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Nach Pyro-Eklat: Ministerin will Derbys ohne Gästefans

Bei den Fußball-Derbys zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig kam es zuletzt zu Ausschreitungen. Niedersachsens Innenministerin fordert deshalb nach einem Treffen «klare Konsequenzen».
Eintracht Braunschweig - Hannover 96
Hannovers Fans zünden Pyrotechnik auf der Tribüne. © Swen Pförtner/dpa

Nach dem Wunsch von Niedersachsens Innenministerin Daniels Behrens sollen die Fußball-Derbys zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig in der nächsten Saison ohne Gästefans stattfinden. Das ist das Ergebnis eines Treffens zwischen der SPD-Politikerin und Vertretern beider Clubs am Mittwoch in Hannover.

«Ich möchte, dass die Gästeblöcke leer bleiben. Wir sind an einem Punkt, an dem wir der gewaltbereiten Minderheit im Stadion sagen müssen: Das Ende der Fahnenstange ist erreicht. Und deswegen braucht es auch klare Konsequenzen», sagte Behrens.

Beide Vereine wollen das zunächst prüfen. Zudem ist noch fraglich, ob die Braunschweiger auch in der nächsten Saison noch in der 2. Fußball-Bundesliga spielen. Hintergrund des Vorstoßes ist aber, dass es bei den beiden vergangenen Duellen der rivalisierenden Clubs im November und im April jeweils zu massivem Einsatz von Pyrotechnik und teilweise auch zu Ausschreitungen kam. «Trotz der ernsthaften Bemühungen der Vereine und trotz der umfangreichen Einsatzmaßnahmen der Polizei», so Behrens, «konnten letztendlich leider auch verletzte Personen nicht verhindert werden. Ich akzeptiere das nicht und möchte das auch nicht länger hinnehmen.»

Die Innenministerin betonte ausdrücklich, keine Geisterspiele ohne Zuschauer zu wollen. Es ginge darum, ein klares Signal an «einige wenige Chaoten» zu senden. «Ich hoffe sehr, dass dieser Schritt, der ausdrücklich nicht auf Dauer angelegt ist, dazu führt, dass sich die Szenen auch einmal selbst kritisch hinterfragen und sich von der Gewalt und denen, die sie ausüben, klar distanzieren», sagte Behrens.

Die SPD-Politikerin hatte sich mit beiden Vereinen bereits nach den Ausschreitungen beim Hinspiel in Hannover getroffen. Die zweite Partie am 14. April in Braunschweig musste dann wegen des ständigen Zündens von Pyrotechnik und Knallkörpern in beiden Fanblöcken zu Beginn der zweiten Halbzeit kurz unterbrochen werden. Nach dem Schlusspfiff flogen zwei Leuchtraketen aus dem 96-Block in einen Tribünenbereich mit Braunschweiger Zuschauern.

Vereine wollen Vorstoß prüfen

Eintracht-Präsidentin Nicole Kumpis und Hannovers Geschäftsführer Martin Kind begrüßten grundsätzlich den Austausch zwischen Politik und Vereinen, halten sich aber noch zurück, ob der Vorstoß der Ministerin auch tatsächlich zur Umsetzung kommt. «Wir nehmen das sehr ernst. Wir glauben aber fest daran, dass es Maßnahmen gibt, die wir noch vor einem Ausschluss der Gästefans umsetzen könnten», sagte Kumpis nach dem Treffen. «Der Gästefan-Ausschluss ist für uns eine Ultima Ratio, die wir natürlich nicht ausschließen wollen, die wir aber für uns bewerten.»

Genau wie Behrens sieht auch Hannovers Geschäftsführer Kind in dieser Sache nicht nur die Vereine, sondern auch den Deutschen Fußball-Bund und Deutsche Fußball Liga die in der Pflicht. «Es reicht mit Blick auf die Gesamtentwicklung nicht, dass es nur Maßnahmen in Braunschweig und Hannover gibt», sagte der Unternehmer. «Die Analyse der letzten Jahre zeigt: Wir haben viel geredet, aber im Ergebnis bisher wenig erreicht. Es ist viel mehr festzustellen, dass die Entwicklung eskaliert ist.»

Hannover 96 habe allein in der vergangenen Saison Geldstrafen in einer Gesamthöhe von 625.000 Euro wegen diverser Fan-Vergehen gezahlt. «Das Problem ist, das wir für das Fehlverhalten Dritter Strafen zahlen müssen», sagte Kind. «Ich halte dieses Modell für einen falschen Ansatz: Denn es wird nicht verhindern, sondern motivieren, noch mehr zu machen.»

Fanhilfe kritisiert Ministerin: «Populistisch»

Kritik an dem Treffen und seinen Ergebnissen gibt es von der Fanhilfe Hannover. Der Verein, der Fußballfans bei Rechtsstreitigkeiten unterstützt, hält den Vorstoß der Ministerin für populistisch. Sie lehne «Kollektivstrafen in Gänze ab», heißt es in einer Stellungnahme der Fanhilfe. «Niemand würde bei der vorherrschenden Datenlage in anderen Bereichen beispielsweise ein Alkoholverbot auf Volksfesten oder ein Fahrverbot für Motorradfahrer fordern.» Fan-Ausschlüsse und personalisierte Tickets seien «weder zweck- noch verhältnismäßig».

Das Fan-Bündnis «Unsere Kurve e.V.» positionierte sich ebenfalls gegen Behrens. Solche Forderungen seien populistisch, teilte das Fan-Bündnis mit. Behrens stelle «ihre komplette Unwissenheit der Sachlage zur Schau», kritisierte «Unsere Kurve». Dem Fan-Bündnis zufolge sei es sicherer, ein Fußballstadion zu besuchen als ein Volksfest.

© dpa
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