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Einzelhandel-Tarifeinigung in Niedersachsen, Bremen und NRW

Die Tarifverhandlungen waren kräftezehrend, nun gibt es auch eine Einigung für die Beschäftigten im Einzelhandel in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen. Vorbild war der Abschluss in Hamburg.
Tarifstreit im Einzelhandel
Auf einem Plastikherz steht: «Mein Herz schlägt für die Beschäftigten im Einzelhandel», während einer Kundgebung, zu der die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte im Einzelhandel aufgerufen hatte. © Thomas Banneyer/dpa

Nach mehr als einem Jahr Verhandlungen haben sich die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeberseite auch für die Beschäftigten im Einzelhandel in Niedersachsen und Bremen sowie in Nordrhein-Westfalen auf einen Tarifabschluss geeinigt. Mit dem Abschluss am Dienstag folgen die Tarifparteien der Einigung in Hamburg, die am 8. Mai erzielt worden war.

Zunächst wurde die Einigung im Norden bekannt gegeben. Für die 330.000 Beschäftigten im niedersächsischen Einzelhandel und rund 28.000 Beschäftigten in Bremen wurde demnach eine Erhöhung der Löhne in drei Stufen vereinbart. Rückwirkend zum 1. Oktober 2023 steigen demzufolge die Löhne um 5,3 Prozent und zum 1. Mai 2024 um 4,7 Prozent. Im dritten Tarifjahr erhöhen sich die Entgelte ab 1. Mai 2025 zunächst um einen Festbetrag von 40 Euro und dann um weitere 1,8 Prozent.

So sieht auch der Abschluss im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen aus. Bei einer Laufzeit von 36 Monaten entspricht das laut der Arbeitgeberseite einer Gesamtentwicklung von 13,67 Prozent. Zusätzlich erhielten die Beschäftigten eine Inflationsausgleichsprämie von 1000 Euro bei Vollzeittätigkeit. Teilzeitbeschäftigte bekommen dies laut der Gewerkschaft anteilig. Für Auszubildende gebe es 500 Euro.

Im Einzelhandel von Nordrhein-Westfalen sind laut Angaben beider Seiten mehr als 700.000 Beschäftigte tätig. Allerdings ist die Tarifbindung in der Branche nicht hoch. Der Abschluss wird nach Einschätzung der Arbeitgeber für mehr als die Hälfte der Beschäftigten gelten. So verwies die Arbeitgeberseite darauf, dass der Tarifvertrag eine wichtige Richtschnur für viele Unternehmen sei, die sich daran orientierten.

Mit dem Abschluss in Hamburg seien die Tarifvertragsparteien an die Grenze dessen gegangen, was jeweils noch zumutbar war, sagte Tarifgeschäftsführerin Karin Schindler-Abbes vom Handelsverband Niedersachsen-Bremen: «Von daher war es in sich konsequent, diesen Tarifabschluss nachzuzeichnen, um den Flächentarifvertrag im Einzelhandel zu erhalten.»

Verdi-NRW-Verhandlungsführerin Henrike Eickholt verwies auf viele Streikaktionen in den vergangenen zwölf Monaten, die zu dem Abschluss geführt hätten und erläuterte die Auswirkung: «Für eine Verkäuferin bedeutet das Ergebnis, dass sie zum 1. Mai 2025 brutto knapp 400 Euro mehr im Monat zur Verfügung hat.» Erst mit diesem Tarifabschluss würden die bisher getätigten «freiwilligen Erhöhungen rechtssicher.

Die Tarifverhandlungen waren über Monate hinweg von Spitzengesprächen und Warnstreiks begleitet worden. Verdi war bundesweit mit einer Forderung von mindestens 2,50 Euro mehr pro Stunde und eine Laufzeit von einem Jahr in die Verhandlungen gegangen.

© dpa
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