere Untersuchungen abtransportiert. Damit sei sein Umfeld weg, der Druck auf ihn steige, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. In der Wohnung der vor einer Woche gefassten ehemaligen RAF-Terroristin Daniela Klette war die Polizei auf aktuelle Fotos von Garweg gestoßen. Die Veröffentlichung verstärkte den Fahndungsdruck noch mal weiter.

Vor dem Berliner Studentenwohnheim zeigten sich am Dienstagmorgen, als die Polizei längst wieder abgezogen war, Bewohner überrascht. Studenten, die aus dem großen Wohnhochhaus in der Nähe des Ostbahnhofs und des berühmten Technoclubs Berghain kamen, wussten nichts von einem Polizeieinsatz. Sie hätten geschlafen und nichts gehört oder gesehen, sagten mehrere von ihnen.

Auf der der linksextremen Szene zugerechneten Internetseite Indymedia veröffentlichten anonyme Autoren Fotos von zivilen Polizei-Transportern, Nummernschilder von Spezialeinsatzkommandos aus Berlin und Niedersachsen und Orte von Einsatzvorbereitungen. Man wolle der «Menschenjagd etwas entgegensetzen» und Solidarität mit den untergetauchten früheren RAF-Mitgliedern zeigen, heißt es dort. Die Autoren schrieben, in Berlin habe man «das Gefühl, in die 1970-er Jahre zurückversetzt zu werden» - mit Polizeipräsenz, Straßensperren und Razzien.

Angekündigt wurde zudem eine «Solidaritätsdemo» am Samstagabend in Berlin-Kreuzberg: «Stoppt den Staatsterrorismus - Solidarität mit den Untergetauchten und Gefangenen». Auch für Freitagabend sind zum internationalen Frauentag Demonstrationen zum Teil aus der linksradikalen Szene angemeldet worden.

Am 26. Februar war Klette (65) in Berlin-Kreuzberg festgenommen worden. Zusammen mit Garweg und Ernst-Volker Wilhelm Staub (69) war sie vor über 30 Jahren untergetaucht. Alle drei gehörten der sogenannten dritten Generation der linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion an, die bis 1991 zahlreiche Anschläge verübte und Menschen tötete. 1998 erklärte die RAF sich für aufgelöst.

Klette, Staub und Garweg werden wegen des Verdachts der Beteiligung an Terroranschlägen gesucht. Außerdem sollen sie zwischen 1999 und 2016 Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen überfallen haben, um sich Geld zu beschaffen. Ihnen wird auch versuchter Mord vorgeworfen, weil dabei geschossen wurde.

© dpa ⁄ Andreas Rabenstein und Thomas Strünkelnberg, dpa
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